Aktualisiert! Aber vergesst auch nicht Rössels NBMM-Bericht!
Ilja Schneider - Fredrik Polenz, Burkhard-Mentz-Memorial, Bremen 2010 (7)
9...e6 Wie von den Lesern gefordert.
10.Sxd6 Kf8 11.Sxb7 exd5 12.Sxd8 Sxd8 13.Lxd5 Lxc3!+ 14.bxc3 Tc8
Weitere Vorschläge zur Entwicklung des Geschehens?
So, weiter geht das Drama. Wie man sich leicht vorstellen kann, hatte der Weißspieler exakt bei 9.Dd5 seinen Denkapparat unwiderruflich abgeschaltet. Und das wird sich gleich rächen.
15.c4 Se6 16.Le3 Sc5 17.0-0 Sf6 18.a4?! Mit dem Hauch einer aufreizenden Sorglosigkeit gespielt. Freddy ist aber auch niemand, der Furcht kennt, und stürmt nach vorne:
18...Sxd5 19.exd5 Se4 20.a5 (Beide Spieler haben dicke Scheuklappen auf, 20.Ld4 gewinnt bestimmt auf einfache Weise, aber eigentlich will ich es gar nicht so genau wissen...)
Txc4 21.axb6 axb6 22.Ta8+ Kg7 23.Lh6+
Freddy schüttelte hier auf seine typische Weise den Kopf, wie er es immer tut, wenn er irgendetwas Wesentliches übersehen hat. Hier ist es aber so, dass sich der Taktiker vom Dienst mit dem Quallengewinn eher keinen Gefallen getan hat. Der c2 fällt auch noch, die schwarzen Figuren stehen aktiv und nur noch der stolze Freibauer auf d5 bewahrt Weiß vor einer schweren technischen Aufgabe.
23...Kxh6 24.Txh8 Txc2.
So, wie war das? Der Freibauer auf d5 ist wichtig? Dann sollten wir ihn doch zuerst mal decken! Oder?
25.Td1?? Hier leuchteten Freddys Augen plötzlich auf.
25...Sc3. Hm. Das hätte man sehen können.
"Was für ein Leben ohne Luftloch?!", sagte einst Siegbert Tarrasch. Langsam geriet ich in Panik.
Nachtrag: Was ist eigentlich mit 26.d6! ? Großer Gott...26.Te1 Sxd5 27.Td8 Sf4 28.Td6 b5 29.Tf6 Mit doppeltem Angriff auf den Sf4 und auf den f7, aber...
29...Sd3 30.Tb1 b4 31.g3 Kg7 32.Tf3
Hier dachte ich, ich bekomme die Sache langsam wieder unter Kontrolle. Doch Freddy begann hier schon zu schmunzeln, was er immer macht, wenn er eine (geniale) Idee hat, und zog nach langen 3-4 Minuten
32...Tc1+? 33.Txc1 Sxc1.
Kommt der Bauer nun durch oder nicht? Freddy wusste es während der Partie nicht so genau, aber behelligte mich später mit der Einsicht:
Ich dachte halt, wenn ich den Bauern verliere, ist es ja immer noch Remis, weil die Bauern sind ja nicht vereinzelt und ich kann sie praktisch gegen den Turm locker zusammenhalten!
Etwas entrüstet musste ich dem guten Mann nach der Partie erklären, dass die Endspieltheoretiker unter uns diese Aussage vermutlich
nicht unterschreiben können. Soviel ich weiß, ist T+3 vs S+3 ein elementarer Gewinn.
Trotzdem hätte man ja an meiner Stelle wenigstens
versuchen können, den Bauern aufzuhalten (34.Te3! usw.), statt ihn schnurstracks zur Dame laufen zu lassen.
34.Kg2?? b3 35.Tf4 Sd3!
Autsch.
36.Td4 b2 37.Txd3 b1D
Jetzt muss man alle Bauern tauschen, denn Dame gegen Turm habe ich mal gewonnen.
Aber zum Glück ist dies bedeutend einfacher gesagt, als getan. Der einfachste Gewinnplan ist ja bekanntlich das:
&ls_color=(135,250,250)&square_size=25&border_width=5&border_color=(255,255,255))
(Analyse)
Aber am Ende stand es etwa so:
&ls_color=(135,250,250)&square_size=25&border_width=5&border_color=(255,255,255))
(ungefähre Endstellung)
Und die Partie des späteren Viert- gegen den späteren Fünftplatzierten des Mentz-Memorials 2010 endete mit einem leistungsgerechten
Remis.
Nachschlag: Eine umfassende
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Kaffeehausschach - Di, 16. Mrz, 09:30