Eng in Enger
Nach dem Erfolg beim Mindener Sparkassenturnier ging es für uns am Sonntag weiter ins nicht allzu weit entfernt liegende Enger, wo der dortige Verein "Wittekinds Knappen" das 1. Integrationsturnier ausrichtete, mit der Intention, gezielt vereinslose Spieler mit Migrationshintergrund anzusprechen. Diese wurden dann auch entsprechend vom Startgeld befreit und bildeten eine eigene "Rating-Kategorie".
Leider wurde das Angebot nicht in der Form angenommen, wie es die herzliche und reibungslose Organisation erwartet und auch verdient hätte. Von der Startgeldbefreiung profitierten am Ende nur 2 oder 3 Spieler, wobei noch zu erwähnen ist, dass sich unter den (nur) 26 Teilnehmern einige nicht hier geborene Kinder befanden, allerdings eben schon im Verein und mit einer DWZ ausgestattet.
Dass es auch im oberen Teil der Setzliste an "Söhnen" aller Art fehlen würde, war durch den parallel stattfindenden Spieltag der 2.Bundesligen, der Oberligen und auch der meisten untereren Spielklassen in Niedersachsen und wohl auch in NRW selbst, nicht so schwer vorherzusehen. Nicht, dass es diesmal jedoch ungelegen kam, oder so... Um genau zu sein, ohne diese kleine, nützliche Zusatzinfo wäre ich vielleicht selbst gar nicht da;-)

War ich aber doch und musste mich, überraschenderweise an 1 gesetzt, in der ersten Runde unter den Augen des Bügermeisters Klaus Rieke ("Ich habe neulich die Kommunalwahl gewonnen, hier spiele ich nicht mit, weil ich nicht verlieren will!") mit diesem kleinen, unschuldigen Kind auseinandersetzen. Bei 1.e2-e4 musste mir der Bürgermeister noch helfen, die restlichen 6 Züge bis zum Matt fand ich dann selbst. Die nach dem Ende vom Politiker vorgeschlagene "Trainingspartie" stieß bei meinem Gegner allerdings nicht auf große Zustimmung, so dass ich den Jungen dann gehen ließ. Ich habe zwar schon einiges gesehen, aber bei dieser "Partie" fühlte ich mich irgendwie etwas fehl am Platze.
In der vierten Runde nahm mir dann der an 2 gesetze FM Matthias Krallmann mit Slavisch Abtausch recht leicht ein Remis ab. Dabei wollte ich doch eigentlich die Leute mit dem Schneverdingen-Bericht von dieser Eröffnungswahl abschrecken!
Da nach Krallmann zum Drittgesetzen Krüger ersteinmal eine200 150 ELO große Lücke klaffte, sah nun alles nach einem 6,5:6,5 mit anschließendem "Erstrunden-Kinder-Sinnlosigkeits-Vergleich" aus, in dem ich zu diesem Zeitpunkt die deutlich schlechteren Karten zu haben schien. Doch bevor ich richtig anfangen konnte, mich über meine Eröffnungswahl zu ärgern, verlor Krallmann durch einen Turmeinsteller gegen Krüger. Dieser hatte damit zwar 5/5, aber nun konnte ich das Turnier wieder aus eigener Kraft gewinnen, ohne irgendwo an Brett 11 noch vorsagen zu müssen ;-). Optimismus machte sich also breit, aber die Partie gegen Krüger aus Runde 6 fing nicht wirklich vielversprechend an:
Ilja Schneider - Michael Krüger, Enger (6) , 2009

(Pardon für das ungewohnte Diagramm, aber ich war bisher nicht so dreist, mir hier auf der Arbeit Chessbase zu installieren. Außerdem gäben das die Ressourcen dieses Rechners eh nicht her.)
Aaalso. Ich habe die Partie etwas zu zahm angelegt und stehe nun ein wenig unangenehmer. Am Unangenehmsten ist hier schon die Frage, was ich eigentlich tun soll, wenn der Gegner, dem das Remis offensichtlich zum Turniersieg gereicht, Selbiges anbietet?
Es kam aber kein Gebot, sondern 1...Lc4, wonach ich glücklich war, 2.b3 ziehen zu können. Statt eines Rückzuges unternahm mein Gegner nun das nicht direkt schlechte, aber in dieser Situation doch unnötig riskante 2...Td3+ ?! Dabei erhielt er nach 3.Ke2 Txg3+ 4.Kf2! Txc3 5.bxc4 Txc4 zwar eine Position, die Schwarz keinesfalls verlieren muss - guckt euch den Paria auf g2 an!- , verlor aber beim Versuch, meine Bauern zu eliminieren zusehends die Kontrolle und sah sich am Ende mit einem T+5B vs T+L konfrontiert, wo ich die Infanteristen einen nach dem anderen abschießen und schließlich auch mattsetzen konnte.
Da die letzte Runde gegen den Jugendpreissieger Chris Huckebrink (ich bin froh, dass ich ihm damit nicht den Preis verdorben habe!) recht leicht durchging, hat sich die Anfahrt auch an diesem Tage gelohnt.

Nicht aber für meinen treuen Reisebegleiter. Freddy erwies sich, an 5 gesetzt, anscheinend als "overqualificated" für diese Art von Veranstaltungen und wurde mit enttäuschenden 4/7 nur Neunter. Während ich hier also (mit Turnierleiter Seyfettin Kara) den Siegpokal in die Kamera halte, (und dabei anscheinend weiche Knie bekomme!) sieht man Freddy sein fehlendes Wohlbehagen irgendwie an :-)

Jaja, es hat schon Turniere mit weniger Preisgeld und einer höheren Leistungsdichte gegeben. Aber will man das überhaupt? ;-). Ich bitte, diesen Aspekt zusammen mit der Diskussion über die überflüssigen "Söhne" bei der Terminplanung 2010 unbedingt zu beachten.
Mir hat es jedenfalls, besonders wenn man bedenkt, dass es die erste Auflage war, sehr gut gefallen.
Die Turnierseite findet sich hier
Und die Bildergalerie
Und zu guter Letzt die Tabelle
Leider wurde das Angebot nicht in der Form angenommen, wie es die herzliche und reibungslose Organisation erwartet und auch verdient hätte. Von der Startgeldbefreiung profitierten am Ende nur 2 oder 3 Spieler, wobei noch zu erwähnen ist, dass sich unter den (nur) 26 Teilnehmern einige nicht hier geborene Kinder befanden, allerdings eben schon im Verein und mit einer DWZ ausgestattet.
Dass es auch im oberen Teil der Setzliste an "Söhnen" aller Art fehlen würde, war durch den parallel stattfindenden Spieltag der 2.Bundesligen, der Oberligen und auch der meisten untereren Spielklassen in Niedersachsen und wohl auch in NRW selbst, nicht so schwer vorherzusehen. Nicht, dass es diesmal jedoch ungelegen kam, oder so... Um genau zu sein, ohne diese kleine, nützliche Zusatzinfo wäre ich vielleicht selbst gar nicht da;-)

War ich aber doch und musste mich, überraschenderweise an 1 gesetzt, in der ersten Runde unter den Augen des Bügermeisters Klaus Rieke ("Ich habe neulich die Kommunalwahl gewonnen, hier spiele ich nicht mit, weil ich nicht verlieren will!") mit diesem kleinen, unschuldigen Kind auseinandersetzen. Bei 1.e2-e4 musste mir der Bürgermeister noch helfen, die restlichen 6 Züge bis zum Matt fand ich dann selbst. Die nach dem Ende vom Politiker vorgeschlagene "Trainingspartie" stieß bei meinem Gegner allerdings nicht auf große Zustimmung, so dass ich den Jungen dann gehen ließ. Ich habe zwar schon einiges gesehen, aber bei dieser "Partie" fühlte ich mich irgendwie etwas fehl am Platze.
In der vierten Runde nahm mir dann der an 2 gesetze FM Matthias Krallmann mit Slavisch Abtausch recht leicht ein Remis ab. Dabei wollte ich doch eigentlich die Leute mit dem Schneverdingen-Bericht von dieser Eröffnungswahl abschrecken!
Da nach Krallmann zum Drittgesetzen Krüger ersteinmal eine
Ilja Schneider - Michael Krüger, Enger (6) , 2009

(Pardon für das ungewohnte Diagramm, aber ich war bisher nicht so dreist, mir hier auf der Arbeit Chessbase zu installieren. Außerdem gäben das die Ressourcen dieses Rechners eh nicht her.)
Aaalso. Ich habe die Partie etwas zu zahm angelegt und stehe nun ein wenig unangenehmer. Am Unangenehmsten ist hier schon die Frage, was ich eigentlich tun soll, wenn der Gegner, dem das Remis offensichtlich zum Turniersieg gereicht, Selbiges anbietet?
Es kam aber kein Gebot, sondern 1...Lc4, wonach ich glücklich war, 2.b3 ziehen zu können. Statt eines Rückzuges unternahm mein Gegner nun das nicht direkt schlechte, aber in dieser Situation doch unnötig riskante 2...Td3+ ?! Dabei erhielt er nach 3.Ke2 Txg3+ 4.Kf2! Txc3 5.bxc4 Txc4 zwar eine Position, die Schwarz keinesfalls verlieren muss - guckt euch den Paria auf g2 an!- , verlor aber beim Versuch, meine Bauern zu eliminieren zusehends die Kontrolle und sah sich am Ende mit einem T+5B vs T+L konfrontiert, wo ich die Infanteristen einen nach dem anderen abschießen und schließlich auch mattsetzen konnte.
Da die letzte Runde gegen den Jugendpreissieger Chris Huckebrink (ich bin froh, dass ich ihm damit nicht den Preis verdorben habe!) recht leicht durchging, hat sich die Anfahrt auch an diesem Tage gelohnt.

Nicht aber für meinen treuen Reisebegleiter. Freddy erwies sich, an 5 gesetzt, anscheinend als "overqualificated" für diese Art von Veranstaltungen und wurde mit enttäuschenden 4/7 nur Neunter. Während ich hier also (mit Turnierleiter Seyfettin Kara) den Siegpokal in die Kamera halte, (und dabei anscheinend weiche Knie bekomme!) sieht man Freddy sein fehlendes Wohlbehagen irgendwie an :-)

Jaja, es hat schon Turniere mit weniger Preisgeld und einer höheren Leistungsdichte gegeben. Aber will man das überhaupt? ;-). Ich bitte, diesen Aspekt zusammen mit der Diskussion über die überflüssigen "Söhne" bei der Terminplanung 2010 unbedingt zu beachten.
Mir hat es jedenfalls, besonders wenn man bedenkt, dass es die erste Auflage war, sehr gut gefallen.
Die Turnierseite findet sich hier
Und die Bildergalerie
Und zu guter Letzt die Tabelle
Kaffeehausschach - Do, 3. Dez, 13:29






























