"Doch meistens ist es wie immer...
...alles ist irgendwie grau", ist ein Songtext der Toten Hosen, der ziemlich gut auf den gestrigen Tag und auf das gesamte Crailsheimer Schachturnier zutrifft. Ihr Berichterstatter ("ich bin jung und brauche das Geld...)" der mal wieder nicht die Chuzpe hat, in der letzten Runde entschlossen um den Sieg zu spielen. Teske gegen Gutman (der sich über die mit seinem eigenen System nicht übereinstimmende Auslosung beschwert; diesmal verstand diese allerdings wirklich niemand), die in der letzten Runde den Turniersieg ausspielen. Das bange Schäfchenzählen. Die in vielerlei Hinsicht sehr unflexiblen Organisatoren. Und zu guter (?) Letzt die nur um eine Stunde verspätet stattgefundene Siegerehrung. Grau.

Dieses Bild hat es wohl schon auf vielen Open gegeben
Gewonnen hat allerdings am Ende nach Buchholz gewissermaßen ein Farbklecks dieser Veranstaltung, GM Eckhard Schmittdiel, dem ich mit meinem frühen Remisgebot als erster gratulieren durfte. Er besticht durch sehr schnelles und hochoriginelles Spiel und zerschmetterte mich bei der anschließenden Blitzsession mehrfach in überzeugender Art und Weise. Teske holte ihn noch ein, ich schob mich auf den Dritten vor.
Womit wir beim Schachlichen angelangt wären. Kommen wir noch einmal auf die Seeschlange der 3 Runde zurück, mit der Feststellung, dass Schach eigentlich ein sehr unfaires Spiel ist. Mit Gesang verglichen, trifft der Gegner beinahe keinen einzigen Ton richtig und man selbst macht keine groben Fehler. Es kann sein, dass dies einfach zum Gewinn reicht, es kann aber auch passieren, dass dies alles in einer Stellung kulminiert, in der man eine zehnzügige Kombination finden muss. Schafft man es nicht, darf man wie Sysyphos die ganze Arbeit noch einmal machen.
Oder sieht jemand etwa auf Anhieb, wie man in dieser Stellung den Kamikazeläufer gewinnt, ohne dass ein zu großer Kollateralschaden entsteht?!
Dr. Holger Riedel (2191) - Ilja Schneider (2505), Crailsheim 2009 (3)

Ich sah es nicht, und habe mir im Endeffekt das Nachsitzen eingehandelt.
In der sechsten Runde gelang mir dagegen eine Partie fast wie aus einem Guss. Ich konnte großen Vorteil durch eine Kombination aus einem Springermanöver und Randbauernzügen erreichen, wurde dann aber schläfrig und erlaubte meinem Gegner, meinen gefährlichen Freibauern zu eliminieren, was er zum Glück nicht tat.
Ilja Schneider (2505) - Marcel Hug (2300), Crailsheim 2009 (6)

Hier gewinnt entweder das Quallenopfer 21.Sd5 oder die Verhinderung von 21...Sb4, also 21.Ta4 recht locker. Mein gedankenloses 21.Tad1 erlaubte dagegen das von Hug verpasste 21...Sb4 (er nahm auf e3) und im Endspiel hätte Weiß nur geringen Vorteil.
Hier kann man beide Partien downloaden (cbv, 8 KB)
Oder im PGN-Format: Crailsheim-PGN (pgn, 9 KB)
Einige Impressionen:

Klaus Klundt, sehr aktiver Senior aber leider einer der Pechvögel des Turniers:3,5/4 und Gewinnstellung gegen FM Becking, aber dann eine lange Rochade und enttäuschende 3,5/7

Der Münchener Bald-IM Christian Köpke - durch eine Art Schweizer Gambit extended auf Platz 4. Glückwunsch!

"Lieber will ich hier der Erste sein, als in Rom der Zweite" - Caesar beim Durchqueren eines kleinen gallischen Dorfes oder Ilja bei der Siegerehrung des Blitzturniers

Analyse, bei der der Österreicher Gunnar Schnepp (mit Brille) die Großmeister Schmittdiel und Teske nicht nur durch seine Zugvorschläge zum Verzweifeln gebracht hat. Sein Gegner Christian Kurz kurz vor dem Lachflash.

Spielbedingungen? Sehr gut, leider fanden das auch zahlreiche Fliegen...
Eine ausführlichere Kritik der Veranstalung in allernächster Zeit bei Stiftung Turniertest.
Jetzt muss ich aber gucken, dass ich heute irgendwann noch nach Karlsruhe wegkomme... immer nur Stress.

Dieses Bild hat es wohl schon auf vielen Open gegeben
Gewonnen hat allerdings am Ende nach Buchholz gewissermaßen ein Farbklecks dieser Veranstaltung, GM Eckhard Schmittdiel, dem ich mit meinem frühen Remisgebot als erster gratulieren durfte. Er besticht durch sehr schnelles und hochoriginelles Spiel und zerschmetterte mich bei der anschließenden Blitzsession mehrfach in überzeugender Art und Weise. Teske holte ihn noch ein, ich schob mich auf den Dritten vor.
Womit wir beim Schachlichen angelangt wären. Kommen wir noch einmal auf die Seeschlange der 3 Runde zurück, mit der Feststellung, dass Schach eigentlich ein sehr unfaires Spiel ist. Mit Gesang verglichen, trifft der Gegner beinahe keinen einzigen Ton richtig und man selbst macht keine groben Fehler. Es kann sein, dass dies einfach zum Gewinn reicht, es kann aber auch passieren, dass dies alles in einer Stellung kulminiert, in der man eine zehnzügige Kombination finden muss. Schafft man es nicht, darf man wie Sysyphos die ganze Arbeit noch einmal machen.
Oder sieht jemand etwa auf Anhieb, wie man in dieser Stellung den Kamikazeläufer gewinnt, ohne dass ein zu großer Kollateralschaden entsteht?!
Dr. Holger Riedel (2191) - Ilja Schneider (2505), Crailsheim 2009 (3)

Ich sah es nicht, und habe mir im Endeffekt das Nachsitzen eingehandelt.
In der sechsten Runde gelang mir dagegen eine Partie fast wie aus einem Guss. Ich konnte großen Vorteil durch eine Kombination aus einem Springermanöver und Randbauernzügen erreichen, wurde dann aber schläfrig und erlaubte meinem Gegner, meinen gefährlichen Freibauern zu eliminieren, was er zum Glück nicht tat.
Ilja Schneider (2505) - Marcel Hug (2300), Crailsheim 2009 (6)

Hier gewinnt entweder das Quallenopfer 21.Sd5 oder die Verhinderung von 21...Sb4, also 21.Ta4 recht locker. Mein gedankenloses 21.Tad1 erlaubte dagegen das von Hug verpasste 21...Sb4 (er nahm auf e3) und im Endspiel hätte Weiß nur geringen Vorteil.
Hier kann man beide Partien downloaden (cbv, 8 KB)
Oder im PGN-Format: Crailsheim-PGN (pgn, 9 KB)
Einige Impressionen:

Klaus Klundt, sehr aktiver Senior aber leider einer der Pechvögel des Turniers:3,5/4 und Gewinnstellung gegen FM Becking, aber dann eine lange Rochade und enttäuschende 3,5/7

Der Münchener Bald-IM Christian Köpke - durch eine Art Schweizer Gambit extended auf Platz 4. Glückwunsch!

"Lieber will ich hier der Erste sein, als in Rom der Zweite" - Caesar beim Durchqueren eines kleinen gallischen Dorfes oder Ilja bei der Siegerehrung des Blitzturniers

Analyse, bei der der Österreicher Gunnar Schnepp (mit Brille) die Großmeister Schmittdiel und Teske nicht nur durch seine Zugvorschläge zum Verzweifeln gebracht hat. Sein Gegner Christian Kurz kurz vor dem Lachflash.

Spielbedingungen? Sehr gut, leider fanden das auch zahlreiche Fliegen...
Eine ausführlichere Kritik der Veranstalung in allernächster Zeit bei Stiftung Turniertest.
Jetzt muss ich aber gucken, dass ich heute irgendwann noch nach Karlsruhe wegkomme... immer nur Stress.
Kaffeehausschach - Di, 2. Jun, 10:36




