Donnerstag, 18. März 2010

Ein heikler Kasus

Ein Bekannter schilderte mir gerade auf dem Schachserver eine interessante Begebenheit von seinem letzten Pokalmannschaftskampf. Wie würdet ihr entscheiden?

Mannschaft A-Hausen spielt im Pokal gegen die ELO-mäßig favorisierte Truppe aus B-Stadt. A-Hausen gewinnt Brett 2, B-Stadt gewinnt Brett 3. An Brett 1 hat der für B-Stadt spielende IM 300 DWZ-Punkte mehr, als sein Gegner, muss aber eine Zugwiederholung in Kauf nehmen um nicht in ein leicht, aber deutlich schlechteres Turmendspiel abzurutschen. Mein Bekannter (Brett 4) hat dagegen mit T L B vs T eine absolut gewonnene Stellung.

Der Captain von B-Stadt bietet ein Remis an beiden Brettern an (gereicht A-Hausen ja zum Sensationssieg). Aber mein Collega will weiterspielen und seinen Vorteil verwerten. Dafür kassiert er vom Spieler an Brett 1 ziemliche Schelte, besonders als der IM an Brett 1 von der Zugwiederholung abweicht. Dann bekommt er es aber doch mit der Angst zu tun, geht wieder in die Zugwiederholung rein und besiegelt das Remis. Der Gegner an 4 gibt auf. A-Hausen gewinnt überraschend 2,5:1,5. Aber Brett 4 muss sich schon seit mehreren Tagen für sein egoistisches Verhalten verantworten.

Kann das sein?

Maskottchen Ilja

Wie schon allgemein bekannt ist, begab sich das berüchtigte Hannover-Quintett (diesmal bestehend aus Freddy P., Baron "Bronto" Jörg von M., Alexander I., Patrick L. und meiner Wenigkeit; andere dauerhafte Mitglieder der Gruppierung sind zum Beispiel Semen D. oder der sächsische Henry, die zumindest nach Bremen mit der Bahn angereist sind) auf eine kleine Tournee, die von Hannover über Essen und Bremen zurück nach Hannover führte.

Wer konnte denn diemal nun am meisten zum Wohl der Gruppe beitragen? Eine kurze Analyse zeigt klar und deutlich:

Während sich Alexander zumindest in Essen voll konzentriert zeigte und einen dicken Hauptpreis ergattern konnte (die Leistung in Bremen war allerdings indiskutabel), graste der Baron bequem beide verfügbaren Rating - und der junge Patrick die beiden verfügbaren Jugendpreise ab. Freddy hatte in Essen wahrlich nicht seinen Tag, wurde aber in Bremen sensationell Fünfter. Außerdem war er noch der Fahrer des Wagens und legte für uns alle am Wochenende insgesamt über 700 km zurück. Semen D., unser häufiger (un)beliebter Mitfahrer, kassierte immerhin als 44.Platz noch ein Abo der SCHACH-64.

Und euer Zoodirektor? In Essen Totalausfall in Runde 9, in Bremen saft- und kraftlos, dazu die Blamage in Runde 7. Ergo: Ein (brotloser) sechster und ein magerer vierter Platz. Ich sollte in Zukunft vielleicht aushandeln, alle Preisgelder im Auto zu teilen :-)

Mittwoch, 17. März 2010

En passant aufgeschnappt

Wenn die Gefahr besteht, dass ein gegnerischer Bauer einen Ihrer Bauern schlägt, der noch nicht bewegt wurde, können Sie diesen Bauern um zwei Felder nach vorne ziehen. Damit ist der Bauer jedoch während dieser Runde mehr gefährdet. Bei seinem nächsten Zug kann Ihr Gegner auf das Feld ziehen, auf dem Ihr Bauer steht oder auf das Feld dahinter und den Bauern schlagen. Nach diesem Spielzug ist der Bauer in der Regel wieder gefährdet. Die Bauern beider Spieler können auf diese Weise geschlagen werden.
(Aus der Spielanleitung für Chess Titans für Windows Vista)

Weiß nicht, ob ich wirklich schon alle Fehler gefunden habe.

Dienstag, 16. März 2010

(Nicht ganz) Ohne Worte II

Aktualisiert! Aber vergesst auch nicht Rössels NBMM-Bericht!

Ilja Schneider - Fredrik Polenz, Burkhard-Mentz-Memorial, Bremen 2010 (7)



9...e6 Wie von den Lesern gefordert. 10.Sxd6 Kf8 11.Sxb7 exd5 12.Sxd8 Sxd8 13.Lxd5 Lxc3!+ 14.bxc3 Tc8



Weitere Vorschläge zur Entwicklung des Geschehens?

So, weiter geht das Drama. Wie man sich leicht vorstellen kann, hatte der Weißspieler exakt bei 9.Dd5 seinen Denkapparat unwiderruflich abgeschaltet. Und das wird sich gleich rächen.

15.c4 Se6 16.Le3 Sc5 17.0-0 Sf6 18.a4?! Mit dem Hauch einer aufreizenden Sorglosigkeit gespielt. Freddy ist aber auch niemand, der Furcht kennt, und stürmt nach vorne: 18...Sxd5 19.exd5 Se4 20.a5 (Beide Spieler haben dicke Scheuklappen auf, 20.Ld4 gewinnt bestimmt auf einfache Weise, aber eigentlich will ich es gar nicht so genau wissen...) Txc4 21.axb6 axb6 22.Ta8+ Kg7 23.Lh6+



Freddy schüttelte hier auf seine typische Weise den Kopf, wie er es immer tut, wenn er irgendetwas Wesentliches übersehen hat. Hier ist es aber so, dass sich der Taktiker vom Dienst mit dem Quallengewinn eher keinen Gefallen getan hat. Der c2 fällt auch noch, die schwarzen Figuren stehen aktiv und nur noch der stolze Freibauer auf d5 bewahrt Weiß vor einer schweren technischen Aufgabe.

23...Kxh6 24.Txh8 Txc2.

So, wie war das? Der Freibauer auf d5 ist wichtig? Dann sollten wir ihn doch zuerst mal decken! Oder?

25.Td1?? Hier leuchteten Freddys Augen plötzlich auf. 25...Sc3. Hm. Das hätte man sehen können.



"Was für ein Leben ohne Luftloch?!", sagte einst Siegbert Tarrasch. Langsam geriet ich in Panik.

Nachtrag: Was ist eigentlich mit 26.d6! ? Großer Gott...26.Te1 Sxd5 27.Td8 Sf4 28.Td6 b5 29.Tf6 Mit doppeltem Angriff auf den Sf4 und auf den f7, aber...

29...Sd3 30.Tb1 b4 31.g3 Kg7 32.Tf3




Hier dachte ich, ich bekomme die Sache langsam wieder unter Kontrolle. Doch Freddy begann hier schon zu schmunzeln, was er immer macht, wenn er eine (geniale) Idee hat, und zog nach langen 3-4 Minuten 32...Tc1+? 33.Txc1 Sxc1.

Kommt der Bauer nun durch oder nicht? Freddy wusste es während der Partie nicht so genau, aber behelligte mich später mit der Einsicht:

Ich dachte halt, wenn ich den Bauern verliere, ist es ja immer noch Remis, weil die Bauern sind ja nicht vereinzelt und ich kann sie praktisch gegen den Turm locker zusammenhalten!

Etwas entrüstet musste ich dem guten Mann nach der Partie erklären, dass die Endspieltheoretiker unter uns diese Aussage vermutlich nicht unterschreiben können. Soviel ich weiß, ist T+3 vs S+3 ein elementarer Gewinn.

Trotzdem hätte man ja an meiner Stelle wenigstens versuchen können, den Bauern aufzuhalten (34.Te3! usw.), statt ihn schnurstracks zur Dame laufen zu lassen.

34.Kg2?? b3 35.Tf4 Sd3!



Autsch.

36.Td4 b2 37.Txd3 b1D

Jetzt muss man alle Bauern tauschen, denn Dame gegen Turm habe ich mal gewonnen.

Aber zum Glück ist dies bedeutend einfacher gesagt, als getan. Der einfachste Gewinnplan ist ja bekanntlich das:


(Analyse)


Aber am Ende stand es etwa so:


(ungefähre Endstellung)

Und die Partie des späteren Viert- gegen den späteren Fünftplatzierten des Mentz-Memorials 2010 endete mit einem leistungsgerechten Remis.

Nachschlag: Eine umfassende Bildergalerie aus Bremen

Schnelle Hände, heiße Köpfe (von Rössel)

SANY8461

Nachdem ich einem Blitzturnier (Neumarkt) und einem Langzeitschach-Turnier (Schwäbisch Gmünd) beigewohnt habe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass mir die Stimmung bei ersterem doch besser zusagt. Und natürlich die Länge des Turniers insgesamt. Und der (erlaubte) Geräuschpegel. Und das Hageln der Schläge auf die wehrlosen Zeitrechner.

Also war es für Herrn Schneider nicht allzu schwer, mich als Begleitung zur Norddeutschen Blitzmannschaftsmeisterschaft in Bremen zu gewinnen.

Man sagt ja, alles was nicht hängen bleibt, war nicht wichtig. Natürlich ist meine Sicht der Dinge eine Andere und beschränktere als die eines distinguierten Schachspielers – fragt mich nicht nach dem Verlauf mancher Partien, was ich rauslesen konnte waren nur die verbliebenen Minuten/Sekunden.

Scheinbar dachte sich aber der nette Schiedsrichter, ich könne mehr als das. Um Filmrechte an dem Blockbuster „Rössel spielt Schach“ wollte er verhandeln. Bedauerlicherweise gibt es dazu nicht mal Privatvorführungen, so speziell ist die Show. Darum lehnte ich dankend ab. Wie Ilja mir versicherte, ist das das übliche Vorgehen, wenn Damen den Raum betreten – es könnte ja sein, dass sie tatsächlich was auf dem Kasten haben.

Aber auf dem Kasten hattens die Schachfreunde Berlin. Die misstrauischen Blicke, mit denen ich die Konkurrenten MEINES Teams anfänglich musterte, waren denkbar ungerechtfertigt. Mit schöner Regelmäßigkeit holten sie sich einen Mannschaftspunkt nach dem anderen. Wie ich läuten hörte, lag der vorzügliche Rang auf der Tabelle auch daran, dass Favorit Tegel nicht in aller Herrlichkeit anwesend war. Zudem schlugen sie sich ziemlich wacker. Lars Thiede am ersten Brett zum Beispiel musste man hoch anrechnen, dass er trotz Unwohlsein seinen Mann stand und insgesamt 17 Brettpunkte holte. Nach vier oder fünf Partien hatte er sich soweit gefangen, dass er seine Gegner regelmäßig in schwere Zeitnot brachte (woran sie auch regelmäßig zerbrachen).

Ilja, der Zoochaot (so liebevoll von Rainer Polzin betitelt), durfte die Hoffnung, Brett 4 aus Herrn Abels Rippen zu leiern getrost aufgeben. Aber an Brett 3 musste er auch nicht spielen – netterweise setzte man ihn an den zweiten Platz. Dort wütete er auch wie ein Berserker (bitte wortwörtlich verstehen), bevor er in den letzten drei Partien, als der erste Platz sicher war, nachließ und sich auf dem (aufziehenden) Ruhm ausruhte. Somit kam er am Ende auf 21,5 aus 26. Apropos Berserker: Ich danke allen, die MIR nach der Pause beruhigend zugeredet haben, weil Ilja tobte.

(Hier zusammengefasst: Das Team hatte fast einstimmig beschlossen, warm zu Mittag zu essen und deswegen nach passenden Lokalitäten zu fahnden. Ilja war nicht so ganz dafür, wie er ausdrücklich betonen möchte. Leider ging die Zeitrechnung daneben und man kam etwa vier Komma irgendwas Minuten nach Beginn der nächsten Runde zurück. Die Uhren liefen. Die Gegner triumphierten. Die Schachfreunde hatten am Brett 1 16 Sekunden (musste noch Auto parken) und an Brett 2 bis 4 30 Sekunden. Das einzige Ergebnis mit 0/4. Die Stimme des brüllenden und das Bild des halbausgezogenen Iljas zog durch die Räume und anschießend durch die Schachwelt. Ein Kugelschreiber starb.)

Schnuckelchen
"Schnuckelchen" Ilja

Doch nach dem unglücklichen Start in die zweite Halbzeit leisteten jetzt alle 120 Prozent. (…oder so ähnlich) Es galt den zähesten Kontrahenten aus dem Turniersieg zu drängen. Delmenhorst schlug sich wacker, doch gegen die geballte Wut (die Pause…!) unser Berliner Freunde waren auch sie nicht gewachsen. Immerhin 1,5 Punkte konnten sie holen. Gegönnt sei’s ihnen. Der scharfe Kampf in den letzten 30 Sekunden zwischen Markus Lammers und Ilja ist auf Video gebannt und beweist die Richtigkeit des Schiedsrichterurteils zum Remis.

Beigetragen zu diesem Ergebnis hat natürlich auch die konstante Leistung des an Brett 3 spielenden Stefan Berndts. Hätte ich die Bilanz seiner Partien aus dem Gesichtsausdruck lesen müssen, wäre ich zu dem Schluss gekommen, dass der gute Mann wieder und wieder am Verlieren war. Falsch gedacht. Saubere 21 Punkte holte er aus dem Turnier.

Auch nicht schlecht schnitt Dennes Abel an Brett 4 ab. Sage und schreibe 22 Brettpunkte konnte er am Ende verbuchen. Auch gegen die einzige Dame im Turnier, WIM Kerstin Kunze aus Cottbus, schaffte er seinen Punkt. Wie üblich - auf Zeit.

Mit 48 – 4 Mannschaftspunkten und 81,5 Brettpunkten holten sich die glorreichen Sieger ihre verdiente Tasche Geld und die Gewissheit, die Besten zu sein (- zumindest in dieser Kategorie und in diesem Jahr).

Wie das aussieht mit einem gemeinschaftlichen Auszug auf die Deutsche ist dieser Tage noch nicht bekannt. Man darf hoffen, die Information dazu irgendwann auf dem Schachzoo zu finden. Beizeiten.

Ohne Worte

Ilja Schneider - Fredrik Polenz, Burkhard-Mentz-Memorial, Bremen 2010 (7)

1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.Sc3 b6 4.Lc4 Lb7 5.Lg5 c5 6.Sf3 cxd4 7.Sxd4 Sc6 8.Sdb5 d6 9.Dd5



Fortsetzung folgt.

Hurra!!!!

Der Blog funktioniert wieder!!

Jetzt ersteinmal zum vorerst letzten Mal ab nach Bad Herrenalb, dann wird es wieder im Normalbetrieb weitergehen!

Habe euch fast ein wenig vermisst ;-)

Euer Ilja

Sorry!

Sorry Freunde, ich lag in der Woche ein wenig mit Kopfschmerzen u.ä. flach, so dass diese nicht wirklich produktiv geriet, aber heute geht es wieder los. Zwei Schnellturniere in Essen und in Bremen warten genauso wie Freddy, Izrajlev (mit seinem Bier), der Baron von Münchhausen und viele, viele Kilometer Straße in den folgenden beiden Tagen. Unterwegs übernachten wir in einem Hotel bei Bremen und machen vielleicht abends noch ein wenig die Stadt unsicher... je nachdem, was die Uhr bei der Ankunft so sagen wird.

Während ich beim Turnier in Essen-Borbeck ein mittelgroßes Piranhabecken erwarte, mit je nach Besetzung höchst unklarem Ausgang, sollte die Aufgabe in Bremen am Sonntag vom Papier her einfacher sein, zumal Titelverteidiger Michail Zaitzev gerüchtehalber nicht antreten kann. Allerdings liegt mir die 15-Minuten Bedenkzeit in Essen lieber, als die etwas zu langen 25 in Bremen. Hier jedenfalls die beiden Turnierseiten:

http://www.weisse-dame-borbeck.de/index.php/turniere/schnellschach-open-2010.html

und

http://www.findorffer-schachfreunde.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=3&Itemid=14

Also heute und morgen Daumen drücken!

P.S.:Was den versprochenen NBMM-Bericht angeht, so ist er nicht vergessen, allerdings wird diese vertrauensvolle Aufgabe in den nächsten Tagen von Userin Rössel übernommen werden, die ebenfalls mit am Start war. Wenn das mal keine frohen Aussichten sind... ;-)I

Der Zoomarathon

Pessimisten-Tipper aufgepasst! Vor der morgigen NBMM in Bremen habt ihr besonders gute Karten auf den Sieg im großen Gewinnspiel. Der Zwischenstand von 39,5/44 aus dem Neuenrader Blitzmarathon hört sich zwar solide an, an dieser Stelle darf allerdings verraten werden, dass dieser nicht ganz meinen vorherigen Vorstellungen entspricht. Für die angesagten 65/72 wurden für heute höchstens 2-2,5 Miese berechnet, doch zogen mir die sich tapfer wehrenden Bernd Dahm (remis), sowie Rafael Torres-Kuckel, Vasileios Lanaras, Martin Fenner, sowie der nicht gerade wenig streitsüchtige, im NRW-Raum berüchtigte Frank B., der seine Gegner in mindestens jeder zweiten Partie in erbitterte Regeldiskussionen verwickelte, ein paar Stacheln zuviel. Am Ende des Turniers war, nach 6-Uhr-Aufstehen, und einer anschließenden Glatteis-Fahrt über die verschneiten und vereisten Berge Sauerlands, sprichwörtlich die Luft raus.
Somit ist die Aufgabe für morgen (max. 2,5 Minuspunkte) schwer, aber nicht unlösbar. Auf der morgigen Autofahrt nach Bremen werde ich Dennes Brett 4 aus den Rippen leiern müssen. Wenn es klappt, dann schaffe ich es.

Nochmal zum Turnier in Neuenrade mit ein paar zoologischen Aspekten:

> Ausrichtung, Organisation: wbb

Im Prinzip provinziell-liebevoll, allerdings zu viele Pausen, zu viel Leerlauf und ein etwas uninteressanter Modus (2x23 Runden alle gegen alle; führt immer wieder zu etwas unsinnigen Paarungen)



> Erreichbarkeit: weib


Das Turnier ist eindeutig für Einheimische gedacht. Ohne einen jahrelang geprägten Polenz-Schneiderschen Überlebenswillen und entsprechenden Orientierungssinn in der Wildnis, besonders bei dem Glatteiswetter kaum zu erreichen. Wie der Russe sagt: Beim Teufel auf den Hörnern


> Besetzung: weis

Qualitativ und quantitativ schwach. Leider nahmen lediglich 23 Teilnehmer das verlockende Angebot eines Marathons an, davon hatten zwei Spieler über 2200 DWZ, und weitere zwei hatten einen deratigen Knall in der Birne, dass ich ihnen als Turnierleiter sofort die Teilnahme verweigern würde. Anders kann ich das Auftreten von Frank B. nicht bezeichnen.

Ein paar Beispiele:

1) B. hat L+h und 1 Minute, Gegner L+g+h und 30 Sekunden. Der Gegner bietet zweimal Remis, B. zieht kommentarlos den Läufer hin und her, ohne jegliche Versuche zu irgendwas zu unternehmen (wie auch?) Irgendwann stellt der Gegner den Läufer ein, und ein Remisendspiel entsteht (falscher Randbauer). Der Gegner gibt sofort (mit 17 Sekunden) auf. Ich weise ihn nur höflich hin, dass die Stellung ja immer noch remis war. B. schreit mich hysterisch an: "Ich muss aber kein Remis machen! Das spiele ich weiter bis seine Zeit fällt! Da kannst du überhaupt nichts machen! Es gibt im Blitzen keine Reklamation! Ich habe die Regeln nicht gemacht, ich verlange aber, dass sie befolgt werden!..."

2) B. wird einzügig mattgesetzt. Der Gegner spricht genüsslich aus: "Matt!" Ich, daneben sitzend, und vom schönen Mattbild entzückt: "Matt!"
B. (schreit): "Es reicht, wenn er das sagt!! Hör auf dich in meine Partie einzumischen! Das ist Einmischung in fremde Partien, das ist ein Regelverstoß und ich werde das nicht zulassen! Du hast hier zu gucken und zu schweigen!"

3) Der Schiri gibt die Runde frei. B. ist nicht da, sein Gegner zieht und drückt nach kurzer Wartezeit die Uhr an. B. kommt ans Brett, nimmt (wort- und kommentarlos) die Uhr, stellt sie in den Ausgangsmodus zurück, stellt sie an und führt einen Zug aus.

4) ...

Das müsste reichen, um zu verdeutlichen, was ich meine. :-)

Ferner fällt das auf, was bei Turnieren in NRW fast schon überflüssig zu erwähnen ist. Das einzige von 16 Bundesländern (in denen allein ich bereits Schach gespielt habe!), wo flächendeckend das gute Vormittagsbierchen zum guten Ton am Rande der Partie gehört und auch vielerorts neben dem Brett geduldet wird. Kein Wunder, dass spätestens um 15 Uhr nicht nur die Fussballfans in den Stadien mit einer Fahne rumlaufen...Urvater Podzielny kennt jeder, aber er hat in diesen Breiten verdammt viele Jünger. Kein Wunder, dass bei dem Spritpegel schon das eine oder andere mal das Wort fällt, das am Anfang und Ende an "Aschermittwoch" erinnert.


> Preisgeld: weis



Immerhin gab es auch Geld und nicht nur Pokale, was bei kleineren Turnieren durchaus mal vorkommen kann. Viel war es aber nicht (und lockte auch keine großen Spielerscharen an (s.o.: Besetzung), besonders wenn man es mit den recht stolzen 15€ Startgeld (Normaltarif) vergleicht.

Die aus diesen Punkte sich ergebende Gesamtbewertung kann sich jeder ja leicht zusammenreimen, allerdings kommt niemand, der ernsthaft und inständig nach einem passablen Schachmarathon-Turnier sucht, an Neuenrade vorbei. Vermutlich auch wieder Freddy und ich nächstes Jahr, zumindest wenn wir wieder unseren Weg durch die verschneiten Berge und engen Haarnadelkurven des Sauerlands finden.


Wir hätten mit einem Rentierschlitten kommen sollen


Spielsaal


Noch ein Pokal


Freddy war diesmal müde

;
Dafür war er hier scheinbar bestens drauf :-) Und es hat fast jeder im Raum eine Kelle "gute Laune" abbekommen!

72 Blitzpartien

werde ich kommendes Wochenende spielen. Zuerst 43 beim Schachmarathon in Neuenrade (Sauerland) und Sonntag noch mal 29 bei Norddeutschen Blitz-MM in Bremen, wo ich vermutlich eines der beiden hinteren Bretter bevölkern werde.

Insgesamt lautet mein (un)bescheidenes Ziel 65 Punkte.

Bitte um weitere Tipps, wobei ich mir das als eine Art Gewinnspiel vorstelle. Der Gewinner darf mir eine seiner Partien einsenden, die hier ausführlich kommentiert wird.

Der Sieger ist der, der möglichst nah an die korrekte Punktzahl rankommt. Natürlich kann man in Halbpunktsschritten tippen. Bei einer anderen Gesamtzahl an Partien (wenn zum Beispiel eine Mannschaft zurückzieht), werden die Tipps mit Dreisatz neu berechnet und ausgewertet.

Beispiel: mein Tipp 65/72
Wenn es nur 70 Partien werden, habe ich in Wirklichkeit 65*70/72= 63,2 = gerundet 63 Punkte getippt.

Viel Spaß und viel Erfolg!

Peinlich, peinlich...

Abgesehen davon, dass der Auftritt der Berliner in der Römerstadt Trier (3:5 gegen die Gastgeber und 3,5;4,5 gegen die schwächelnden Eppinger) sowieso nicht ganz wunschgemäß verlaufen ist, gab es an beiden Tagen einige noch besonders wenig erleuchtete Momente. Gemeint sind damit nicht nur die durch Xynthia bedingten kleinen Stromausfällchen, die die Beleuchtung im sonst perfekten Spielsaal teilweise etwas flackern ließen... Seht selbst, die Tri(er)logie des Schreckens! (Mehr und seriöser wie immer im Laufe der Woche in meiner Bundesliga-Ecke!)

Bronze: Verpasster Lohn nach sechseinhalb Stunden

Obwohl unser Youngster Dennes sich Samstag gegen Trier genau gegen den richtigen Gegner vorbereitet hat (oder zumindest von seinem Zimmerkollegen genau den richtigen Tipp zum Vorbereiten erhalten hat), stand er nach der Eröffnung schnell auf Abriss:

Andrei Nestor Cioara - Dennes Abel , Trier - SF Berlin (10.8.)



Gerade war 18.Lg5! gekommen und ich dachte mir: "Tja, schade, schade, aber der Junge gibt leider gleich auf!" Dennes hat aber nichts dergleichen. Er riss sich zumsammen, fand mit letzter Kraft 18...Lc2! und kämpfte auch weiter wie ein wilder Hirsch. Mit ein wenig tatkräftiger und vor allem gütiger Mithilfe des Gegners in der Zeitnotphase gewann er einen der beiden Bauern wieder, die er weniger hatte und rettete sich schließlich in das für uns schon als schicksalshaft zu bezeichnende Turmendspiel "f+h".

War da nicht was? Richtig, es hat neulich schon einmal nicht geklappt.

Sofort beim Erreichen des Endspieltyps prasselten Anfragen auf mich ein, im Sinne von: "Hast du das mit Dennes noch mal angeguckt, wie man das Remis hält?" "Weiß er genau, wie das geht?" Leider musste ich die Fragenden enttäuschen und auf Dennes' praktische Stärke beim Anwenden der Ausschlussmethode verweisen. Aber es war zu spät, die Hausaufgaben waren nicht gemacht und die Katastrophe nahm ihren Lauf...



Wir befinden uns tief in der siebten Spielstunde. Cioara bemerkte nach einigen erfolglosen Versuchen gerade, dass die Sache mit normalen Mitteln nicht mehr zu gewinnen ist, und ging zu den "illegalen Mitteln" über. Gerade ließ er mit 71.Kg6-f6 einen Bauern einstehen. Kann man den nicht nehmen?

71...Ta1?? Müdigkeit, Aufregung, Hunger hin oder her... aber nicht zu wissen, dass die Stellung nach dem "trivialen" 71...Tg4! 72.f5 Txh4 73.Tb8+ Kh7 (König sicher auf der kurzen Seite!) 74.Kf7 Ta4! totremis ist, ist schon ein wenig traurig. Auch wenn meiner Erinnerung nach Carlsen diesen Stellungstyp schon mal nicht allzu lange her gegen Aronian verlor, es macht die Sache nicht wesentlich besser.

In der Partie folgte nach 71...Ta1+ dann 72.Tb8+ Kh7 73.f5 und Dennes erhielt nie mehr eine Chance, sich zu erholen. Am Ende bringt den Schwarzen standardgemäß um, dass der verschmähte weiße h-Bauer in einem entscheidenden Moment dem König das Feld g6 nimmt. Genauso kam es auch. Im 92. Zug musste Dennes nach über 7 Stunden die Niederlage quittieren, die aber in diesem Moment für die Mannschaft eh besiegelt war.

Ärgerlich genug, aber mit der langen Spielzeit doch noch irgendwie zu erklären. Jeder wird irgendwann mal weich... Deutlich sinnentleerter kommt da schon das nächste Beispiel daher:

Silber: Wir spielen doch kein Räuberschach!?

Stephen Gordon - Mikael Agopov, Trier - SF Berlin, (10.4)


Mikaels Grünfeld ist grundsätzlich gutgegangen. Er hat seinem Gegner gerade sogar durch 12...Lxf1 13.Kxf1 die Rochade vermiesen können. Nun hängt aber sein Springer und er muss sich entscheiden, was er mit ihm macht. In Wirklichkeit kommt natürlich nur das Feld e5 in Frage, und in der Tat sollte 13...Se5 absolut normales Spiel sichern, aber Mikael entscheidet sich noch zu warten, und ein Tempo zu "gewinnen".

13...Td8?. Falsch. Der Turm macht auf d8 nicht so viel und er halst sich nur die Sorge auf, wohin der Springer gehen wird, wenn die weiße Dame irgendwann von d2 verschwindet. Und außerdem... 14.Lh6!... nach e5 kann das Tier aber nicht mehr!

Schon hat Schwarz ein Problem. Rochieren will er wegen 14...0-0 15.h4! mit bereits starkem Angriff (etwas Besseres gab es aber ziemlich sicher nicht mehr!) eher weniger, also bereitet er das Nehmen auf h6 vor.

14...Da6+? 15.Kg1.

Nun steht der weiße König noch besser und die schwarze Dame noch schlechter als gerade eben. Die Schachpatrone wurde verschossen. 15...0-0 16.h4 ist für Schwarz mit etwas Pech nun so gut wie tot, doch mit 15...Lf8!? konnte er noch eine Weile durchhalten. Aber...

15...Lxh6?? 16.Dxh6 Sa5 17.Dg7.



Nun verwandeln sich die weiße Dame und der weiße Springer in gefräßige Pacman-Figuren, während die Verfolgungs-Geister sinnlos auf a6 und a5 parken. Der Rest leuchtet auch ohne Worte ein:

17...Tf8 18.Sg5 Kd7 19.Sxh7 Th8 20.Dxf7 De2 21.h4 Sc4 22.Th3 1:0

Der Engländer Stephen Gordon war später angesichts von 15...Lxh6?? auch etwas überrascht, wie man hier sehen kann.

Das alles ist aber gar nichts gegen das, was jetzt kommt. Die Partie mit dem absoluten Bolzenschuss-Faktor:


Gold: Einer dümmer als der andere

Die Partie des amtierenden Deutschen Meisters gegen "Deutschlands besten Kaffeehausspieler" fing auch entsprechend an. Schon nach einigen Zügen sah es so aus, als hätte die gute Xynthia auf dem Feld gewütet.

Arik Braun - Ilja Schneider, SF Berlin - SC Eppingen (11.3.)

1.d4 d5 2.c4 Sc6 (nach einigen unersprießlichen Slavischen Auftritten wandte ich mich diesmal an meine alte Liebe, aber anscheinend hatte diese schon einen Neuen ;-)) 3.Sf3 Lg4 4.Da4 Diesen Trash spielte Arik schon zum dritten Mal. 4...dxc4 5.e3 Lxf3 6.gxf3 e5! 7.dxe5 Dd5 8.Sc3 Dxf3 9.Tg1 Dh5! Alles Theorie. Nur nicht 9...0-0-0?? wegen 10.Le2 und Dame weg.



Nun spielte Arik, Wasserglas in einer Hand, Salamibrötchen in der anderen (ein guter Zeitpunkt um das absolut excellente Catering in Trier zu würdigen!), nach kurzem Nachdenken 10.Lxc4?(?).

Das ist nicht nur richtig schlecht, sondern weicht auch noch von Ariks eigener Partie ab, die mit dem normalen 10.Lg2 Se7 11.f4 weiterging, wo Rybka Schwarz bevorzugt, ich mir aber völlig bewusst bin, dass die Sache nicht so einfach sein kann. "Ich fand das am Brett interessant und fragte mich, wie das zu bewerten sei", war die Begründung des jungen Mannes.
In Wirklichkeit hat 10.Lc4? nur eine einzige Idee, und welche das ist, werden wir bald kennenlernen, wenn wir es nicht sogar schon haben. Vergleiche das hier.

10...Dxh2! 11.Tf1. Nur Betrunkene (wie etwa im Analyseraum in Trier trotz einer wenig fortgeschrittenen Uhrzeit) oder absolute Patzer können 10...Dxh2 ernsthaft kritisieren. Bitte Freunde - ich weiß, dass ich die Partie gespielt habe, wie ein Idiot, aber bevor ihr etwas sagt/schreibt : Guckt doch wenigstens mal genau hin, oder nehmt euren Rybka zur Hilfe! Schwarz nimmt einen vitalen Bauern mit, behält e5 im Auge und jagt den Turm von der offenen g-Linie weg. Der Fehler kommt erst jetzt.



11...Lb4??(???...?(n-1)?(n)) Unglaublich. Ich sah deutlich das ominöse La6-Motiv, war aber sicher, es damit ausgeschaltet zu haben.

11...0-0-0 habe ich überlegt, aber befürchtete am Brett die Deckung des hängenden e5 mittels 12.f4?? Genau so wollte Arik auch fortfahren. Dass es dann nach 12...Le7 keine besonders sinnvollen Wege gibt, das Matt nach 13...Lh4+ zu decken, stellte sich auch erst da heraus. Da Weiß also nicht 12.f4?? ziehen sollte, verliert er nach 11...0-0-0 ohne Kampf den e5 und hat neben zweier Minusbauern nebenbei noch eine zweifelhafte Entwicklung, was nahelegt, dass er sich vom direkten Zusammenbruch nicht weit entfernt befinden sollte.

Wenn schon La6 durchlassen, dann mit Stil! 11...Dxe5!? ging auch noch gut (wenn auch kein Vergleich mit 11...0-0-0!). 12.La6 0-0-0 13.Dxc6 bxa6, und egal, was Weiß zieht, Schwarz behält trotz des schwächelnden Königs zumindest etwas bessere Chancen.

Nicht ganz das war der Fall in der Partie nach 11...Lb4?? 12.La6! (+-) Lxc3+ (es war schon egal, was man spielt) 13.bxc3 Dxe5



Hier war ich absolut sicher, dass Weiß den Einschlag auf c3 mit 14.Lb2/Ld2 decken muss, wonach ich mit 14...Da5! fortsetzen und eine gute Stellung erreichen wollte. Als es aber stattdessen mit 14.Lxb7 einschlug, fielen mir fast die Augen heraus. Ich hatte mir hier bereits irgendwie ein Tempo mehr gegeben und nach 14...Dxc3+ 15.Ke2 wollte ich vorher irgendwie einfach wegrochieren - bloß dass der Springer g8 noch im Wege stand. Statt einfach gleich aufzugeben, saß ich noch eine Weile da, Hände vorm Gesicht und "gönnte" mir noch das recht unnötige 15...Se7 16.Ld2 Dc5 17.Lxa8 0-0 18.Lxc6 Sxc6 19.Th1, bevor mir einleuchtete, dass ich das Buffet wesentlich effizienter leeren kann, wenn ich jetzt doch mal langsam den Widerstand am Brett einstelle, was ich dann auch tat.

Ich glaube, ich verschicke die Schwarzpunkte demnächst einfach per Post, das spart Zeit und Nerven.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Kaffeehauspartie aus Bad Zwischenahn

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

Leider ist das Verfassen von neuen Beiträgen im Moment nicht möglich. Etwa eine Woche lang kommen neue Artikel also als Kommentar unter den vorliegenden Beitrag. Erklärung unten bzw. HIER


Unten das große Blitz-Gewinnspiel!!

Meine spannendste Partie vom diesjährigen Nord-West-Cup war die Begegnung aus der fünften Runde gegen Roman Korba von SC Diogenes Hamburg. Beide Seiten spielten von Beginn an mit offenem Visier und voller Konzentration, es ergab sich aber eine derart komplizierte Stellung, dass neben vielen gefundenen guten Zügen auch ganze Fehlerherden das Partiebild säumten. In Zeitnot kippte die von Schwarz insgesamt gut geführte Partie dann doch endgültig auf meine Seite.

Glück für das Turnier insgesamt brachte mir die Begegnung allerdings nicht. In der sechsten Runde verlor ich ohne viel Kampf gegen den rumänischen GM Marius Manolache in einem recht scharf geführten Slaven. Immerhin gelang es mir dann am Nachmittag durch einen relativ leicht erspielten Weißsieg gegen Dietmar Cevik (dadurch 4/4 mit Weiß), wenigstens noch den 8. Platz und das entsprechende Preisgeld abzusichern.

Jetzt aber erstmal eine Menge Fun auf 64 Feldern:

Schneider,Ilja - Korba,Roman [B06]
Nord West Cup Bad Zwischenahn 2010 (5), 20.02.2010

1.d4 g6 2.e4 Lg7 3.Sc3 a6 4.Lg5 b5 [Noch war Zeit, mit 4...d6 5.Sf3 b5 auf halbwegs seriöses Terrain überzuleiten.] 5.a4 b4 6.Sd5 a5 [6...Lb7 ist ein Thema für sich.]



Nun ist nach nur sechs Zügen eine echte Kaffeehausstellung entstanden. Ich träumte bereits von einem Matt auf f7... 7.Lc4 La6 Hier laufen einem vor lauter Möglichkeiten auf beiden Seiten komplett die Augen über. Schwarz hatte viele Alternativen, aber der Textzug ist höchst logisch. Wer will schon angegangen werden ala [7...h6 8.Df3!? (8.Lh4 ist solider) 8...hxg5 9.Sxc7+ Dxc7 10.Dxf7+ Kd8 11.Dxg7 Dxc4 12.Dxh8 mit totalem Chaos?] 8.Lb3?! Etwas zu gleichgültig nehme ich in Kauf, dass ich nun auf absehbare Zeit nicht mehr mit dem König auf die kurze Seite wegkomme. Zumal verliert ein Rückzug in einer solch frühen Eröffnungsphase zu viel Zeit. Trotzdem. richtigen Ausgleich habe ich für Schwarz nicht mehr gefunden. 8...c6 Das hat mich wiederum erfreut, da nun der Springer b8 auf absehbare Zeit ausgeschlossen wird. [8...Sc6 wollte ich mit 9.Df3 kontern, und nach dem erzwungenen 9...Sf6 hat Weiß viel Auswahl. Am Besten ist wohl 10.0–0–0 0–0 11.Lxf6 exf6 12.h4 mit Angriff.(12.Df4!? ist auch sehr logisch. Man beachte, wie der Läufer a6 nicht mitspielen darf.) ] 9.Se3 Db6 Schwarz setzt mein Zentrum unter Druck. 10.e5 Legt nun auch noch den Sg8 lahm und hofft, weitere schwarze Schwächungen zu provozieren. 10...d5?



In der Partie dachte ich, dies sei ein starker Zug und lobte danach meinen Gegner, Korba dagegen war sich bewusst, dass er danach quasi auf Verlust steht. [10...f6! 11.Lf4 fxe5 12.dxe5 e6 war der richtige Weg für ihn. Nun steht der Läufer f4 ein wenig komisch und Schwarz wird endlich die Rochade schaffen. Nichtsdestotrotz - Weiß steht natürlich auch hier deutlich besser. Langfristig winkt das saftige Feld d6 im Herzen der gegnerischen Stellung.] 11.c4? Man muss das Kind beim Namen nennen - trotz einer Viertelstunde Nachdenkens eine grobe positionelle Fehlentscheidung. Man sehe sich den Läufer b3 nur an. [11.exd6 exd6 a) 11...Dxd4 Hier entscheidet Weiß die Partie mit dem easy 12.Dxd4 Lxd4 13.0–0–0 für sich.; b) Dagegen hat das von uns nach der Partie postulierte 11...Dxd4 12.Df3?! einen Haken: Es kommt 12...e6 13.d7+!? Sxd7 14.Dxc6 Ta7 15.Td1


Analysediagramm

15... Se7!! (statt 15...Dxb2?? 16.Txd7! Dc3+ (16...Txd7 17.Da8+) 17.Td2+! Dxc6 18.Td8#) 16.Lxe7 Dxb2 17.Txd7 Dc3+ 18.Dxc3 (18.Td2+?? Dxc6 ist diesmal kein Matt.) 18...Lxc3+ 19.Td2 Kxe7 20.Kd1 Lxd2 21.Kxd2 Tc7 mit leichtem schwarzem Vorteil.;

Zurück zu 11...exd6. 12.Df3 d5 13.0–0–0! Mit dieser Spielweise im Stile Morphys erzielt Weiß großen, wenn nicht entscheidenden Vorteil. Sh3 und The1 folgen.]

11...bxc3 12.bxc3 Sd7 Roman macht einen natürlichen, aber schenkt mir eine kleine Atempause. [12...f6! 13.exf6 Sxf6 14.Tb1 Da7 ist eine Stellung, die, je länger ich sie mir angucke, mir mit Schwarz immer besser gefällt, auch wenn sie noch ausgeglichen ist.] 13.Tb1 Tb8 (?!) Keiner würde Schwarz für diesen Reflex kritisieren, aber trotzdem sei gesagt, dass der Turm auf diesem Feld oftmals unter Beschuss geraten kann. 14.Se2



14...h6
praktisch gesehen, ein cleverer Schachzug. Bevor Schwarz mittels ...e6 die Mitte abriegelt, stellt er meinen Läufer vor die Wahl, welche der beiden Diagonalen er verlassen will. Taktisch ist natürlich der Nachteil für ihn, dass der Punkt g6 aufgeweicht wird. [14...f6?! kann zu einer langen Variante führen, die ich ausnahmsweise am Brett vollständig berechnen konnte: 15.exf6 Sgxf6 16.0–0 und nun nach dem verlockenden 16...Se4? (aber auch sonst hat sich Schwarz umsonst geschwächt) 17.Lc2! Lxe2 18.Dxe2 Sxc3


Analysediagramm

19.De1! Sxb1 20.Sxd5! Dd8 21.Lxe7 und gewinnt.]

15.Lh4 [15.e6 war wirklich überaus verlockend, aber traute ich mich nicht: 15...hxg5 16.exf7+ Kxf7 17.Sxd5! cxd5 18.Lxd5+ e6 19.Txb6 Txb6 20.Le4 mit vermutlich dynamischem Ausgleich.] 15...e6 16.0–0 Se7



Nur 10 Züge nach einer Stellung, die man ohne Weiteres als Kaffeehausstellung bezeichnen konnte, ist die Partie auf streng positionelle Bahnen abgekommen. Ich musste mich zusammenreißen und die letzten Reste der noch vorhandenen Dynamik nutzen, um langfristig nicht einfach schlechter zu stehen. Wäre von der Bauernstruktur her ja auch kein Wunder. 17.Lc2 [17.La2 Da7 18.Txb8+ Dxb8 19.Lxe7 Kxe7 20.Dd2 Da7 21.c4 Tb8 verspricht nichts.] 17...Da7 18.Txb8+ Dxb8 19.Ld3 Da7! [19...Lxd3 20.Dxd3 gibt mir die b-Linie und eine aktive Dame.] Das ist der kritische Moment der gesamten Partie. Schwarz steht bereit zum befreienden c6-c5, Se7-c6 und 0–0. Wenn ich mir tatenlos diese Sequenz angucke, kann ich danach positionell schon fast die Klinke reichen. Aber wie verhindern? Selbst c4 spielen ist wirklich nicht gut.



20.Sf4!? Im Stile Mischa Tal's. Figuren im Zentrum postieren und reinopfern! [20.c4 dxc4 21.Sxc4 Lxc4 22.Lxc4 Sf5 23.Lg3 0–0 ist einfach schon besser für Schwarz.; 20.Dc2 Lxd3 21.Dxd3 c5 22.Tb1 c4 23.Dd2 g5 24.Lg3 0–0 ist sicher, aber auch nicht besser.] 20...c5? Mein Gegner war während der Partie sichtbar nervös (noch mehr als ich selbst) und suchte die Entscheidung, ermüdet vom Positionskampf gegen den zahlenmäßig überlegenen Gegner. Er sah mein folgendes Opfer durchaus kommen- aber dachte/hoffte, es würde nicht gehen. Ist mir selbst schon ganz oft gegen bessere Spieler so ergangen. [Angebracht war hier 20...g5 21.Sh5 Lxe5 22.dxe5 Lxd3 23.Dxd3 gxh4 24.Sg4 , allerdings eben ohne jegliche Vereinfachung des Kampfes, sondern trotz der Abtäusche mit sehr scharfem Spiel. Weiß sollte Kompensation für den Bauern haben - aber nicht viel mehr.] 21.Lxe7 Kxe7 22.Sexd5+! Hier flüsterte er leise: "Das geht doch nicht wirklich, oder?" 22...exd5 23.Sxd5+ Kf8 24.e6! Alles nach vorne!



24...Lxd3? [24...fxe6 25.Df3+ Sf6! (das ist im Voraus schwer zu sehen/begreifen) 26.Sxf6 Lxd3 27.Se4+ Ke7 28.Dxd3 cxd4 ist auch sehr, sehr unangenehm, aber verliert vielleicht nicht direkt.] 25.Dxd3? Mein taktisches Gespür trügt mich aber gewaltig. [25.e7+ gewann: 25...Ke8 26.Dxd3 und eine kurze Analyse, etwa der Stellung nach 26...cxd4 27.Te1!


Analysediagramm

legt eine +- Bewertung irgendwie nahe. In der Partie geht der Kampf mit voller Kraft weiter.]

25...fxe6 26.Sf4 cxd4 27.cxd4!? Gibt den Ball an Schwarz zurück. [27.Dxg6 Sc5!] 27...Kg8 28.Sxg6 Dxd4 29.Da6



29...Db6
Verständlich, aber zu ängstlich. Nun kann ich wieder auf Sieg spielen. [29...Sf8! war die Lösung, mit der versteckten Idee 30.Sxh8 Dxa4! Weiß muss nun die Notbremse 31.Sg6 Sxg6 32.Dxe6+ Kh7 33.Df5= ziehen, aber der schwarze Freibauer verhindert jedes Spiel auf Gewinn.] 30.Dc8+ Sf8 31.De8 Kh7 [31...Th7?? 32.Se7+ Kh8 33.Df7 ergibt ein tragikomisches Matt.] 32.Sxh8 Kxh8 33.h3 Kh7 34.Te1 e5?



Befreit zwar den Springer, aber stellt dafür den Läufer g7 hoffnungslos passiv. Nun ist Weiß mit jedem Damentausch zufrieden, da sich der Bauer a5 nicht verteidigen lässt. 35.Db5 Dc7 36.Db1+! Kh8 37.Tc1 Dd7 38.De4 Schwarz kann fast nichts ziehen. 38...Dd8 Eine Art entscheidender Fehler. [38...Se6 39.Da8+ Kh7 40.Dc6! (40.Dxa5 ist nach 40...Sf4 nicht zu klar.) 40...Dd2 41.De4+ Kg8 42.Tc8+ Sf8 43.Tc5 zeigt der Rechner an, mit einem größeren weißen Vorteil, denn je.; 38...Dd4!? war seine beste Chance. Nach 39.Dxd4 exd4 40.Tc5 (40.Tc6! , mit einem Quasi-Gewinn, sagt die Maschine.) 40...Se6 41.Txa5 d3 42.Ta8+ Kh7 43.Kf1 Lc3 44.Tc8 La5 45.Tc4 ist für Schwarz bestimmt noch nicht alles verloren.] 39.Tc5 Se6



40.Dd5!
Der letzte schwere Zug der Partie. Weiß gewinnt nun den Bauern a5, ohne auch nur irgendwelche Zugeständnisse machen zu müssen. 40...De7 41.Tc8+ Sf8 42.Dxa5 e4 43.Dc5 Df6 44.Te8! Eine technische Lösung.



44...Da1+ 45.Kh2 Dxa4 46.Txf8+ Lxf8 Die erste Bewegung dieses Läufers seit 44 Zügen! (1.d4 g6 2.e4 Lg7) Eine wahrhaft traurige Karriere... 47.Dxf8+ Kh7 48.Df7+ Kh8 49.Dg6



49...Dd4 50.Dxh6+ Kg8 51.Df4 1–0


Korba (pgn, 8 KB)

Montag, 22. Februar 2010

Ewiges Thema Fair Play

An sich verlief das Open in Bad Zwischenahn überaus fair und harmonisch, aber eine Sache hat mich persönlich absolut entrüstet.

Irgendwo um Brett 20 herum klingelte in der Eröffnungsphase der 6 Runde ein Handy. Der Weißspieler schaltete es sofort beim Kramen in seiner Jackentasche aus, sein Gegner (eine wahrlich nicht ganz unbekannte Schachpersönlichkeit) blieb reglos sitzen, wie auch sämtliche Spieler aus der nahen Umgebung, die wohlwollend über die kleine Ruhestörung hinwegzusehen bereit waren. Der Schiri war nicht anwesend.

Dann überlegte es sich der Schwarze aber anders, ging zum Schiri und reklamierte auf Partieverlust wegen Handyklingeln. Der Schiedsrichter hatte natürlich keine Wahl und auch der Gegner fügte sich anstandlos in sein Schicksal.

Als ich den Schwarzen danach zur Rede stellte und ihm darlegen wollte, dass es für mich persönlich niemals in Frage käme, auf Handyklingeln zu reklamieren, meinte er nur lapidar: "Das hat mich auch schon erwischt, und jetzt gleicht sich das eben aus!"

Durchgeknallte Funktionäre in Elista hin oder her, aber ich wusste nicht, dass es auch in unseren eigenen Reihen Feinde des Sports gibt! Der wäre bei einer Nullkarenzregelung mit Sicherheit auch hingegangen, wenn sein Gegner 20 Sekunden zu spät zur Partie erschienen wäre...

Samstag, 20. Februar 2010

Ich lebe noch...

... und das nicht schlecht. 4,5/5 stehen schoneinmal. Bevor es morgen in die vorentscheidende sechste Runde gegen den rumänischen GM Marius Manolache geht (er startete mit einem Remis gegen eine gewisse Galina Juilfs, DWZ 1950), hier einmal die Kurzzusammenfassung meines bisherigen Turniers:
  1. In der ersten Runde ging es gegen den Senior Alfons Gudat. Er behandelte die Eröffnung als Schwarzer sehr passiv und im Prinzip war der Sieg nicht schwer, auch wenn bei der Analyse zwischen Rybka und mir erhebliche Differenzen in der technischen Behandlung aufgetreten sind.
  2. Runde 2: Ich kam mit großem Schwarzvorteil aus der Eröffnung gegen Christian Busch (etwa 2100), aber verlor völlig den Faden, weil ich nicht bereit war, bestimmte Vereinfachungen zuzulassen (auch wenn der Vorteil dadurch erhalten worden wäre. Es gesellte sich Zeitnot dazu, am Anfang derer Busch hätte kurzzügig eine Qualität und wohl auch die Partie gewinnen können. Stattdessen brach der Mann in Zeitnot aber doch gewaltig ein.
  3. Am Nachmittag ging es dann gegen FM Marc Schütte. Diese Partie war nicht schlecht - sein Halbslawisch war eine Nummer zu passiv und ich konnte den Druck graduell aufbauen, und mithilfe meines starken Läuferpaares schließlich seine schwache Königsstellung knacken.
  4. In der 4 Runde ging es gegen Jonathan Carlstedt vom HSK. Er legte die Eröffnung sehr sicher an, und ich ließ die eins-zwei Stellen verstreichen, an denen ich hätte mehr Risiko gehen können. Stattdessen tauschte ich alles ab und bot Remis.
  5. Die Partie heute Nachmittag gegen den sich verzweifelt wehrenden Roman Korba allerdings war da schon eher ein Zuschauermagnet. Losgegangen mit 1.d4 g6 2.e4 Lg7 3.Sc3 a6!? 4.Lg5!? b5 5.a4 b4 6.Sd5 a5 wurde es schnell sehr kaffeehausmäßig. Leider verpasste ich viele einfache Gelegenheiten und musste am Ende sehr unklar eine Figur opfern, um die Chance auf den Sieg zu erhalten. Am Ende reichte es denkbar knapp, aber alle Fragen zu diesem Thriller sind noch nicht geklärt. Analyse folgt, versprochen!
4,5/5 also. Bisher fühlt sich das, was ich mache, halbwegs richtig an. Durch meine neue Gewohnheit, die Bedenkzeit mitzuschreiben (vielen Dank an User phips für den genialen, wenn auch einfachen Tipp!) ist auch etwas mehr Konzentration in mein Spiel gekommen, als zuletzt und grobe Fehler sind hier bisher selten der Fall. Man glaubt es nicht, aber seit ich die Bedenkzeit mitschreibe, denke ich im Schnitt länger nach!


Nun den zoologischen Aspekten des Turnier:
  • Bei einem Sieg morgen in der 6 Runde werde ich das auch beantragen: Vladimir Zotin startete das Turnier im B-Open, gewann dort die erste Partie und ließ sich anschließend ins A-Open transferieren. Den Punkt durfte er dabei behalten. Das muss doch auch umgekehrt für die 7 Runde gehen?!
  • Vladimir Epishin und Ilyya Nyzhnyk lesen den Schachzoo und/oder die SCHACH. Ersterer zeigt sich dem Volk mit einem nigelnagelneuen fliederfarbenen Pullover, mein (Namensvetter?!) spielt in einem weißen Hemd und einer anderen Jacke. Leider war ich bei Epishins Remisschluss in der 2 Runde gegen Franz Groothoff nicht dabei, Zeugenaussagen zufolge war das anschließende Fauchen aber wohl immer noch das Alte. Sagen, dass er mit mir in irgendeiner Weise Kontakt aufgenommen hat, kann man aber (zum Glück) bisher nicht.
  • Das System der Startranglistenbildung ist hier irgendwie archaisch. Zumindest kann weder die aktuelle DWZ, noch die aktuelle ELO Grundlage dieser Rangliste sein. Mir aber egal, denn gemäß Teskes Thesen ist meine Nummer 7 mit der ich gestartet bin (mittlerweile bin ich aber die Nummer 6 :-)), sowieso der bequeme "Schlafwagen".
Jetzt bleibt demgemäß nur noch, schlafen zu gehen, und zu hoffen, dass morgen ein guter Tag wird! Nachgucken kann man es hier

Donnerstag, 18. Februar 2010

Linares...

... ist ein Thema, zu dem ich mich bisher noch gar nicht geäußert habe. Zum Glück war das bisher auch nicht besonders notwendig. Befinden sich die Partien zwar auf konstant hohem Niveau, Blut floss allerdings bisher nur zwei Mal.

Das eine Mal davon war die Zweitrundenbegegnung Topalov - Gashimov. Wenn man davon absieht, dass weder Topalov auf seine übliche Weise gewann ("Kramniksches Erdrücken" gehört eigentlich nicht zu seinen Spezialdisziplinen), noch Gashimov normalerweise nicht dafür bekannt ist, die Partien so zu verlieren, war ich natürlich von der Darbietung trotzdem sehr angetan und gratuliere Vesko verspätet zu seinem Sieg, den man wegen des großen Eleganz-Faktors durchaus auch schweigend genießen könnte. Ich habe aber die Schlussphase noch mit ein paar Kommentaren versehen.

Topalov,V (2805) - Gashimov,V (2759) [D11]
XXVII SuperGM Linares ESP (2), 14.02.2010




31...Txb4 32.Dh6 Weiß droht Matt und, nicht zu vergessen, verhindert auch die einzige schwarze Gegenspielquelle f5-f4. 32...Tb8 33.g3 Blockiert f5-f4 nun dauerhaft und sichert dem König ein Luftloch, das diesen Namen wirklich verdient. 33...De6 [33...Te8 34.Kg2 Te6? 35.Tc8+ Te8 36.Df4! kostet Schwarz einen Bauern und nach langen Qualen auch den ganzen Punkt.] 34.Df4 Tc8 35.Td1 [35.Ta1 mit gierigen Blicken entlang der fünften Reihe sah auch ziemlich gut aus. Um nun den f5 nicht sofort abzuwerfen, muss Schwarz 35...Dd5 36.Dg5+ Kh8 ziehen, aber nach 37.Kg2 hat er große Schwierigkeiten, einen guten Zug zu machen. Denn auch Ta6-f6 hängt wie ein Damoklesschwert über ihm.] 35...Tc6 Dürfte der Turm auf d6 erscheinen, gingen der schwarzen Dame die guten Felder aus. 36.Td8+ Kg7 37.Kg2 h6? Das erinnert mich an das berühmte ...h6? aus einer Karpov - Andersson- Partie, was der Sieger der Partie in seinen Kommentaren zum Anlass nahm, eindrücklich vor unüberlegten, schwächenden Randbauernzügen zu warnen. Hier hatte das Decken des Feldes g5 keine Priorität, da Schwarz auf jedes Damenschach schon irgendwie eine Figur zum dazwischenziehen gefunden hätte. Jetzt aber: [37...Tb6 ,um die Besetzung der 8.Reihe vorerst zu verhindern, war deutlich besser. Nach 38.Dg5+ Dg6 39.De7 Df6 40.Df8+ Kg6] 38.Db8 Df6?! [38...De7 ist laut dem PC zäher, aber nach 39.Tg8+ Kf6 40.Df4 ist einfach der h6 weg.] 39.Td5? Veselin ist auch keine Machine. [39.Th8 (Bahnungsmotiv, der Dame wird die 8.Reihe bis g8 eröffnet) 39...Kg6 40.Df8! Kh5 41.Th7! Tc7 42.Dg8 Te7 43.g4+ Kh4 44.Df8 Kg5 45.Tg7+ Kh4 46.gxf5 gewann bereits.(nicht aber 46.g5 wegen 46...Te8! und Schwarz ist auf wundersame Weise wiederauferstanden.) ] 39...Te6 40.h4 [40.Df4 Kg6] 40...h5?




Siehe Anmerkung zum 37.Zug. Schwarz gibt ohne jede Not die Kontrolle über das Feld g5 endgültig preis und genau dahin macht sich jetzt der weiße Turm auf. Ab jetzt lässt sich Topalov die Partie nicht mehr nehmen. 41.Td8 Kh7 42.Tg8 f4 Das ist bereits Verzweiflung, denn der Turm wird sowieso auf g5 ankommen und dort in Verbindung mit der Dame auf f4 seine zerstörerische Wirkung zeigen. 43.gxf4 Dxh4 Und, wie es immer in solchen Fällen ist: Schwarz ist einen Zug von Gegenspiel entfernt, aber diesen wird er nie wieder ausführen können: 44.Th8+ Kg6 45.Dg8+ Kf6 46.Dd8+ Te7 Die Disharmonie der schwarzen Figuren sorgt für das schnelle Ende. 47.Th6+ Kf5 [47...Kg7 48.Dh8#] 48.Dd5+ [ Nach 48...Kg4 gewinnt Weiß unter Einsatz all seiner Kräfte nach 49.f3+ exf3+ 50.Dxf3+ Kf5 51.Txh5+ die schwarze Dame.] Deshalb gam Gashimov auf. 1–0

Mittwoch, 17. Februar 2010

MenschenZoo

Gerade waren Rössel und ich im Zoo.

Um die Uhrzeit?

Ja. Denn es gibt jetzt eine brandneue Erfindung namens Chatroulette, der erste Zoo der Welt, in dem Menschen ausgestellt werden und sich selbst zu Schau stellen. Und das im Sekundentakt.

Die Idee ist nicht besonders neu, sie ist im Prinzip sogar primitiv, aber trotzdem irgendwie revolutionär und "genial". Auf der ohne modernen Schnickschnack programmierten, spartanisch gestalteten Webseite gibt es nur einen einzigen Chatraum. Keine Unterräume, keine Tools, keine Extras, keine Benutzernamen. Nur das wahre Leben. Wer der Chat/Webcampartner von einem ist, entscheidet der Randomgenerator. Auf der einen Seite, links, die beiden Cambilder, rechts ein Dialogfeld. Namen, Nicknames, Informationen bekommst man im Gespräch. Voraussetzung: es entsteht eins. Die ersten Millesekunden sind entscheidend. Bist du interessant, bleibst du, überzeugst du nicht: >Next<!

Hört sich grausam an. Zuerst. Aber man gewöhnt sich schnell an den Geist der modernen Zeit. Und schon nextet man was das Zeug hält.

So erscheinen auf dem Bildschirm vor einem in sekündlicher Abwechslung kleine englische Jungen, amerikanische Studentinnen und deutsche Rentner. Und dazwischen ganz viele Penisse. Variiert nur durch unterschiedliche Farben, Längen und Blickwinkel. Und zwischendurch andere leicht bekleidete undefinierbare Körperteile.

Nexten oder Genextet werden.

Immerhin, die Wahl haben wir.

Dienstag, 16. Februar 2010

Auf ins Ammerland!

Der am Donnerstag startende Nord-West-Cup im niedersächsischen Bad Zwischenahn ist mein Zweit-Lieblingslangzeitturnier (nach dem Neckar-Open Deizisau) und kommt gerade recht, um die beim letzten Bundesliga-Wochenende neu aufgekommene Angst zu vertreiben. Die Angst, keine Partie mehr in diesem Leben zu gewinnen.

Bad Zwischenahn besticht neben dem tollen Spiellokal (Wandelhalle des Kurhauses, direkt am Zwischenahner Meer) mit einer hervorragenden Luft, und tollen gastronomischen Angeboten wie etwa Räucheraale und diverse Wurst- und Schinkenspezialitäten direkt aus der Rügenwalder Mühle. Ein Turnier echt für Genießer.

An der Spitze der Meldeliste stehen mit Vladimir Epishin, Illya Nyzhnyk und den unverwüstlichen Lev Gutman und Henrik Teske allerdings eher puritanisch angehauchte Kämpfer.

Sollte sich aber zwischenzeitlich eine ähnliche Situation wie nach der letzten Runde in Schwäbisch Gmünd ergeben, werde ich wohl die Chance nutzen, auf meinem Fluchtwege das wunderschöne Zwischenahner Meer (11 km Umfang) zu umrunden.
Diesmal wehre ich mich!

Sonntag, 14. Februar 2010

Bericht von der Schachbundesliga

Falls hier irgendjemanden noch ein anderes Thema außer rabiaten Putzfrauen und rüpelhaften Laborpraktikanten interessiert, ;-)
findet sich ab sofort

hier

ein recht ausführlicher Bericht zur eine Woche zurückliegenden Bundesliga-Runde in Berlin. Viel Spaß beim Lesen!

Donnerstag, 11. Februar 2010

Nachgetreten

Um 6:40 Uhr öffnete sich die Labortür und die von Wladimir als etwas schreckhaft beschriebene Putzkraft stand an der Schwelle. Ich drehte mich vom Monitor um: "Guten Morgen!"

Ohne ein Wort zu sagen, machte die Frau eine 180°-Kehrtwende und verschwand im dunklen Flur zurück. Die Tür fiel hinter ihr wieder zu. Noch dachte ich mir nichts dabei.

Das nächste Mal traf ich sie etwa zehn Minuten später in eben diesem Gang, der mittlerweile lichtdurchflutet war und nach Zitronenreiniger roch.
"Guten Morgen."
Grabesstille.

Irgendwann hatte ich dann endlich "Feiermorgen" und stolzierte mit Jacke und Laptoptasche zum vorerst letzten Mal über den Flur. Plötzlich stand mir aber etwa in der Mitte ein kleiner See aus Spülwasser im Weg, der Gang war zum Ganges mutiert.
Im Vertrauen auf wasserdichte Winterstiefel wollte ich einfach passieren, aber:

"Hier können Sie nicht gehen! Gehen Sie hier!" Ich blieb stehen. Sie konnte tatsächlich sprechen!

"Sind Sie hier angestellt?" Ich: "Ja." "Kommen Sie bitte nicht mehr vor sechs Uhr!"

Abgesehen davon, dass ich jawohl augenscheinlich vor 6 Uhr ins Labor gekommen sein muss (was ich für mich behielt), murmelte ich noch etwas von "Machen Sie doch einfach Ihre Arbeit und lassen Sie mich bitte meine machen", machte mich dann aber, ohne die Entwicklung einer handfesten Diskussion abzuwarten, von dannen und nahm den Weg durch Wladimirs Labor. Nach ein paar Minuten vergnüglichen Lästerns über den Vorfall verabschiedete ich mich und wollte endgültig gehen.

Vor dem Fahrstuhl wartete sie dann schon samt Putzwagen auf mich. Unangenehme Augenblicke beiderseitigen Schweigens vergingen. Schließlich war ich es, der zum Eispickel griff:

"Wenn Sie mir schon etwas zu sagen haben wollen, wie wäre es dann damit, ersteinmal eine normale Begrüßung zu erwidern?"
Sie, als ob sie die Frage erwartet hätte, aber durchaus pampig wenn nicht gar aggressiv:

"Vielleicht habe ich Ihnen ja geantwortet?! Sie haben es einfach nicht gehört!"

Nach dieser dreisten Lüge hatte ich genug. Das Fass war überflutet, das Tischtuch zerrissen und der Kamelrücken gebrochen. Mit den Worten "Ich hatte ja eher den Eindruck, Sie sind diejenige mit einem Hörproblem!" stürzte ich mich in den Spalt des sich gerade entriegelnden Fahrstuhls und drückte, bevor sie ihre Kinnlade wieder hochziehen konnte, die ">|<" - und gleichzeitig, mit premove die "E"-Taste. Das Bullettraining hatte also doch Früchte getragen. Der Spalt schloss sich wieder und, begleitet vom üblichen, sekundenbruchteillangen Gefühl der Schwerelosigkeit, raste der Lift nach unten, der Freiheit entgehen. Ein kleiner Moment einer großen Genugtuung...

Ein kleiner Wermutstropfen blieb natürlich noch haften: Nur zu liebend gerne hätte ich im alles entscheidenden Augenblick ihr dumm guckendes Gesicht gesehen. Die zornigen, durch die Metalltüren des Liftes dringenden Ausrufe haben jedenfalls ganz schön vielversprechend geklungen... Naja, man kann schließlich nicht alles haben.
Ich hoffe ja nur, der arme Wladimir bekommt jetzt nicht statt mir den Schwall ihren angestauten Ärgers ab. Oder einen Eimer Wischwasser.

Nachts im Labor

Da unsere liebe Professorin einen kleinen Small Talk bei der Weihnachtsfeier dazu genutzt hatte, uns (unter anderem mir) noch mehr Arbeit aufzubürden ("Macht doch bitte noch dies und das!"), wurde auf diese Weise mein Vorhaben, das Praktikum doch noch vor dem Nord-West-Cup in Bad Zwischenahn (Das wird übrigens der SCHACH-Fortsetzungsroman mit Epishin, Nyzhnik & Co.), sowie vor meinem Umzug, der jetzt nun doch schon Anfang/Mitte März stattfinden wird, zu beenden, stark gefährdet. Um den Schaden doch noch in Grenzen zu halten, lege ich ein paar Nachtschichten ein. Heute ist meine zweite.

Bild167

Eigentlich gar nicht so ein unangenehmer Job, denn ich muss relativ wenig machen und habe recht viel (am Computer sowie bis etwa 4 Uhr morgens auch am Handy zu nutzende) Wartezeit.
Etwa um 23 Uhr ist immer das traditionelle Midnight-Dinner mit Doktorand Wladimir, wo es heute Thai-Suppe, Cherry-Tomaten, Salami, Brezeln und Bier gab (für mich). Wladimir kocht sich auf dem Herd im Seminarraum eine Portion Reis, den er mit Forellenfilet, ukrainischem Dosengemüse und Pilzen garniert. Oder er schmiert sich Brote mit Margarine, Schinkenpastete und Käse. Oder was ganz anderes. Immerhin verbringt der Junge hier fast jede Nacht im Labor, zum Ende hin meist schlafend auf der Couch im Seminarraum (wie er mir erklärte, verlor er zuerst die Scheu vor der Raumpflegerin, die gewöhnlich um 7:30 morgens da ist, danach langsam auch selbige vor den allmählich ab 8 eintrudelnden Kollegen, die meist bis 10- halb 11 die Couch nicht nutzen können und aus Rücksicht vor dem Schlafenden gezwungen sind, sich in halber Lautstärke zu unterhalten. Das nur am Rande.)

Sonst sind wir ganz alleine im Gebäude. Der lange Flur wirkt schon irgendwie gespenstisch.

Bild168

Leider sind kleine nächtliche Spaziergänge unmöglich. Ich habe keinen Schlüssel und komme beim Verlassen des Gebäudes nicht wieder hinein. Naja, Schicksal. In dieser Nacht kann ich mit der Problematik schon viel besser umgehen, als bei meinem ersten Versuch, wo das halbe Eingesperrtsein (zudem war nicht einmal Wladimir da) panikähnliche Reflexe auslöste.

Insgesamt kann man sich aber gar nicht so sehr über die Lage beklagen, außer:
  • der merkwürdigen Gewohnheit des Hausmeisters, nachts die Beheizung der Labore weitestgehend einzustellen (Brrr!)
  • der überaus hohen Essiggeruchbelastung der Laborluft, wofür sich mein Labornachbar verantwortlich zeichnet. Das ist übrigens ein weiterer Grund, warum ich mittlerweile tendiere, auf die Nacht auszuweichen. Da wird es etwas weniger. Seit den Zeiten im russischen Kindergarten, als uns allen bei einer Läuseepidemie die Haare kahlgeschoren und die Kopfhaut mit einer widerlichen Essigessenz eingerieben wurde, an die das Zeug im Karlsruher Labor doch recht stark erinnert, reagiere ich höchst ungehalten auf den entsprechenden Geruch.
  • der trotz des Einsatzes von Red Bull massenweise verlorenen (Colorado)-Partien und Schachserver-ELO-Punkten
  • und zu (guter?) Letzt natürlich der Abwesenheit der einen oder anderen Bloguserin ;-)
Naja. Um kurz nach 7 geht die letzte Probe in die Maschine und dann bin ich erstmal weg hier. Noch 50 Minuten.

Dienstag, 9. Februar 2010

"Unterirdisch"

...ist das Stichwort mit dem in der Internetberichterstattung das Niveau des Berliner Derbys SF Berlin 4 - 4 SK König Tegel betitelt wurde.

Ganz so eng darf man das natürlich nicht sehen. Immerhin bedeutete dieses Ergebnis den ersten Tegeler Mannschaftspunkt und auch den ersten Bundesligasieg von Dennes Abel. Es gab jede Menge Dramatik und Spannung, das Endergebnis stand erst in der allerletzten Minute fest, und die (diesmal leider sehr wenigen) Zuschauer wurden bestens unterhalten.

Ziemlich unterirdisch war allerdings das folgende "Ehren"duell, dem noch ein wenig der Geist aus Dennewitz nachwehte:

Muse,Drazen (2367) - Schneider,Ilja (2500) [D05]
BL 0910 Schachfreunde Berlin - SK König Tegel (7.5), 05.02.2010


Muse-Schneider

1.d4 Sf6 2.Sf3 d5 3.c3 Dass Muse eine Unzahl an tighten Varianten (c3 und e3 mit und ohne vorherige Entwicklung des Läufers nach f4/g5) spielt, war mir in der Vorbereitung durchaus klargeworden, doch diese Zugfolge war auch mir neu. Das große Nachdenken auf beiden Seiten begann. 3...c5 4.e3 e6 5.Sbd2 Sbd7 6.Ld3 Le7 7.0–0 0–0 Meine Aufstellung (Le7 und Sd7 statt des üblicheren Ld6 und Sc6) erweist sich als sehr gut im Hinblick auf die weiße Idee De2 und e3-e4, da der Springer f6 schnell ersetzt werden kann und der Le7 taktisch sicher steht und vor allem der Läufer c8 frei nach b7 entwickelt werden kann. Hingegen wird die andere weiße Hauptidee nur schlecht pariert: 8.Se5! [8.De2 b6 9.e4 dxe4 10.Sxe4 Lb7= mit einem komplett sorgenfreien Leben für Schwarz.] 8...Sxe5 Der meistgespielte Zug und logisch erschien er mir auch, da es nicht wirklich Sinn macht zu warten, bis noch ein weiterer weißer Bauer auf f4 erscheint. [8...Dc7 9.f4 c4 10.Lc2 b5 Diese etwas statische Fortsetzung wurde ein paar Mal mit einigem Erfolg angewandt, aber mir erschien die Aussicht eines weißen Königsangriffs doch als zu gefährlich.] 9.dxe5 Sd7 10.f4



Hier wusste ich nicht, was ich spielen sollte. Es ist klar, dass ich vermutlich nicht ohne einen Aufzug des f-Bauern auskomme, aber sofort 10...f6 ist schlecht. 10...De8?!N Mir war klar, dass das nicht besonders gut sein kann, aber ich sah keinen anderen Weg, um meine Stellung zu sichern. Dabei war die Lage im Prinzip gar nicht so schlimm: [10...f5 fragt Weiß zum Beispiel, wie er weiterzukommen gedenkt.; 10...g6!? ist ein seltener Zug, der aber einen guten Score erzielt. Bald wird f7-f6 kommen und Schwarz befreit sein Spiel, während Weiß vorerst noch an seiner schlechten Entwicklung zu beißen hat.] 11.c4 [11.e4!? ist deutlich energischer und deckt die Schattenseiten des Damenzuges auf.] 11...f5! Besser spät als nie. [11...f6 war kaum mehr möglich, ich hatte Angst vor dem einfachen 12.cxd5 exd5 13.e6 Sb8 14.f5 Sc6 und als ob Schwarz nicht schon genug eigene Sorgen hätte, zeigt der Rechner hier auch noch 15.Sb1! an, wonach die Verteidigung des d5 ein schwerer Job sein wird.] An dieser Stelle kam eine Wende in die Partie. Muse, der sich bisher mit einfachen Zügen einen deutlichen Vorteil erarbeitet hatte, dachte über jeden Zug sehr lange nach, konnte aber keinen richtigen Plan finden. Bald hatte er nur noch sehr wenig Zeit und sowohl die schachliche als auch die psychologische Initiative gingen auf mich über. 12.Df3 [12.cxd5 exd5 13.Sf3 Sb6 14.a4 Le6 15.a5 Sd7 16.a6 b6 17.b3 wäre eine mögliche Fortsetzung. Weiß hat vermutlich immer noch etwas Vorteil, auch wenn die schwarze Blockadeidee gut aufgegangen ist.] 12...Sb6 13.Tf2?! Hä? :-) 13...Ld7 14.cxd5 Sxd5 [14...exd5 strebt weiterhin die Blockadestellung an, aber das war mir bereits zu wenig.]



15.e4 Sb4 16.Lb1 Sc6!? Ein Bauernopfer, dessen vollständige Konsequenzen ich gar nicht berechnet habe, dies war aber auch nicht nötig, wie die Varianten zeigen. Nimmt Weiß an, spielt sich der Angriff wie von alleine. 17.exf5 Sd4 18.Dh3 [18.Dxb7 Lc6 19.Da6 Dh5 (19...Lb5 bringt nicht so viel wegen 20.Da3) 20.Sf3 Lxf3 21.gxf3 Lh4 22.Tg2 Tad8 mit kräftiger Initiative.] 18...exf5 Eine Entscheidung mit einem weinenden Auge - immerhin kriegt der Gegner damit seinen lang ersehnten gedeckten Freibauern. Aber ich wollte noch den Springer auf d4 behalten, den Muse mir natürlich sofort wegtauscht. 19.Sf3 Sxf3+ 20.Txf3?! Zu optimistisch-zockerhaft. Nun ist die weiße Grundreihe schwach und die weiße Dame hockt weiter in ihrem Verließ. 20...Td8 21.Le3 Dg6 Die Dame will nach b6.



22.Lc2 Db6 23.Tf2 [23.Lb3+ Le6 spielt mir total in die Karten, denn so werde ich endlich den "schlechten" Läufer los.] 23...Le6 Weiß steckt in der Sackgasse und lässt die Uhr auf wenige Sekunden ablaufen. Ohne das Increment hätte ich ihn vermutlich gehabt... ;-) 24.g4 g6 25.gxf5 Lxf5 26.Lxf5 Txf5 27.Tg2 De6 28.Dg4 Es drohte 28...Txe5. 28...Td3 29.Te1



So weit, so gut. Bis hier ist die Partie im Prinzip optimal verlaufen. Schwarz hat aufgrund der Dominanz seiner Figuren und der nützlicheren Bauernmehrheit deutlichen Vorteil erlangt. Außerdem lebte Drazen mittlerweile schon länger von seinem Increment. Mein nächster Zug ist allerdings etwas unnötig impulsiv. 29...b5!? [29...c4 ist nachhaltiger und besser. Ich wollte hier nicht unbedingt den Bauern a7 en prise lassen, aber eigentlich genügt ein kurzer Blick um festzustellen, dass Weiß ihn gar nicht wirklich nehmen kann. 30.Lxa7? b6 und schon sitzt der Läufer in der tödlichen Falle.] 30.Df3 Dxa2?! Gierig, wenn auch noch nicht direkt inkorrekt. Einfacher wäre an dieser Stelle [30...Dd5 wonach Weiß einem nachteilhaften Endspiel kaum noch sinnvoll ausweichen kann.] 31.De4 Die Dame greift zwei Türme an, wie soll man beide decken? [31.Db7?? bestraft Schwarz sofort mit 31...Txe3 32.Txe3 Db1+ 33.Kf2 Txf4+ 34.Kg3 (was nun?)


Analysediagramm

34...Lh4+!! 35.Kxf4 Df5#]

31...Dd5 Eigentlich nicht schwer zu sehen, wenn es erstmal auf dem Brett steht, aber die paar Phrasen gemurmeltes Kroatisch, die ich an dieser Stelle vernahm, ließen eindeutig den Rückschluss zu, dass Muse nicht mit dieser Parade gerechnet hätte. 32.Dxd5+ [32.Dxf5 Dxg2+ 33.Kxg2 gxf5–+ ist einfach total verloren für Weiß.] 32...Txd5 33.Ta1




An dieser Stelle habe ich mich allerdings gefragt, warum ich mir überhaupt den Bauern a2 einverleibt habe... Immerhin ist eine ökonomische Deckung des a7 nicht zu sehen, oder? 33...Td3!? [33...c4! , aber eben nur in Verbindung mit dem schon nicht mehr so einfachen 34.Txa7 Txf4!! war der Schlüssel zur weißen Stellung. Nun ist das geringste Übel aus weißer Sicht etwas wie 35.Tg3 Lc5 36.Lxc5 Txc5 mit einem noch nicht ganz verlorenen, aber auch nicht mehr besonders spaßigem Turmendspiel.] 34.Kf2?! Da Muse in höchster Zeitnot war, ist der Zug an sich nicht zu tadeln, nur eben seine Zeiteinteilung generell. [34.Te2 c4 35.Kg2 (35.Txa7 Txe3! und so weiter...) 35...g5 36.Txa7 Ld8! lässt Weiß zwar ebenfalls leiden, aber nicht ganz ohne Aussichten auf ein Remis.] 34...Tb3? Aber das Geschenk kommt wieder! Diesmal ist der gesamte Vorteil endgültig weg. [34...c4! , so etwa zum tausendsten Mal in dieser Partie, diesmal mit der Pointe 35.Txa7 (nach Rybka ist bester Zug 35.h4!? - das sagt alles.) 35...Txf4+!–+] 35.Kf3 c4 zu spät! 36.Ke4!



Langsam wurde mir klar, was ich angerichtet hatte. Ich spiele die Partie von nun an mit einer Minusfigur (er hat einfach einen König mehr im Spiel), mein Turm b3 steht im Abseits, ich habe es nicht geschafft, seinen Zentrumsfreibauern loszuwerden, verliere aber gleich meinen a7. Einschätzung: Weiß steht mittlerweile schon deutlich besser. Aber irgendwie wollte ich es hier noch nicht richtig wahrhaben und zog 36...Tf8 , wobei ich mir total klug vorkam. Weder sein Turm noch sein Läufer dürfen auf a7 schlagen, und gleich konsolidiere ich meine Stellung... 37.Td2!? ...aber dann kam dieser Schock. Nun bekam ich einfach Angst vor einem schnellen Zusammenbruch. 37...Td8? Eine panikartige Reaktion. Wer soll eigentlich noch den e-Bauern aufhalten? [37...a5! habe ich mich nicht mehr getraut wegen 38.Td7 Lb4 39.Ld4 "und Matt", dieses lässt sich jedoch auf mehrere, allerdings weniger triviale Weisen parieren, sagen wir mal 39...Td3 40.e6 Td2! 41.Tg7+ Kh8 und Weiß ist nicht wirklich mit wirksamen Abzugsschachs gesegnet, so dass Rybkas Urteil 0.00 lautet. Etwa nach 42.Tb7+ Kg8 43.Txb5 Te2+ 44.Kd5 Td8+ 45.Kxc4 Txe6= mit Vollausgleich.] 38.Txd8+ Lxd8 39.Lxa7 Txb2 40.Ld4 Te2+ Einziger Zug. 41.Kd5



Drazen hat mit Mühe und Not die Zeitkontrolle geschafft und frönte nun draußen dem Tabakvergnügen. Ich konnte mir derweil die Scherben meiner Stellung ansehen und feststellen, dass ich in Wirklichkeit keinerlei Mittel habe, etwa gegen seinen Freibauern zu unternehmen. Gestählt durch die jahrelange Schnellschachpraxis konnte ich allerdings recht schnell den einzigen Zug finden, der wenigstens nicht sofort zur Niederlage führt. 41...Kg7! Der König verlässt die Kampfzone. Für die nächsten beiden Züge dachte Muse etwa 45 Minuten nach. Vermutlich genau so wie ich, gezeichnet durch den schweren bisherigen Partieverlauf fand er aber nicht das Optimum heraus und gab sich schnell mit Remis zufrieden. 42.Ta8 [42.Ta7+ Kh6 43.e6 lässt mir im Prinzip keine andere Wahl, als 43...Txh2 44.e7 Lxe7 45.Txe7 , wonach eine Stellung entsteht, welche ich eher für gewonnen, als für remis erklären würde. So oder so - quälen hätte er mich dann bis ins tiefste TL vs T-Endspiel können.] 42...Lh4 43.e6+ Kh6



44.Tb8?!
schickt sich ins Remis. [Nach 44.Le5 wäre die Partie zumindest noch eine Weile weitergelaufen.] 44...Td2 45.Ke4 was sonst? 45...Te2+ 46.Kd5 Td2 In diesem Moment, nichtsahnend von den diversen ...c4-Möglichkeiten, die ich in dieser Partie ausließ, war ich erstmal heilfroh, überhaupt einen halben Punkt erreicht zu haben. ½–½

Drazen-Muse-Ilja-Schneider (pgn, 9 KB)

Montag, 8. Februar 2010

8 Brettpunkte und 2 Mannschaftspunkte

... holten die SF Berlin am vergangenen Mammut-Bundesliga-Wochenende im Rathaus Schöneberg aus drei Begegnungen. Das ist exakt genauso viel, wie das Ergebnis der OSG Baden-Baden am Samstag. Lassen wir uns das noch einmal auf der Zunge zergehen:

SF Berlin 0:8 OSG Baden-Baden

8 verlorene Partien, aber durchaus mit unterschiedlicher Geschichte. Da gäbe es zum Beispiel die Duelle von Rainer gegen den frischgebackenen Sieger aus Gibraltar, Mickey Adams oder die angekündigte Revanche von Martin Krämer gegen den deutschen Nationalspieler Arkadi Naiditsch. Beides echte Kampfpartien, wo sich ganz am Ende die jeweils besseren Spieler durchgesetzt haben, durchaus nicht ohne Schwierigkeiten oder Abenteuer. Geht völlig in Ordnung.

Dann gab es noch Partien, die "einfach so" verloren gingen. Mehr oder weniger direkte Einsteller, falsche Stellungseinschätzungen, Schlampereien beim Übergang ins Endspiel... kann alles mal passieren, besonders wenn man gegen Spieler antritt, die einem 150-250 Punkte überlegen sind.

Und dann gab es noch das 0:1, welches von eurem Gastgeber geschossen wurde. Dieses Trauerspiel ist so dermaßen peinlich, dass es eine extrem sinnvolle Maßnahme gewesen wäre, darüber möglichst schnell ein Mäntelchen des Schweigens zu hüllen... aber nein, wie der Schachzoo nun traumatischer Weise erfahren musste lauert die Presse förmlich überall. Und so entstand für die Nachwelt dieses Überbleibsel eines weiteren traumatischen 6.Februar (von dem nur die echten Kenner wissen, welch schicksalhafte Bedeutung diesem Datum zugrunde liegt). Ich hoffe, ihr könnt den Link öffnen, ich hatte bisher bei 2 PCs nur bei einem Erfolg.

Einzelheiten und (Hinter)gründe für das 0:8 Desaster werden natürlich im Laufe der Woche in der bekannten Bundesliga-Ecke folgen.

Ein Gutes hat so ein 0:8 aber doch. Erstens, "gleiches Recht für alle", "mitgefangen, mitgehangen" usw... und zweitens konnte man sich abends beim Essen wenigstens die allüblichen Diskussionen sparen, die bei einem Ergebnis von 2,5:5,5 bis 3,5:4,5 meist den ganzen Abend dominieren: "Ging bei dir nicht noch was?" "Oh mann, das war die ganze Zeit remis und dann befudelt er mich noch!" "Warum bietest du hier remis an, du siehst doch, dass der Kampf auf der Kippe steht!?"
Diesmal waren solche Überlegungen allerdings völlig unnötig. 0:8. Das sagt alles. Selbst mein Vater schickte mir nach meiner Partie eine mahnende SMS, in der mein "insolides" Spiel angeprangert wird. Sonst tut Dad (Spielstärke 1200-1300) das gewöhnlich nicht. Die letzte Stufe des Niedergangs.

Leider waren die anderen beiden Spiele (4:4 gegen Tegel und gegen Heidelberg-Handschuhsheim) fast genau so schlecht und so teuer, wie das Essen beim Italienier nach dem 0:8.

Ging Ersteres trotz der papiermäßigen Überlegenheit und der entsprechenden Erwartungen noch halbwegs in Ordnung (meinem verpatzen Sieg im "unausgeglichenen Duell" gegen Drazen Muse stand ein eher glücklicher (erster!) Sieg von Dennes Abel und zwei weniger erwartete Rettungen von Jan Markos und Rainer gegenüber), so ist das 4:4 gegen Heidelberg durchaus eine kleine Katastrophe. Bevor bei schachbundesliga.de dann bald der richtige Wind weht, hier einmal eine Kostprobe:

Jan Markos - Viacheslav Ikonnikov (Bundesliga 2009/10 Heidelberg - Berlin (9.1.)



Jeder russische Busfahrer, jede ukrainische Putzfrau und auch jeder Deutsche, die mit Erfolg eine der gelungeneren Sparten von Rankzero durchgearbeitet haben, wissen, wie man mit geschlossenen Augen so eine Stellung sicher in den Remishafen bringt. Nämlich durch Nichtstun. Keine Bauern bewegen, den König in der Ecke lassen, und mit dem Turm vielleicht mal einen Blick auf die schwarzen Bäuerleins werfen, falls sich der schwarze König doch einmal aufmacht, seinen Freibauern in Szene zu setzen. Insgesamt eben totremis.

Leider gehörte unser sonst sehr verlässlicher Spitzenmann aus der Slovakei in keine der skizzierten Personengruppen. Er war sich entweder bereits zu sicher, es zu halten, oder wusste nicht wirklich, was er tat. Zuerst stellte er den einen Bauern nach g4 (mag auch noch gehen), aber dann wurde es absurd. Der weiße Randbauer lief nach h5 hoch, zum Schrecken aller anwesenden Pro-Berlin-Betrachter. Irgendwann stand es also so:



Hier kam statt des rettenden 41.Ta7 (fesselt den schwarzen Bauern und wenn der schwarze König in die Mitte läuft, kommt irgendwann g5 und der weiße Freibauer lenkt den schwarzen Turm ab, bevor der schwarze König nach links rüberkommt: Remis!)

das devote 41.Kg2 und natürlich ließ sich der russische GM 41...f6! (blockt jegliche Durchbruchsversuche) nicht nehmen. Genauso wie ein paar Züge später die findige Pointe



52...Te1!.
Weiß kann es drehen und wenden, wie er will: Er kann sich nicht sofort auf a2 bedienen, da das Bauernendspiel dann verloren sein wird. Dank des Bauern h5 natürlich. Also muss er vorher noch mit 53.Ta3+ ein Schach verteilen, verliert aber danach seine beiden Bauern.

Aber Moment, war da nicht noch was? Aber natürlich, das entstehende Endspiel "h+f" ist (natürlich, warum sollte es auch anders sein?) Remis. Wie sich Jan aber dort angestellt hat, will ich aus großem Respekt vor seinen sonstigen Leistungen für uns lieber nicht mehr demonstrieren. Am Ende stand es jedenfalls (nur) 4:4. Was aber nicht heißen soll, dass sich die Schachfreunde bereits auf die kommende Zweitklassigkeit (und die zweite Garnitur, die im Nebensaal Königsspringer Hamburg leicht und locker mit 7:1 abfertigte, auf die Drittklassigkeit) einstellen müssen. Die Siege gegen Emsdetten und Katernberg stehen, die 6 Punkte genauso wie die immer noch absolut intakten Chancen auf den Klassenerhalt.

Wie gesagt, mehr und genauer dann bald in der Bundesliga-Ecke. Was nicht heißt, dass ich mir nicht vorbehalte, einige ausgewählte Momente der Kämpfe auch hier noch einmal aufzuarbeiten. Reinschauen lohnt sich jedenfalls :-)

Die wie immer beispielhaften Fotos und Videos aus Berlin aus Frank Hoppes Hand finden sich hier.

Nur bei seinen Vorhersagen muss sich der Mann künftig noch etwas mehr Mühe geben. Prognostizierte er doch klar und deutlich im Match von Baden-Baden gegen Tegel ein 8:0, und dann erwischte es einfach die Falschen! Vielleicht weigerte sich Tegel auch einfach deshalb, sich mit 0:8 abfertigen zu lassen, weil sich Sprachrohr Rankzero schon im Vorfeld zum Thema geäußert hatte?

Donnerstag, 4. Februar 2010

Schach-Bundesliga im Rathaus Schöneberg (Vorschau von Rainer Polzin)

Der Winter scheint in Berlin kein Ende finden zu wollen, die Winterpause in der 1. Schach-Bundesliga ist jedoch sicher bald vorbei: Zwischen dem 5. und 7. Februar 2010 tragen der Deutsche Meister OSG Baden-Baden, der Aufsteiger Heidelberg-Handschuhsheim und die beiden Berliner Vereine König Tegel und Schachfreunde Berlin ihre Kämpfe im Willy-Brandt-Saal des alt-ehrwürdigen Rathaus Schöneberg aus.

Los geht es bereits am Freitag mit dem Lokalderby Schachfreunde Berlin gegen König Tegel. Das ist immer spannend, egal wer nach ELO favorisiert ist. Die letzte Begegnung, wenn auch bei der Deutschen Blitzmannschaftsmeisterschaft, endete an gleicher Stätte 4-0 für die Nord-Berliner, im Turnierschach hatten in der Vergangenheit zumeist die Schachfreunde die Nase vorne.

Am Samstag ist dann der Deutsche Meister aus Baden-Baden in Berlin zu Gast! Die Superstars Vishy Anand und Magnus Carlsen werden sich voraussichtlich für andere Aufgaben schonen (und ganz ehrlich: gegen die beiden Berliner Vereine sollte es in fast jeder Aufstellung reichen). Mit Peter Svidler, Sergei Movsesian, Michael Adams und Alexei Shirov haben die Kurstädter aber noch viele weitere Stars aufgestellt, von denen der eine oder andere zum Einsatz kommen wird.

Die Heidelberger werden versuchen, gegen die beiden Berliner Vereine Boden im Abstiegskampf gut zu machen. Es ist daher zu vermuten, dass sie mit allen verfügbaren Großmeistern in die Hauptstadt reisen. Sowohl gegen Tegel als auch gegen die Schachfreunde sind spannende Kämpfe zu erwarten.

Bei den Rahmenbedingungen bleiben zwei Dinge beim Alten: Die Verpflegung wird wie immer von der Familie Hein übernommen, die Zuschauer können also getrost Hunger mitbringen. Und der Berliner Verleger Arno Nickel ist mit einem Schachstand vor Ort. Aber es sind auch zwei Neuerungen zu vermelden:


Live-Kommentierung

Am Freitag werden ab 18.00 Uhr mittels Leinwand und Beamer die Partien vor Ort von Stephan Bruchmann kommentiert, unterstützt von dem einen oder anderen Spieler. Am Samstag kommentiert ab 14.00 Uhr Jan Wendt. Der Kommentator für Sonntag steht noch nicht fest, denn schließlich spielt die zweite Mannschaft der Schachfreunde am Sonntag auch 2. Bundesliga im Rathaus Schöneberg gegen Königsspringer Hamburg. Oder besser: der Name wird noch nicht verraten!


Tippspiel

Die Schachfreunde werden erstmals am Samstag und Sonntag ein Tippspiel anbieten. Die Zuschauer können auf die beiden Mannschaftsergebnisse vor Ort tippen: Ist die Tendenz richtig wird ein Punkt gutgeschrieben. Wird das Mannschaftsergebnis exakt richtig getippt werden drei Punkte gutgeschrieben. Wird das Mannschaftsergebnis nur um einen halben Brettpunkt verfehlt sind es zwei Punkte, sofern zugleich die Tendenz stimmt. Die Tipps müssen am Samstag bis 16.00 Uhr vor Ort (nicht über das Internet!) abgegeben werden, am Sonntag bis 12.00 Uhr. Für Samstag und Sonntag gibt es getrennte Wertungen mit je fünf Preisen, den beiden Gesamtsiegern des Wochenendes winkt allerdings ein Sonderpreis. Mit dem Einsatz von 3,00 € pro Tipp unterstützen Sie die Schachfreunde Berlin. Ein Spieler darf mehrere Tipps abgeben, ist pro Tag aber nur einmal preisberechtigt. Bei Punktgleichheit entscheidet ggf. das Los. Unter allen Teilnehmern des Wochenendes werden zwei Trostpreise verlost. Spieler und Mannschaftsführer der beteiligten Vereine sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Preise werden den Gewinnern ggf. zugeschickt.

Es winken schöne Sachpreise, die vom Schachversand NIGGEMANN www.schachversand.de , der Zeitung SCHACHWELT von Jörg Hickl www.schach-welt.de , dem Verleger Arno Nickel www.edition-marco.de und dem Berliner Autor Harald Fietz www.wissen-im-wedding.de zur Verfügung gestellt werden. Vielen Dank von den Schachfreunden Berlin an die Genannten!

Schachuhr DGT 2010 Sonderedition (NIGGEMANN)
Holzbrett mit Staunton-Figuren
klappbares Schachbrett mit Figuren

vier Halbjahresabos der Zeitung "SCHACHWELT"
"Die Macht der Bauern" von Jörg Hickl/Erik Zude

"Der Weltmeisterschaftskampf Lasker-Steinitz 1894" von Robert Hübner (Verlag Arno Nickel)
"Gefährliche Waffen: Französisch" von John Watson
"Der Wunderjunge" von Simen Agdestein (signiert von Magnus Carlsen!)
"Schachkalender 2010" von Arno Nickel

"Olympiad United" von Harald Fietz/Josip Asik/Anna Burtasova


Spielort

Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy Platz, 10820 Berlin, U-Bahnhof Bayrischer Platz (U7) oder Rathaus Schöneberg (U4)


Programm

Freitag ab 16.00 Uhr
Schachfreunde Berlin - König Tegel
Live-Kommentare vor Ort mit Stephan Bruchmann (ab 18.00 Uhr)

Samstag ab 14.00 Uhr
Schachfreunde Berlin - Baden-Baden
König Tegel - Heidelberg-Handschuhsheim
Live-Kommentare vor Ort mit Jan Wendt
Gewinnspiel (Abgabe der Tipps bis spätestens 16.00 Uhr)

Sonntag ab 10.00 Uhr
Baden-Baden - König Tegel
Heidelberg-Handschuhsheim - Schachfreunde Berlin
Live-Kommentare vor Ort
Gewinnspiel (Abgabe der Tipps bis spätestens 12.00 Uhr)
2. Bundesliga: Schachfreunde Berlin II – Königsspringer Hamburg (Anpfiff 11.00 Uhr) im Theodor-Heuss-Saal

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> Klar - wenn er einen...
> Klar - wenn er einen wirklichen Gewinnvorteil...
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"Also bieten sie euch...
"Also bieten sie euch 4 Remisen an, und euch ist klar,...
Suizido (Gast) - So, 21. Mrz, 16:41
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Phil (Gast) - So, 21. Mrz, 14:12
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