Schach für Aussteiger

Donnerstag, 22. April 2010

Katzen-Go

Kennt ihr Go? Wenn nicht, dann könnt ihr hier mit Hilfe eines kleinen, unschuldigen Kätzchens einen kleinen Einblick davon gewinnen, worum es im Go geht. (Zumindest wenn es um das Thema Ketten und Freiheiten geht). Aber Achtung: Go ist trotzdem noch ein bisschen komplexer, als das kleine wollige Ding zu fangen, dass sich einem jeden Abend vor dem Kamin auf den Schoß wirft. Viel Spaß!

Donnerstag, 11. Februar 2010

Nachts im Labor

Da unsere liebe Professorin einen kleinen Small Talk bei der Weihnachtsfeier dazu genutzt hatte, uns (unter anderem mir) noch mehr Arbeit aufzubürden ("Macht doch bitte noch dies und das!"), wurde auf diese Weise mein Vorhaben, das Praktikum doch noch vor dem Nord-West-Cup in Bad Zwischenahn (Das wird übrigens der SCHACH-Fortsetzungsroman mit Epishin, Nyzhnik & Co.), sowie vor meinem Umzug, der jetzt nun doch schon Anfang/Mitte März stattfinden wird, zu beenden, stark gefährdet. Um den Schaden doch noch in Grenzen zu halten, lege ich ein paar Nachtschichten ein. Heute ist meine zweite.

Bild167

Eigentlich gar nicht so ein unangenehmer Job, denn ich muss relativ wenig machen und habe recht viel (am Computer sowie bis etwa 4 Uhr morgens auch am Handy zu nutzende) Wartezeit.
Etwa um 23 Uhr ist immer das traditionelle Midnight-Dinner mit Doktorand Wladimir, wo es heute Thai-Suppe, Cherry-Tomaten, Salami, Brezeln und Bier gab (für mich). Wladimir kocht sich auf dem Herd im Seminarraum eine Portion Reis, den er mit Forellenfilet, ukrainischem Dosengemüse und Pilzen garniert. Oder er schmiert sich Brote mit Margarine, Schinkenpastete und Käse. Oder was ganz anderes. Immerhin verbringt der Junge hier fast jede Nacht im Labor, zum Ende hin meist schlafend auf der Couch im Seminarraum (wie er mir erklärte, verlor er zuerst die Scheu vor der Raumpflegerin, die gewöhnlich um 7:30 morgens da ist, danach langsam auch selbige vor den allmählich ab 8 eintrudelnden Kollegen, die meist bis 10- halb 11 die Couch nicht nutzen können und aus Rücksicht vor dem Schlafenden gezwungen sind, sich in halber Lautstärke zu unterhalten. Das nur am Rande.)

Sonst sind wir ganz alleine im Gebäude. Der lange Flur wirkt schon irgendwie gespenstisch.

Bild168

Leider sind kleine nächtliche Spaziergänge unmöglich. Ich habe keinen Schlüssel und komme beim Verlassen des Gebäudes nicht wieder hinein. Naja, Schicksal. In dieser Nacht kann ich mit der Problematik schon viel besser umgehen, als bei meinem ersten Versuch, wo das halbe Eingesperrtsein (zudem war nicht einmal Wladimir da) panikähnliche Reflexe auslöste.

Insgesamt kann man sich aber gar nicht so sehr über die Lage beklagen, außer:
  • der merkwürdigen Gewohnheit des Hausmeisters, nachts die Beheizung der Labore weitestgehend einzustellen (Brrr!)
  • der überaus hohen Essiggeruchbelastung der Laborluft, wofür sich mein Labornachbar verantwortlich zeichnet. Das ist übrigens ein weiterer Grund, warum ich mittlerweile tendiere, auf die Nacht auszuweichen. Da wird es etwas weniger. Seit den Zeiten im russischen Kindergarten, als uns allen bei einer Läuseepidemie die Haare kahlgeschoren und die Kopfhaut mit einer widerlichen Essigessenz eingerieben wurde, an die das Zeug im Karlsruher Labor doch recht stark erinnert, reagiere ich höchst ungehalten auf den entsprechenden Geruch.
  • der trotz des Einsatzes von Red Bull massenweise verlorenen (Colorado)-Partien und Schachserver-ELO-Punkten
  • und zu (guter?) Letzt natürlich der Abwesenheit der einen oder anderen Bloguserin ;-)
Naja. Um kurz nach 7 geht die letzte Probe in die Maschine und dann bin ich erstmal weg hier. Noch 50 Minuten.

Dienstag, 10. November 2009

Genial!

Hurra! Ich habe meine Lebensmission gefunden. Ich werde Chesster-Profi. Jetzt fragt ihr euch vermutlich, was Chesster ist? Ganz einfach:

chester

Jawoll, ein kleines, exquisites 5x7-Schach mit jeder Figur einmal vertreten. (Der König ist der Typ mit den drei Zacken, seine Dame steht daneben).
Ich habe jetzt ein paar Partien gespielt (an die 10, leider waren die meisten Gegner keine richtigen Winning Player). Was gibt es hier für Unterschiede zum normalen Schach?
  • Es gibt kein en passant, das hätte mich auch fast eine Partie gekostet.
  • Rochade: König c1-b1 (c7-b7), Ta1-c1(a7-c7). Sorgt oft für Irritation und ist nicht besonders oft nötig.
  • Chesster kennt keine ungleichfarbigen/ falschen Läufer!...
  • ...und leider auch keinen Zugzwang. Wer nicht ziehen will, der zieht nicht, und wartet, bis die Zuguhr abgelaufen ist. Dann ist wieder der Gegner dran. Geht aber nur einmal, danach ist doch verloren.
  • Die FIDC (Federation International De Chesster) ist genau so fortschrittlich, wie die FIDE und hat ebenfalls Increment eingeführt. Gibt's aber nur fürs Schlagen von Figuren, so dass die Zeit doch begrenzt ist. Finde ich sehr interessant.
  • Achso, die Umwandlung ist allerdings nur in eine Dame möglich, was natürlich besonders die Frage nach einem möglichen Patt aufwirft, die ich noch nicht geklärt habe. Oder die Frage, was passiert, wenn plötzlich doch mal ein weißfeldriger Läufer auf der Bühne erscheint. Dieser könnte aber mit 17 Feldern ein Feld weniger betreten, als seine natürlichen Collegas.
Wem zu dem Thema noch etwas einfällt, der darf sich gerne melden. Genauso zu der Frage, welcher Zug am Anfang der beste ist. Ich habe bisher immer mit 1.c4 oder 1.d3 eröffnet. Schwarz hat man hier selten, denn zur Farbwahl muss man in einer vorgegebenen Random-Stellung schneller ein Schach finden als der Gegner. Durch eine Bullet-Erfahrung von etwa 13000 Partien ist mir das in den meisten Fällen gelungen ;-).

chester3

Das war noch eine der knapperen Geschichten. Ob Schwarz da trotz seiner Minusfigur nach dem Damentausch nicht ganz gut eine
Festung bauen kann?

Achja, wo es den Spaß gibt? www.king.com. Im Prinzip so eine Kinderseite, wo man mit entsprechender Werbung zugespammt wird. Wer sich das aber trotzdem auch antun will: Viel Spaß, psammo ist mein Nick!

P.S. (21:23) So, womit auch das letzte Rätsel geklärt wäre. Patt=Matt. Erleichtert die Gewinnführung bei Dame gegen Turm relativ stark. Ich fühle mich gerade aber trotz meiner ersten verlorenen Partie (Der Gegner war aus Holland und spielt auch normales Schach ;-)) trotzdem als moralischer Sieger!

Dienstag, 23. Juni 2009

Wochenende (von Till Wippermann)

Wochenende: das unbekannte Wesen. Der (Semi-)Profi weiß genau, was zu tun ist, wenn gerade kein Werktag ist. Hinaus in die Welt! Hecheln von einem Turnier zum nächsten, von Mannschaftskampf zu Kadertraining. Zwischendurch schnell ins Internet. Dann in die Bahn und ab nach Hause. Bald ist wieder Samstag.
Was aber macht der Schachrentner eigentlich am Wochenende? Dieser Frage muss ich mich plötzlich und unvorbereitet stellen. Da gerade kein Turnier vor meiner Haustür statt findet (oder vor der Haustür von schon lang nicht mehr besuchten Freunden/Verwandten), muss ich irgendwie sehen, was man eigentlich mit so einem Wochenende tun kann. Fußball-Bundesliga ist ja auch gerade irgendwie nicht, hmm... Ich sollte wohl fürs Studium lernen. Oder die Wohnung putzen. Wär' ja mal 'ne Maßnahme.
Hier also mein Wochenendproktokoll.
Samstag, 0.16 Uhr:
Kann nicht schlafen. Was tun? Fernsehen will ich nicht. Ich schnappe mir ein Buch: V. S. Naipaul, Briefe zwischen Vater und Sohn. Mal sehen.
2.11 Uhr:
Liest sich nicht schlecht. Aber es wird spät. Heute Morgen will ich noch laufen gehen, dann einkaufen, dann... ähm... frei haben. Oder so. Also, nur noch ein paar Seiten.
3.24 Uhr:
Das Buch ist schon spannend, irgendwie. Habe schon über die Hälfte durch. Lohnt sich aufhören überhaupt noch? Etwas müde werd' ich ja schon. Na gut, ein Bissl geht noch.
4.49 Uhr:
Draußen wird es allmählich wieder hell. So war es ja nicht gedacht. Aber gut, jetzt ist es auch schon egal. Sind nur noch 60 Seiten.
5.42 Uhr:
Geschafft. Nicht schlecht. Buch zur Seite, ins Bad, dann ins Bett. Trinidad wäre doch auch mal schön als Reiseziel...
10:36 Uhr:
Arrrrgh, diese Sonne! Scheint mir direkt ins Bett. Okay, früher ist mir das öfter passiert, glaube ich. Wann bin ich eigentlich zuletzt so spät aufgestanden? Keine Ahnung...
11:07 Uhr:
Jetzt noch die Schuhe an und dann eine Runde übers Feld. Der letzte Lauf ist auch eine Weile her. Wird es noch gehen?
12:01 Uhr:
Ging doch ganz gut. Jetzt ab unter die Dusche und frühstücken.
13:38 Uhr:
Auch das ausgiebigste Frühstück muss irgendwann aufhören. Es stellt sich natürlich die Frage, was nun? Einkaufen? Ach... erst mal gucken, ob's was Neues im Netz gibt.
17:31 Uhr:
Scheiße, hätte ich doch nie ICC gestartet. Gezockt, gezockt, gezockt... für lausige 5 Ratingpunkte. Jetzt ist aber Schluss! Naja, gucken wir schnell nochmal nach den Partien aus Bazna...
18:41 Uhr:
Eieiei, der Tag ist echt schon wieder fast rum, und... Oje, einkaufen. Jetzt aber mal los.
20:17 Uhr:
Fußball fängt gleich an, das Essen kocht. So soll es sein. Warum ist eigentlich die Küche so versifft? Egal, hab' ja Putzzeug gekauft. Morgen geht es 'ran!
22:55 Uhr:
Spanien ist jetzt Weltrekordhalter. Respekt. Shirov und Ivanchuk haben auch gewonnen. Schauen wir mal, ob es etwas Neues von Ilja gibt...
23:51 Uhr:
Ilja hat sich qualifiziert, Ivanchuk und Shirov haben gewonnen. Da kann man beruhigt schlafen gehen.
Sonntag, 10:13 Uhr:
Die Sonne ist wieder da. Hatten die nicht Regen angekündigt? Es ist auch auf nichts mehr Verlass. Da bleibt nichts Anderes übrig als aufzustehen.
11:40 Uhr:
Okay... putzen? Oder ICC? Putzen wär' echt nötig. Oder ich sortiere endlich meine Vorlesungsmitschriften. Überhaupt ist hier ziemlich Chaos im Zimmer. Besser, ich blitze erst mal ein paar...
13:39 Uhr:
Ja gut, jetzt fängt auch gleich Formel 1 an. Nicht, dass mich das wirklich interessiert. Hat es früher mal. Ich sollte mal schauen, was sich seit letztem Jahr so getan hat.
15:38 Uhr:
Formel 1 ist auch um, was nun? Also gut, es hat ja keinen Zweck... Fangen wir also mit Sortieren an.
16:55 Uhr:
Unterlagen sortiert. Staub gesaugt. Bad geputzt. Naja, nicht das ganze Bad. Das Waschbecken. Immerhin. Zeit für ein Päuschen. Ich könnte ein paar Mails schreiben. Und Bazna läuft schon wieder...
19:48 Uhr:
Bald ist wieder Fußball. Muss schnell mit Kochen anfangen. Leider ansonsten wieder nichts Ordentliches geschafft. Dafür 50 Ratingpunkte ergattert. Papa ruft an.
23:22 Uhr:
Italien ist 'raus. Das ist cool. Aber das Wochenende ist weg und nix geschafft. Und auf Schachzoo gibt es auch nichts Neues. Leider ist dringend wieder eine Kolumne fällig. Aber ohne Schachturniere ist mein Leben irgendwie langweilig geworden. Worüber soll ich nur schreiben?

PS: Nächstes Wochenende ist Badische Blitzmeisterschaft. Gott sei Dank.

Montag, 8. Juni 2009

Reisegedanken (von Till Wippermann)

Reisen ist ein integraler Bestandteil des Lebens als Schachspieler. Ich besitze wie die meisten (Semi- bzw. Möchtegern-)Profis kein eigenes Auto. Das ist auch gut so, denn ich setze mich eher ungern in das Auto eines Schachspielers. Mir scheint die Kombination „Schachmeister + guter Autofahrer“ ähnlich selten wie „Schachmeister + weiblich“. (Logische Rückschlüsse auf die Kombination „guter Autofahrer + weiblich“ sind natürlich aus meiner Aussage nicht abzuleiten.)
Ich weiß nicht genau, warum dem so ist. Vielleicht kann man sich mit dem Stereotyp behelfen, dass Schachspieler des Öfteren einen Mangel an lebenspraktischem und handwerklichem Geschick besitzen und diese Eigenschaften wichtige Voraussetzungen für einen guten Autofahrer darstellen? Klar, hier bewege ich mich auf dünnem Eis, und gebe vorsichtshalber gleich selber zu bedenken, dass eine Website namens „Der Autofahrerzoo“ wahrscheinlich nicht weniger unterhaltsam wäre als diese. Also begnüge ich mich lieber mit der trivialen Feststellung, dass viele Schachspieler, weil sie sich eben kein eigenes Auto leisten können/wollen, die notwendige Übung vermissen lassen.
Entsprechend bin ich meist mit Bahn und Flugzeug auf Schachreise gegangen. Schachspieler pflegen ihre Reisezeit üblicher Weise dafür zu nutzen, sich auf die nächste Partie oder eine neue Eröffnungsvariante vorzubereiten oder die gespielten Partien nachzuarbeiten, und ich stellte keine Ausnahme dar. Doch irgendwann habe ich diese Gewohnheit abgelegt und durch etwas völlig Anderes ersetzt: Schlafen.
Das klingt zunächst harmlos; jeder braucht Schlaf, wo ist das Problem? Nun, wer sich mit Schach beschäftigt, ist nicht in der Lage einzuschlafen. Frauen, Familie, Fußball – Gedanken an solche Dinge lassen einen sanft ins Reich der Träume hinübergleiten. Schach dagegen hält wach. Schach fordert das Gehirn heraus. Wer über Schach nachdenkt, stellt sich ein Problem und sucht nach Lösungen. Schlaf? Ausgeschlossen.
Ich vermute, dass der Widerspruch zwischen Schach und Schlaf um so größer wird, je besser man spielen kann. Starke Spieler brauchen weder Brett noch Licht, um sich einer Stellung zu widmen. Man liegt einfach herum und analysiert. Jeder starke Spieler kennt das: Man hat eine Partie in den Sand gesetzt und wälzt sie wieder und wieder im Kopf herum: Wo habe ich die letzte Chance verpasst? Lag die richtige Fortsetzung nicht auf der Hand? Wie konnte ich nur so versagen…
Vielleicht irre ich mich, aber hier mag der schwache Spieler im Vorteil sein: Wenn das Licht aus ist, hört Schach auf.
Ich habe auf meinen Reisen jedenfalls gelernt, Schach auszublenden. Weder das Dröhnen und Zittern einer Propellermaschine noch das Schreien eines Babys in der nächsten Sitzreihe kann mich dann stören – ich denke an etwas Schönes und döse gemütlich ein. Und als ich erst einmal gelernt hatte, Schach bewusst auszuschalten, habe ich gemerkt, wie angenehm diese Momente sind. Dass Schach gar nicht so wichtig ist. Im Gegenteil, ich stellte fest, dass man sich viel besser fühlt, wenn man mit einem guten Buch einschläft statt mit einer ewigen Serie von Internet-Blitzpartien.
Vielleicht ist dieser Sinneswandel Ausdruck von Bequemlichkeit und fehlender Bereitschaft, sich mit Problemen auseinander zu setzen. Vielleicht wird mir der tägliche Kampf mit den 32 tückischen Klötzchen irgendwann fehlen. Aber vorerst habe ich mich mal für gesunde Nachtruhe entschieden.*

* Nicht nur wegen der passenden Textzeile „An empty head when I go to bed is all I ever need“ ist es mir ein Bedürfnis, auf „The Angel Song“ von Ezio aufmerksam zu machen: http://www.youtube.com/watch?v=wYEq7Tx5CaY

Donnerstag, 14. Mai 2009

Schach für Aussteiger (von Till Wippermann)

Wie bist Du eigentlich in den Schachzoo gekommen? Nein, ich meine nicht diese Website. Ich meine, wie bist Du in den großen Schachzoo, in die überaus bunte Welt der Klötzchenschieber gekommen?
Vermutlich ging es Dir wie den Anderen auch. Irgendwann hat Dich dieses Spiel fasziniert. Du hast die Regeln gelernt und wie man mit zwei Türmen matt setzt. Du hast Bücher gelesen oder ein Schachprogramm gekauft. Eines Tages hast Du oder Dein schachlicher Ziehvater* beschlossen, dass Du nun groß genug bist, um auf die große Wiese im Schachzoo zu gehen und mit den anderen Tieren zu spielen. Dort treibst Du Dich nun regelmäßig herum – irgendwo zwischen mächtigen Elefantenbullen, verspielten Seerobben und kleinen Wühlmäusen, und meistens sonntags. Egal, zu welcher Spezies Du Dich zählst, in den Schachzoo kehrst Du immer wieder zurück. Und was diesen Zoo neben der unerschöpflichen Vielfalt der Arten so spannend macht, ist, dass alle Besucher des Zoos gleichzeitig Exponate sind, die von den anderen Besuchern bestaunt werden können.
Ich nehme mal an, dass Du ein glückliches kleines Tierchen oder meinetwegen auch ein mächtiger Platzhirsch bist. Der Gedanke, diesen Zoo für immer zu verlassen, ist Dir vielleicht noch nie gekommen. Warum auch? Hier ist doch Platz für jeden.
Oder gab es doch schon mal Momente des Zweifels? Haben sich die Kameraden aus Deinem Rudel in alle Winde zerstreut? Sagt sich ein selbsterklärtes Alphatier, nachdem es von der vermeintlich leichten Beute aufs Kreuz gelegt und vorgeführt worden ist, vielleicht doch: „Nie wieder?“ Oder weigert sich Deine Partnerin standhaft einzusehen, dass Deine Ausflüge in den Zoo viel wichtiger sind als der Besuch der heiß geliebten Schwiegermama?
Wenn Dir solche Überlegungen nicht fremd sind, dann fühle Dich herzlich willkommen in meiner Kolumne. Aber auch, wenn Du den Schachzoo nicht nur regelmäßig besuchst, sondern geradezu darin wohnst, freue ich mich, dass Du trotzdem mal hier hereinschaust.
Im Gegensatz zum nach eigener Aussage „eher hyper-aktiven“ Gastgeber dieser Seite bin ich - einstmals auch immerhin ehrgeiziger Semi-Profi - mittlerweile ins Lager der Schach-Rentner gewechselt. Als solcher habe ich naturgemäß eine etwas andere Sicht auf das Geschehen im Zoo als Ilja. Und weil ich der Meinung bin, dass auch der Blick aus dem Altenteil interessante Perspektiven bietet, werde ich versuchen, dem geneigten Leser ab und zu einen unterhaltsamen Kontrapunkt zu Iljas jugendlicher Begeisterung anzubieten. Dabei wird es wahrscheinlich um meine kleine und die ganz große Schachwelt gehen, um Persönliches und Politisches, um Neuerungen und Endspielpleiten, und manchmal vielleicht auch um etwas ganz Anderes. Kurz gesagt, um alles, was nicht Iljas Zensur zum Opfer fällt. Und weil ich ja hier nur Gast bin, schiebe ich den unangenehmen Teil der Kolumnisten-Rolle auch gleich ab: Kritik und alles Andere bitte nur an Ilja!

*Sollte es statt dessen eine der raren und wertvollen Ziehmütter gewesen sein, hätte ich noch ein paar Fragen: Sieht sie gut aus? Wo wohnt sie? Kann ich ihre Telefonnummer haben?

Schach für Aussteiger

Mein langjähriger Freund, Manager, Trainigs- und Turnierreisepartner Till Wippermann (dem ich außerdem im Grunde meine altsprachliche Ausbildung zu verdanken habe - Grrrr!) wird ab sofort eine Kolumne im Schachzoo übernehmen. Er hat vor kurzer Zeit etwas geschafft, wovon wir alle Schachzoobewohner nicht einmal zu träumen wagen: Den Sprung über den Zaun.
Quasi wie in Platons Höhlengleichnis: Ein Häftling, der es als Erstes geschafft hat, sich umzudrehen und das Licht der Sonne zu erblicken. Jetzt kehrt er zurück, um uns allen von seiner Erleuchtung zu berichten.
Zu seinen Erkenntnissen:

Schachzoo light

Unterwegs über Wälder und Wiesen


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Zuletzt aktualisiert: Sa, 11. Mai, 01:24

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