Sutovsky - Svidler
Auf Nachfrage zu meinem letzten Beitrag die von mir bisher in der Tat übersehene und in der Tat durchaus hübsche Partie Svidler - Sutovsky aus dem Match Israel - Russland. Auf den ersten Blick lange Zeit ein scharfer Kampf, mit dem glücklicheren Ende für Peter Svidler, aber wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass die Partie vermutlich zu großem Teil Frucht der russischen Vorbereitungsarbeit war. Die Neuerung ...Lxc5! kam im 17.Zug und Sutovsky, der offensichtlich nicht den besten Tag erwischt hatte, beging in den Zügen 19, 20 und 21 drei Fehler steigender Gewichtung, was schnell zu einer Katastrophe führte. Die Partie, besonders die Neuerung und das blutige Ende sind zwar in gewissem Sinne schön, aber in Wirklichkeit scheint mir, Weiß hat sich einfach nicht wirklich gewehrt.
Sutovsky,Emil - Svidler,Peter
17.ETCC 2009 Novi Sad, Serbia (5.2), 26.10.2009

15...Sd5 Diese scharfe Caro-Kann-Variante stellt den recht seltenen Fall dar, dass beide Parteien auf einen Königsangriff am gleichen Flügel aus sind. Schwarz hat zwar mittlerweile das Rochaderecht eingebüßt, aber dafür musste sich die weiße Dame an den Brettrand verkriechen und die Schwächung der langen Diagonale mit g3 steht an. In einigen Fällen stürmt Schwarz hier sogar mit seinen Königsflügelbauern los und bedrängt die Dame. Ohne jede Erfahrung bin ich hier gern Schwarz. 16.g3 c5 17.dxc5 Lxc5! Eine konzeptionell interessante Neuerung statt der beiden vorher praktizierten Zurückschlagungsarten. Schwarz überlässt dem weißen Springer das Angriffsfeld e5, allerdings nicht ohne Preis - der Bauer f2 ist gefesselt und für Weiß steigt die Wahrscheinlichkeit, mattgesetzt zu werden. Der schwarze Springer geht freiwillg nach f6 zurück, um selbst ein paar Felder zu decken und die lange Diagonale a8-h1 zu räumen. 18.Se5 Sf6 19.Tae1?! Mindestens ungenau. Sutovsky, dem gerade ein Vorpostenspringer auf e5 zugestanden wurde, will sich weiter im Angriffsstile aufbauen, unterschätzt aber die Bedeutung der nun offenen d-Linie. Ab hier kann von einem weißen Vorteil keinerlei Rede mehr sein. [19.Tad1 ist nicht so sehr auf ein Opfer auf e6/f7 aus, sondern hält sich offen, mittels Ld3-e2-f3 den Druck abzubauen. Wer weiß, vielleicht bliebe nach einer solchen Operation im Erfolgsfalle noch ein kleines Stückchen weißer Vorteil haften?] 19...Td8

Weiß ist voll mobilisiert, aber wie die Stellung verstärken? Schwer. Nützliche Bauernzüge sind keinerlei in Sicht. Das beste wäre Dh4, womit die Dame langsam wieder aus dem Versteck kriecht und den Druck auf den Sf6 verstärkt. Sutovsky muss bei seinem impulsiven Zug etwas Böses übersehen haben. 20.Lg6? [20.Dh4! um nach dem unzweideutigen 20...La8?! 21.Td1 Db7? 22.Le4 den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ist besser. Man beachte die Dame auf h4.] Nun will Weiß direkt auf f7 ein Massaker anrichten, aber Svidler bleibt total cool. Ich würde gerne wissen, wie lange er an dieser Stelle nachgedacht hat.
20...La8! und das Nehmen auf f7 verliert nach 21...Db7 einfach auf der Stelle. Statt des noch rettenden 21.Td1 verfällt Sutovsky in Panik: 21.Lh5?? Gibt mir nichts, dir nichts den wichtigsten Verteidiger ab und beschwört ein Blutbad auf g2 oder h1 herauf. [21.Td1 Txd1 (21...Ke7 22.Lh5 Txd1 23.Lxd1 Td8 24.Lf3 Ld6 25.Lxa8 Lxe5 26.Lxe5 Dxe5 27.Dg2 Kf8 ist sicherer und auch sehr gut für Schwarz.) 22.Txd1 Db7 23.Td8+ (23.Kf1 fxg6!–+) 23...Ke7 24.Txa8 Txa8 25.Lxf7 Dd5 mit schwarzem Vorteil aber noch gewisser Hoffnung.] 21...Sxh5 22.Dxh5 Db7 23.Te4

23...Kg8! Nun will er einfach den e4 nehmen. 24.Tfe1 Td2 Wie in einer Blitzpartie. 25.Sd3 f5 Weiß ist total gelähmt. [25...Txd3! Die Beseitigung dieses Verteidigers führte noch stringenter zum Sieg. 26.De5 (26.cxd3 f5) 26...Ld4! 27.Lxd4 Txd4 28.Dxd4 f5–+] 26.Sf4 fxe4 27.De8+ Lf8 28.Sg6 [28.La3 e3 29.f3 Td8! lenkt die weiße Dame von e6 ab. 30.Dxd8 Dxf3 und so weiter.]

28...e3 29.Dxf8+ Kh7 30.Dxh8+ Kxg6 31.f3 Tg2+ 32.Kh1

32...Te2! [32...Dxf3 33.Dxg7+ Kh5 gewann auch.. irgendwann kommt das tödliche Abzugsschach.] 33.Tf1 Dxf3+! 0–1
Sutovsky,Emil - Svidler,Peter
17.ETCC 2009 Novi Sad, Serbia (5.2), 26.10.2009

15...Sd5 Diese scharfe Caro-Kann-Variante stellt den recht seltenen Fall dar, dass beide Parteien auf einen Königsangriff am gleichen Flügel aus sind. Schwarz hat zwar mittlerweile das Rochaderecht eingebüßt, aber dafür musste sich die weiße Dame an den Brettrand verkriechen und die Schwächung der langen Diagonale mit g3 steht an. In einigen Fällen stürmt Schwarz hier sogar mit seinen Königsflügelbauern los und bedrängt die Dame. Ohne jede Erfahrung bin ich hier gern Schwarz. 16.g3 c5 17.dxc5 Lxc5! Eine konzeptionell interessante Neuerung statt der beiden vorher praktizierten Zurückschlagungsarten. Schwarz überlässt dem weißen Springer das Angriffsfeld e5, allerdings nicht ohne Preis - der Bauer f2 ist gefesselt und für Weiß steigt die Wahrscheinlichkeit, mattgesetzt zu werden. Der schwarze Springer geht freiwillg nach f6 zurück, um selbst ein paar Felder zu decken und die lange Diagonale a8-h1 zu räumen. 18.Se5 Sf6 19.Tae1?! Mindestens ungenau. Sutovsky, dem gerade ein Vorpostenspringer auf e5 zugestanden wurde, will sich weiter im Angriffsstile aufbauen, unterschätzt aber die Bedeutung der nun offenen d-Linie. Ab hier kann von einem weißen Vorteil keinerlei Rede mehr sein. [19.Tad1 ist nicht so sehr auf ein Opfer auf e6/f7 aus, sondern hält sich offen, mittels Ld3-e2-f3 den Druck abzubauen. Wer weiß, vielleicht bliebe nach einer solchen Operation im Erfolgsfalle noch ein kleines Stückchen weißer Vorteil haften?] 19...Td8

Weiß ist voll mobilisiert, aber wie die Stellung verstärken? Schwer. Nützliche Bauernzüge sind keinerlei in Sicht. Das beste wäre Dh4, womit die Dame langsam wieder aus dem Versteck kriecht und den Druck auf den Sf6 verstärkt. Sutovsky muss bei seinem impulsiven Zug etwas Böses übersehen haben. 20.Lg6? [20.Dh4! um nach dem unzweideutigen 20...La8?! 21.Td1 Db7? 22.Le4 den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ist besser. Man beachte die Dame auf h4.] Nun will Weiß direkt auf f7 ein Massaker anrichten, aber Svidler bleibt total cool. Ich würde gerne wissen, wie lange er an dieser Stelle nachgedacht hat.
20...La8! und das Nehmen auf f7 verliert nach 21...Db7 einfach auf der Stelle. Statt des noch rettenden 21.Td1 verfällt Sutovsky in Panik: 21.Lh5?? Gibt mir nichts, dir nichts den wichtigsten Verteidiger ab und beschwört ein Blutbad auf g2 oder h1 herauf. [21.Td1 Txd1 (21...Ke7 22.Lh5 Txd1 23.Lxd1 Td8 24.Lf3 Ld6 25.Lxa8 Lxe5 26.Lxe5 Dxe5 27.Dg2 Kf8 ist sicherer und auch sehr gut für Schwarz.) 22.Txd1 Db7 23.Td8+ (23.Kf1 fxg6!–+) 23...Ke7 24.Txa8 Txa8 25.Lxf7 Dd5 mit schwarzem Vorteil aber noch gewisser Hoffnung.] 21...Sxh5 22.Dxh5 Db7 23.Te4

23...Kg8! Nun will er einfach den e4 nehmen. 24.Tfe1 Td2 Wie in einer Blitzpartie. 25.Sd3 f5 Weiß ist total gelähmt. [25...Txd3! Die Beseitigung dieses Verteidigers führte noch stringenter zum Sieg. 26.De5 (26.cxd3 f5) 26...Ld4! 27.Lxd4 Txd4 28.Dxd4 f5–+] 26.Sf4 fxe4 27.De8+ Lf8 28.Sg6 [28.La3 e3 29.f3 Td8! lenkt die weiße Dame von e6 ab. 30.Dxd8 Dxf3 und so weiter.]

28...e3 29.Dxf8+ Kh7 30.Dxh8+ Kxg6 31.f3 Tg2+ 32.Kh1

32...Te2! [32...Dxf3 33.Dxg7+ Kh5 gewann auch.. irgendwann kommt das tödliche Abzugsschach.] 33.Tf1 Dxf3+! 0–1
Kaffeehausschach - Mi, 28. Okt, 16:54


















