Hat Till doch Recht?
Am Samstag war ich in Ulm beim 4. Georg-Sauter-Gedenkturnier, um meinen Titel vom Vorjahr zu verteidigen. Getreu dem Motto "They never come back" gelang dies erwartungsgemäß nicht, auch wenn ich mich mit zwischenzeitlichen 6,5/7 ganz schön bemühen musste, den Gesamtsieg noch aus der Hand zu geben. Am Ende wurde ich Zweiter hinter FM Dimitry Anistratov, der besonders auch nach dem Verlauf der letzten Runde einiges zu lachen hatte.

Der glückliche Sieger
Das Turnier fand in einer freundschaftlichen, fast schon familiären Atmosphäre unter einer wesentlich größeren Beteiligung als im letzten Jahr statt und hat auch entsprechend großen Spaß gemacht. Auch wenn einige organisatorische Aspekte sicherlich nicht ganz so zu Ende durchdacht waren wie in Linares oder Wijk an Zee. Trotzdem kann ich bereits ankündigen, dass die baldige Turnierkritik bei Stiftung Turniertest größtenteils positiv ausfallen wird.
Mein Turnier begann mit 5/5, dann gab ich gegen den späteren Sieger Anistratov ein etwas ärgerliches Remis ab. In Runde 7 spielte ich gegen den Teilnehmer der DBlitzEM 2008 Rudolf Bräuning, gegen den ich auch dort allergrößte Mühe hatte, eine ziemliche Kaffeehauspartie.
Ilja Schneider - Rudolf Bräuning, Ulm 2009 (7)
(edit 15:30: gönnen wir uns auch die Eröffnungszüge:
1.e4 c5 2.c3 d5 3.exd5 Dxd5 4.Sf3 Sc6 5.Sa3!? Lg4 6.Le2 e5 7.0-0 0-0-0 (riskant) 8.Sc2 e4? 9.Se3 exf3 10.gxf3! Dd7 11.fxg4 )

Weiß steht angenähert auf Gewinn, aber unter anderem durch das stilgemäße 11...Sge7 12.b4?! fing eine Abwärtsbewegung an, die etwa hier kulminierte:

Hier habe ich fast gar nichts mehr. Zu schwach ist das Feld f4. Nachdem Bräuning mir die Gelegenheit zu einem interessanten Qualitätsopfer gab und dann noch 1-2 Fehler beging, stand ich wieder sehr aussichtsreich, wollte dann aber im Stile eines Toreros gewinnen (28.Ld5?) und nach dem nächsten Schnenkelklopfer (29.Le4??) - möge mich BITTE ein Kiebitz berichtigen, wenn das nicht der Partiezug war- hätte er mich ausknipsen können - Wie?

Schwarz am Zug gewinnt.
Hier kann man die Partie herunterladen
Braeuning (pgn, 2 KB)

Rudolf Bräuning mit Partiestellung
Nach dem äußerst glücklichen Sieg verlor ich recht chancenlos gegen den starken FM Ralf Müller, der in der letzten Runde gegen Anistratov erst mit seinem allerletzen Zug des Tages den Partie- und Turniergewinn aus der Hand gab. Immerhin landete er nach einem Schweizer Gambit auf dem dritten Platz.
Tabelle (links bei 4. Georg-Sauter-Turnier klicken!)
Abschließend noch einige Schnappschüsse vom anschließenden Stadtrundgang durch Ulm. Diese Stadt hat einen solch faszinierenden Eindruck bei mir hinterlassen, dass ich mich sogar gefragt habe, ob Till nicht doch irgendwo Recht hat - man kann schöne Städte durchaus auch besuchen, ohne dort Schach zu spielen. Bei solchem Wetter wie heute wäre dies sicherlich keine verkehrte Idee gewesen. Außerdem wäre bis 7 Uhr abends noch die Kirchturmspitze offen gewesen.

Der Münster ist einfach von überall zu sehen ...

...und das obligatorische Photo mit Ilja

einfach schönes Haus, irgendwo in der Altstadt.

durch dieses Tor ...

...gelangt man in dieses Paradies. Etwa 300 m Luftlinie vom Bahnhof, aber die Donau macht an dieser Stelle einen absolut immaculaten Eindruck.

Überall am Donauufer glückliche Menschen, die alle Tills Weisheit beherzigen. Man muss kein Schach spielen, um glücklich zu sein!

Die berühmten Domspatzen habe ich nicht entdeckt. Nur ein paar Enten am Wasserbalkon eines Hauses

Der glückliche Sieger
Das Turnier fand in einer freundschaftlichen, fast schon familiären Atmosphäre unter einer wesentlich größeren Beteiligung als im letzten Jahr statt und hat auch entsprechend großen Spaß gemacht. Auch wenn einige organisatorische Aspekte sicherlich nicht ganz so zu Ende durchdacht waren wie in Linares oder Wijk an Zee. Trotzdem kann ich bereits ankündigen, dass die baldige Turnierkritik bei Stiftung Turniertest größtenteils positiv ausfallen wird.
Mein Turnier begann mit 5/5, dann gab ich gegen den späteren Sieger Anistratov ein etwas ärgerliches Remis ab. In Runde 7 spielte ich gegen den Teilnehmer der DBlitzEM 2008 Rudolf Bräuning, gegen den ich auch dort allergrößte Mühe hatte, eine ziemliche Kaffeehauspartie.
Ilja Schneider - Rudolf Bräuning, Ulm 2009 (7)
(edit 15:30: gönnen wir uns auch die Eröffnungszüge:
1.e4 c5 2.c3 d5 3.exd5 Dxd5 4.Sf3 Sc6 5.Sa3!? Lg4 6.Le2 e5 7.0-0 0-0-0 (riskant) 8.Sc2 e4? 9.Se3 exf3 10.gxf3! Dd7 11.fxg4 )

Weiß steht angenähert auf Gewinn, aber unter anderem durch das stilgemäße 11...Sge7 12.b4?! fing eine Abwärtsbewegung an, die etwa hier kulminierte:

Hier habe ich fast gar nichts mehr. Zu schwach ist das Feld f4. Nachdem Bräuning mir die Gelegenheit zu einem interessanten Qualitätsopfer gab und dann noch 1-2 Fehler beging, stand ich wieder sehr aussichtsreich, wollte dann aber im Stile eines Toreros gewinnen (28.Ld5?) und nach dem nächsten Schnenkelklopfer (29.Le4??) - möge mich BITTE ein Kiebitz berichtigen, wenn das nicht der Partiezug war- hätte er mich ausknipsen können - Wie?

Schwarz am Zug gewinnt.
Hier kann man die Partie herunterladen
Braeuning (pgn, 2 KB)

Rudolf Bräuning mit Partiestellung
Nach dem äußerst glücklichen Sieg verlor ich recht chancenlos gegen den starken FM Ralf Müller, der in der letzten Runde gegen Anistratov erst mit seinem allerletzen Zug des Tages den Partie- und Turniergewinn aus der Hand gab. Immerhin landete er nach einem Schweizer Gambit auf dem dritten Platz.
Tabelle (links bei 4. Georg-Sauter-Turnier klicken!)
Abschließend noch einige Schnappschüsse vom anschließenden Stadtrundgang durch Ulm. Diese Stadt hat einen solch faszinierenden Eindruck bei mir hinterlassen, dass ich mich sogar gefragt habe, ob Till nicht doch irgendwo Recht hat - man kann schöne Städte durchaus auch besuchen, ohne dort Schach zu spielen. Bei solchem Wetter wie heute wäre dies sicherlich keine verkehrte Idee gewesen. Außerdem wäre bis 7 Uhr abends noch die Kirchturmspitze offen gewesen.

Der Münster ist einfach von überall zu sehen ...

...und das obligatorische Photo mit Ilja

einfach schönes Haus, irgendwo in der Altstadt.

durch dieses Tor ...

...gelangt man in dieses Paradies. Etwa 300 m Luftlinie vom Bahnhof, aber die Donau macht an dieser Stelle einen absolut immaculaten Eindruck.

Überall am Donauufer glückliche Menschen, die alle Tills Weisheit beherzigen. Man muss kein Schach spielen, um glücklich zu sein!

Die berühmten Domspatzen habe ich nicht entdeckt. Nur ein paar Enten am Wasserbalkon eines Hauses
Kaffeehausschach - So, 14. Jun, 00:16




