Aus dem Darkroom im ICE
... kommen wir wieder etwas mehr zum Thema dieser Seite, dem Schach und starten dabei mit einer kleinen Sensation:
Schachfreunde Berlin 7:1 Sportfreunde Katernberg
Nach meiner Recherche ist es zwar nicht der höchste Sieg der Berliner in der Zeit meiner aktiven Beteiligung, aber das letztmalige 7:1 gegen den Absteiger SC Leipzig Gohlis aus dem Jahre 2006 ist nicht unbedingt so hoch einzuschätzen, wie der Sieg vom Samstag.
Katernberg trat zwar nicht unbedingt mit der allerbesten Aufstellung an (so fehlte etwa der überaus wertvolle Heimkehrer Volokitin), war aber trotzdem mit geschätzen 60-70 Punken pro Begegnung Favorit. Nach etwa zwei Stunden ergab aber eine Sichtung der Kampfarena, dass die Berliner in sämtlichen Partien kleine und große Vorteile hatten. Nur nicht an meinem. Nachdem ich gegen meinen etwas indisponiert spielenden Gegner GM Igor Glek eine Chance nach der anderen vergeben hatte (das Grausamste war natürlich 14.a3?, statt etwa 14.f3! mit schon fast +-,) musste ich meinen Trompowsky wieder von Neuem gewinnen.
So gelang dieses Vorhaben aber:
Ilja Schneider - Igor Glek

&ls_color=(135,250,250)&square_size=42&border_width=5&border_color=(255,255,255))
Glek hatte keine Zeit mehr und gerade seine Dame nach g5 von a5 gezogen um Spiel gegen meinen König zu erhalten. Das Gleiche hatte ich auch mit ihm vor und zog 24.Da4+. Nun wäre 24...Kc7! deutlich am Genausten, denn 25.Sxe6+ wäre dann einfach sehr schlecht. Aber wer will in Zeitnot schon in so ein Schach? Kam also 24...Kc8? und dann 25.Dc2 (muss ja). Diese Stellung ist gerade noch remis, aber Schwarz muss schon aufpassen. Das Ziel erreicht er noch mittels 24...Dh4 25.Dxe4 Lh3!
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Mein Turm könnte nicht ziehen (26.Tf3?? Lg2+ mit Verlust der Dame) und Dauerschach nach 26.De5 Lxf1 27.Df5+ wäre die Folge.
Es kam aber 24...Lg4? 25. Dxe4 Lf5?! 26. Dd5 und nun war seine einzige aber unauffindbare Rettung das unglaubliche
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27...h6!! mit nur einigem weißen Vorteil.
In der Partie verlor Glek aber sehr schnell nach 27...Td8?? 28.Dc5+ Kd7 29.Sg2! Tg8 30.Dd5+. So schnell kann es gehen.
Das war dann etwa das 2,5:0,5 oder so, mittlerweile hatte unser wiedererstarkte Martin Krämer mit dem neuen Deutschen Blitzmeister Klaus Bischoff schon lange mit Schwarz kurzen Prozess gemacht. In diesem Stil ging es dann auch munter weiter: Mikael Agopov schlug mit Weiß Matthias Thesing, von dem man wirklich nicht behaupten konnte, es sei sein Tag gewesen. Zuerst passierte das:
Mikael Agopov - Matthias Thesing

Matthias Thesing von SF Katernberg hatte samstags wahrlich keinen guten Tag erwischt, aber konnte sich sonntags immerhin mit einer netten Mattkombi gegen Tegels Torsten Sarbok rehabilitieren.
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Mikael hatte gerade 19.a3 gezogen und war nicht am Brett. Plötzlich reklamierte Thesing auf unmöglichen Zug, da er den weißen König auf g1 im Schach vermutete. Und das, obwohl der Monarch schon seit dem 10. Zug sicher in der Ecke verweilte, und die schwarze Lady auch nicht erst seit gestern auf c5 stand. Es wurde der Schiri gerufen, die Uhr wurde angehalten. Die Zuschauer scharten sich in Massen um das Brett, so dass Mikael der gerade den Raum betrat, gedacht haben muss, an seinem Brett gäbe es was umsonst. Jedenfalls ergab sich nach einer kurzen Diskussion die Unsachlichkeit der Reklamation und die Partie wurde mit einem im Kopf hochroten Thesing (dem es vermutlich etwas peinlich war, und der sich natürlich bei seinem Gegner entschuldigte) wieder aufgenommen. SIEHE VERSION VON MATTHIAS THESING IN DEN KOMMENTAREN! Mikael gewann dann alsbald, nachdem Schwarz sich veropfert hatte (manchmal kann man den Springer auf g4 eben doch nehmen, ohne Matt zu gehen!) aber die Leiden von Thesing waren damit noch nicht beendet. Einer seiner Ohrstöpsel, mit den er regelmäßig zu spielen pflegt, war während der Partie zu weit in die Tiefen des Hörorgans gerutscht und konnte ohne fremde Hilfe nicht wieder entfernt werden. Mannschaftsführer "Doktor" Ulrich Geilmann war aber schnell zur Stelle, wie er auch in seinem lesenswerten, fairen Bericht aus der Sicht der Unterlegenen Katernberger beschreibt.
Auch die meisten anderen Partien (bemerkenswert unter anderem der glatte Sieg von Arnd Lauber gegen Viktor Chuchelov) sahen Berliner in Führung, und nach etwas mehr als 6 Stunden Spiel war der unerhoffte Kantersieg in der Tasche.
Über das Sonntagsmatch gegen die Mülheimer wird es in Bälde gehen, konzentrierte schachliche Substanz ist wie immer in meiner Bundesligaecke zu erwarten, die ebenfalls Ende der Woche aufgefrischt werden wird.
Jetzt ist nämlich hier (im Labor) die letzte Messung zu Ende und ich kann nach Hause gehen ;-)
Glek (cbv, 7 KB)
Glek1 (pgn, 7 KB)
(Hier ist die gesamte Partie recht ausführlich kommentiert!)
Schachfreunde Berlin 7:1 Sportfreunde Katernberg
Nach meiner Recherche ist es zwar nicht der höchste Sieg der Berliner in der Zeit meiner aktiven Beteiligung, aber das letztmalige 7:1 gegen den Absteiger SC Leipzig Gohlis aus dem Jahre 2006 ist nicht unbedingt so hoch einzuschätzen, wie der Sieg vom Samstag.
Katernberg trat zwar nicht unbedingt mit der allerbesten Aufstellung an (so fehlte etwa der überaus wertvolle Heimkehrer Volokitin), war aber trotzdem mit geschätzen 60-70 Punken pro Begegnung Favorit. Nach etwa zwei Stunden ergab aber eine Sichtung der Kampfarena, dass die Berliner in sämtlichen Partien kleine und große Vorteile hatten. Nur nicht an meinem. Nachdem ich gegen meinen etwas indisponiert spielenden Gegner GM Igor Glek eine Chance nach der anderen vergeben hatte (das Grausamste war natürlich 14.a3?, statt etwa 14.f3! mit schon fast +-,) musste ich meinen Trompowsky wieder von Neuem gewinnen.
So gelang dieses Vorhaben aber:
Ilja Schneider - Igor Glek

Glek hatte keine Zeit mehr und gerade seine Dame nach g5 von a5 gezogen um Spiel gegen meinen König zu erhalten. Das Gleiche hatte ich auch mit ihm vor und zog 24.Da4+. Nun wäre 24...Kc7! deutlich am Genausten, denn 25.Sxe6+ wäre dann einfach sehr schlecht. Aber wer will in Zeitnot schon in so ein Schach? Kam also 24...Kc8? und dann 25.Dc2 (muss ja). Diese Stellung ist gerade noch remis, aber Schwarz muss schon aufpassen. Das Ziel erreicht er noch mittels 24...Dh4 25.Dxe4 Lh3!
Mein Turm könnte nicht ziehen (26.Tf3?? Lg2+ mit Verlust der Dame) und Dauerschach nach 26.De5 Lxf1 27.Df5+ wäre die Folge.
Es kam aber 24...Lg4? 25. Dxe4 Lf5?! 26. Dd5 und nun war seine einzige aber unauffindbare Rettung das unglaubliche
27...h6!! mit nur einigem weißen Vorteil.
In der Partie verlor Glek aber sehr schnell nach 27...Td8?? 28.Dc5+ Kd7 29.Sg2! Tg8 30.Dd5+. So schnell kann es gehen.
Das war dann etwa das 2,5:0,5 oder so, mittlerweile hatte unser wiedererstarkte Martin Krämer mit dem neuen Deutschen Blitzmeister Klaus Bischoff schon lange mit Schwarz kurzen Prozess gemacht. In diesem Stil ging es dann auch munter weiter: Mikael Agopov schlug mit Weiß Matthias Thesing, von dem man wirklich nicht behaupten konnte, es sei sein Tag gewesen. Zuerst passierte das:
Mikael Agopov - Matthias Thesing

Matthias Thesing von SF Katernberg hatte samstags wahrlich keinen guten Tag erwischt, aber konnte sich sonntags immerhin mit einer netten Mattkombi gegen Tegels Torsten Sarbok rehabilitieren.
Auch die meisten anderen Partien (bemerkenswert unter anderem der glatte Sieg von Arnd Lauber gegen Viktor Chuchelov) sahen Berliner in Führung, und nach etwas mehr als 6 Stunden Spiel war der unerhoffte Kantersieg in der Tasche.
Über das Sonntagsmatch gegen die Mülheimer wird es in Bälde gehen, konzentrierte schachliche Substanz ist wie immer in meiner Bundesligaecke zu erwarten, die ebenfalls Ende der Woche aufgefrischt werden wird.
Jetzt ist nämlich hier (im Labor) die letzte Messung zu Ende und ich kann nach Hause gehen ;-)
Glek (cbv, 7 KB)
Glek1 (pgn, 7 KB)
(Hier ist die gesamte Partie recht ausführlich kommentiert!)
Kaffeehausschach - Di, 15. Dez, 11:29
Umumba (Gast) - Do, 17. Dez, 01:00
Das 7:1 ist der höchste Sieg, daran ändert das Vorhandensein eines gleichwertigen Ergebnisses gar nichts. Beide Resultate sind dann gleichberechtigt als höchster Sieg in der Statistik.
Achja: Die schwarze Dame ging von a5 nach g5,nicht umgekehrt.
Achja: Die schwarze Dame ging von a5 nach g5,nicht umgekehrt.
Kevin (Gast) - Do, 17. Dez, 09:36
Das sah doch...
eigentlich recht gut aus für Weiß auf den ersten Blick. Allerdings bleibt mir die schwarze Variantenwahl (gegen dich jedenfalls) ein Rätsel.
Matthias Thesing (Gast) - Sa, 19. Dez, 21:23
Hallo Ilja,
bevor du Besonderheiten zur Bundesligapartie Agopov-Thesing weiter ungefiltert zum besten gibst, hier mal eine Versions eines Beteiligten. Mikael Agopov schmiss beim Aufstehen, nachdem er seinen Zug ausgeführt hatte, seinen König um,stellte ihn auf das Feld g1 und verließ das Brett. Da ich mir ob der elektronischen Bretter und auch ein bisschen aus Respekt vor dem Gegner unschlüssig war, ob ich den König einfach in seiner Abwesenheit auf das richtige Feld stellen sollte, rief ich den Schiedsrichter. Der schaute sich Mikaels Partieformular an, stellte fest, dass der König demnach eigentlich auf h1 stehen sollte, beförderte ihn dorthin und die Sache war ausgestanden. Ich verstehe ja, dass man als Reporter nach etwas Aufsehen sucht, aber so ist mir die Geschichte doch zu sehr aufgebauscht.
Trotzdem ist dein Blog unterhaltsam.
Matthias
bevor du Besonderheiten zur Bundesligapartie Agopov-Thesing weiter ungefiltert zum besten gibst, hier mal eine Versions eines Beteiligten. Mikael Agopov schmiss beim Aufstehen, nachdem er seinen Zug ausgeführt hatte, seinen König um,stellte ihn auf das Feld g1 und verließ das Brett. Da ich mir ob der elektronischen Bretter und auch ein bisschen aus Respekt vor dem Gegner unschlüssig war, ob ich den König einfach in seiner Abwesenheit auf das richtige Feld stellen sollte, rief ich den Schiedsrichter. Der schaute sich Mikaels Partieformular an, stellte fest, dass der König demnach eigentlich auf h1 stehen sollte, beförderte ihn dorthin und die Sache war ausgestanden. Ich verstehe ja, dass man als Reporter nach etwas Aufsehen sucht, aber so ist mir die Geschichte doch zu sehr aufgebauscht.
Trotzdem ist dein Blog unterhaltsam.
Matthias
Kaffeehausschach - Sa, 19. Dez, 22:29
Pardon!
Tut mir leid Matthias,
ich habe die Geschichte im Spielsaal genauso aufgefasst, wie ich diese anschließend geschildert habe. Ich vermute bei so einem offensichtlichen Irrtum wie dem Agopovs hätte ich persönlich einfach den König umgestellt und gut wärs. Jetzt wissen wir aber, wie es wirklich war. Habe ich oben auch berichtigt.
Danke aber für das Lob ;-)
Ilja
ich habe die Geschichte im Spielsaal genauso aufgefasst, wie ich diese anschließend geschildert habe. Ich vermute bei so einem offensichtlichen Irrtum wie dem Agopovs hätte ich persönlich einfach den König umgestellt und gut wärs. Jetzt wissen wir aber, wie es wirklich war. Habe ich oben auch berichtigt.
Danke aber für das Lob ;-)
Ilja





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