Dekadenz
Gerade ist mir unter der Dusche eine interessante Einsicht gekommen. Sie schlug ein, wie ein Blitz.
Dass Ilja S. absolut systematisch nicht mit Geld umgehen kann, war schon lange klar. Aber erst jetzt habe ich verstanden, warum das wirklich so ist.
In Iljas Fall ist die notwendige Selbstüberwindung, bei zu Neige gehendem Geldvorrat sich einfach neues beschaffen zu fahren (Jäger und Sammler!) weitaus geringer, als bei dem Angestellten Otto Normalverbraucher. Er muss sich seine Moneten am Schreibtisch verdienen, Ilja am Schachbrett - klar wer da lieber morgens aus dem Hause geht, oder? Otto ist dafür aber auch ein viel bodenständigerer und sparsamerer Mensch. Er hat Kinder, Familie, seine Arbeit und sein Chef kotzen ihn an und er will ja nicht auch noch Überstunden schieben müssen.
Ob Iljas Verhalten so klug ist, ist eine ganz andere Frage. Er muss ja als Preis für seine Ausgabefreudigkeit schließlich (noch) mehr arbeiten und riskiert dadurch einen ausgeprägten Konflikt mit seinem Inneren Schweinehund. Dieser endet für gewöhnlich damit, dass ihn der Kollege morgens fast oder gar nicht mehr aus dem Bett steigen lässt. Oder, noch schlimmer, sein Gehirn pünktlich zur Zeitnotphase ausknipst. In jeder zweiten wichtigen Partie. Das wäre dann ein ausgeprägter Teufelskreis. Und so leicht ist es ja nicht, sich den luxuriösen Lebensstil abzugewöhnen...
Würde mich mal interessieren, ob sich das skizzierte Phänomen auch auf andere Berufsgruppen übertragen lässt... Ich stelle schon mal eine recht kontroverse These zur Diskussion ins Gehäge:
Pokerspieler, denen man ja durchaus eine gewisse Dekadenz nachsagt, haben in Wirklichkeit einen ausgeprägten Drang zur Sparsamkeit. Liegt es vielleicht daran, dass sie ihre Arbeit nicht als besonders angenehm empfinden?
Dass Ilja S. absolut systematisch nicht mit Geld umgehen kann, war schon lange klar. Aber erst jetzt habe ich verstanden, warum das wirklich so ist.
In Iljas Fall ist die notwendige Selbstüberwindung, bei zu Neige gehendem Geldvorrat sich einfach neues beschaffen zu fahren (Jäger und Sammler!) weitaus geringer, als bei dem Angestellten Otto Normalverbraucher. Er muss sich seine Moneten am Schreibtisch verdienen, Ilja am Schachbrett - klar wer da lieber morgens aus dem Hause geht, oder? Otto ist dafür aber auch ein viel bodenständigerer und sparsamerer Mensch. Er hat Kinder, Familie, seine Arbeit und sein Chef kotzen ihn an und er will ja nicht auch noch Überstunden schieben müssen.
Ob Iljas Verhalten so klug ist, ist eine ganz andere Frage. Er muss ja als Preis für seine Ausgabefreudigkeit schließlich (noch) mehr arbeiten und riskiert dadurch einen ausgeprägten Konflikt mit seinem Inneren Schweinehund. Dieser endet für gewöhnlich damit, dass ihn der Kollege morgens fast oder gar nicht mehr aus dem Bett steigen lässt. Oder, noch schlimmer, sein Gehirn pünktlich zur Zeitnotphase ausknipst. In jeder zweiten wichtigen Partie. Das wäre dann ein ausgeprägter Teufelskreis. Und so leicht ist es ja nicht, sich den luxuriösen Lebensstil abzugewöhnen...
Würde mich mal interessieren, ob sich das skizzierte Phänomen auch auf andere Berufsgruppen übertragen lässt... Ich stelle schon mal eine recht kontroverse These zur Diskussion ins Gehäge:
Pokerspieler, denen man ja durchaus eine gewisse Dekadenz nachsagt, haben in Wirklichkeit einen ausgeprägten Drang zur Sparsamkeit. Liegt es vielleicht daran, dass sie ihre Arbeit nicht als besonders angenehm empfinden?
Kaffeehausschach - Do, 25. Jun, 13:53




