[>>]

Dienstag, 9. Februar 2010

"Unterirdisch"

...ist das Stichwort mit dem in der Internetberichterstattung das Niveau des Berliner Derbys SF Berlin 4 - 4 SK König Tegel betitelt wurde.

Ganz so eng darf man das natürlich nicht sehen. Immerhin bedeutete dieses Ergebnis den ersten Tegeler Mannschaftspunkt und auch den ersten Bundesligasieg von Dennes Abel. Es gab jede Menge Dramatik und Spannung, das Endergebnis stand erst in der allerletzten Minute fest, und die (diesmal leider sehr wenigen) Zuschauer wurden bestens unterhalten.

Ziemlich unterirdisch war allerdings das folgende "Ehren"duell, dem noch ein wenig der Geist aus Dennewitz nachwehte:

Muse,Drazen (2367) - Schneider,Ilja (2500) [D05]
BL 0910 Schachfreunde Berlin - SK König Tegel (7.5), 05.02.2010


Muse-Schneider

1.d4 Sf6 2.Sf3 d5 3.c3 Dass Muse eine Unzahl an tighten Varianten (c3 und e3 mit und ohne vorherige Entwicklung des Läufers nach f4/g5) spielt, war mir in der Vorbereitung durchaus klargeworden, doch diese Zugfolge war auch mir neu. Das große Nachdenken auf beiden Seiten begann. 3...c5 4.e3 e6 5.Sbd2 Sbd7 6.Ld3 Le7 7.0–0 0–0 Meine Aufstellung (Le7 und Sd7 statt des üblicheren Ld6 und Sc6) erweist sich als sehr gut im Hinblick auf die weiße Idee De2 und e3-e4, da der Springer f6 schnell ersetzt werden kann und der Le7 taktisch sicher steht und vor allem der Läufer c8 frei nach b7 entwickelt werden kann. Hingegen wird die andere weiße Hauptidee nur schlecht pariert: 8.Se5! [8.De2 b6 9.e4 dxe4 10.Sxe4 Lb7= mit einem komplett sorgenfreien Leben für Schwarz.] 8...Sxe5 Der meistgespielte Zug und logisch erschien er mir auch, da es nicht wirklich Sinn macht zu warten, bis noch ein weiterer weißer Bauer auf f4 erscheint. [8...Dc7 9.f4 c4 10.Lc2 b5 Diese etwas statische Fortsetzung wurde ein paar Mal mit einigem Erfolg angewandt, aber mir erschien die Aussicht eines weißen Königsangriffs doch als zu gefährlich.] 9.dxe5 Sd7 10.f4



Hier wusste ich nicht, was ich spielen sollte. Es ist klar, dass ich vermutlich nicht ohne einen Aufzug des f-Bauern auskomme, aber sofort 10...f6 ist schlecht. 10...De8?!N Mir war klar, dass das nicht besonders gut sein kann, aber ich sah keinen anderen Weg, um meine Stellung zu sichern. Dabei war die Lage im Prinzip gar nicht so schlimm: [10...f5 fragt Weiß zum Beispiel, wie er weiterzukommen gedenkt.; 10...g6!? ist ein seltener Zug, der aber einen guten Score erzielt. Bald wird f7-f6 kommen und Schwarz befreit sein Spiel, während Weiß vorerst noch an seiner schlechten Entwicklung zu beißen hat.] 11.c4 [11.e4!? ist deutlich energischer und deckt die Schattenseiten des Damenzuges auf.] 11...f5! Besser spät als nie. [11...f6 war kaum mehr möglich, ich hatte Angst vor dem einfachen 12.cxd5 exd5 13.e6 Sb8 14.f5 Sc6 und als ob Schwarz nicht schon genug eigene Sorgen hätte, zeigt der Rechner hier auch noch 15.Sb1! an, wonach die Verteidigung des d5 ein schwerer Job sein wird.] An dieser Stelle kam eine Wende in die Partie. Muse, der sich bisher mit einfachen Zügen einen deutlichen Vorteil erarbeitet hatte, dachte über jeden Zug sehr lange nach, konnte aber keinen richtigen Plan finden. Bald hatte er nur noch sehr wenig Zeit und sowohl die schachliche als auch die psychologische Initiative gingen auf mich über. 12.Df3 [12.cxd5 exd5 13.Sf3 Sb6 14.a4 Le6 15.a5 Sd7 16.a6 b6 17.b3 wäre eine mögliche Fortsetzung. Weiß hat vermutlich immer noch etwas Vorteil, auch wenn die schwarze Blockadeidee gut aufgegangen ist.] 12...Sb6 13.Tf2?! Hä? :-) 13...Ld7 14.cxd5 Sxd5 [14...exd5 strebt weiterhin die Blockadestellung an, aber das war mir bereits zu wenig.]



15.e4 Sb4 16.Lb1 Sc6!? Ein Bauernopfer, dessen vollständige Konsequenzen ich gar nicht berechnet habe, dies war aber auch nicht nötig, wie die Varianten zeigen. Nimmt Weiß an, spielt sich der Angriff wie von alleine. 17.exf5 Sd4 18.Dh3 [18.Dxb7 Lc6 19.Da6 Dh5 (19...Lb5 bringt nicht so viel wegen 20.Da3) 20.Sf3 Lxf3 21.gxf3 Lh4 22.Tg2 Tad8 mit kräftiger Initiative.] 18...exf5 Eine Entscheidung mit einem weinenden Auge - immerhin kriegt der Gegner damit seinen lang ersehnten gedeckten Freibauern. Aber ich wollte noch den Springer auf d4 behalten, den Muse mir natürlich sofort wegtauscht. 19.Sf3 Sxf3+ 20.Txf3?! Zu optimistisch-zockerhaft. Nun ist die weiße Grundreihe schwach und die weiße Dame hockt weiter in ihrem Verließ. 20...Td8 21.Le3 Dg6 Die Dame will nach b6.



22.Lc2 Db6 23.Tf2 [23.Lb3+ Le6 spielt mir total in die Karten, denn so werde ich endlich den "schlechten" Läufer los.] 23...Le6 Weiß steckt in der Sackgasse und lässt die Uhr auf wenige Sekunden ablaufen. Ohne das Increment hätte ich ihn vermutlich gehabt... ;-) 24.g4 g6 25.gxf5 Lxf5 26.Lxf5 Txf5 27.Tg2 De6 28.Dg4 Es drohte 28...Txe5. 28...Td3 29.Te1



So weit, so gut. Bis hier ist die Partie im Prinzip optimal verlaufen. Schwarz hat aufgrund der Dominanz seiner Figuren und der nützlicheren Bauernmehrheit deutlichen Vorteil erlangt. Außerdem lebte Drazen mittlerweile schon länger von seinem Increment. Mein nächster Zug ist allerdings etwas unnötig impulsiv. 29...b5!? [29...c4 ist nachhaltiger und besser. Ich wollte hier nicht unbedingt den Bauern a7 en prise lassen, aber eigentlich genügt ein kurzer Blick um festzustellen, dass Weiß ihn gar nicht wirklich nehmen kann. 30.Lxa7? b6 und schon sitzt der Läufer in der tödlichen Falle.] 30.Df3 Dxa2?! Gierig, wenn auch noch nicht direkt inkorrekt. Einfacher wäre an dieser Stelle [30...Dd5 wonach Weiß einem nachteilhaften Endspiel kaum noch sinnvoll ausweichen kann.] 31.De4 Die Dame greift zwei Türme an, wie soll man beide decken? [31.Db7?? bestraft Schwarz sofort mit 31...Txe3 32.Txe3 Db1+ 33.Kf2 Txf4+ 34.Kg3 (was nun?)


Analysediagramm

34...Lh4+!! 35.Kxf4 Df5#]

31...Dd5 Eigentlich nicht schwer zu sehen, wenn es erstmal auf dem Brett steht, aber die paar Phrasen gemurmeltes Kroatisch, die ich an dieser Stelle vernahm, ließen eindeutig den Rückschluss zu, dass Muse nicht mit dieser Parade gerechnet hätte. 32.Dxd5+ [32.Dxf5 Dxg2+ 33.Kxg2 gxf5–+ ist einfach total verloren für Weiß.] 32...Txd5 33.Ta1




An dieser Stelle habe ich mich allerdings gefragt, warum ich mir überhaupt den Bauern a2 einverleibt habe... Immerhin ist eine ökonomische Deckung des a7 nicht zu sehen, oder? 33...Td3!? [33...c4! , aber eben nur in Verbindung mit dem schon nicht mehr so einfachen 34.Txa7 Txf4!! war der Schlüssel zur weißen Stellung. Nun ist das geringste Übel aus weißer Sicht etwas wie 35.Tg3 Lc5 36.Lxc5 Txc5 mit einem noch nicht ganz verlorenen, aber auch nicht mehr besonders spaßigem Turmendspiel.] 34.Kf2?! Da Muse in höchster Zeitnot war, ist der Zug an sich nicht zu tadeln, nur eben seine Zeiteinteilung generell. [34.Te2 c4 35.Kg2 (35.Txa7 Txe3! und so weiter...) 35...g5 36.Txa7 Ld8! lässt Weiß zwar ebenfalls leiden, aber nicht ganz ohne Aussichten auf ein Remis.] 34...Tb3? Aber das Geschenk kommt wieder! Diesmal ist der gesamte Vorteil endgültig weg. [34...c4! , so etwa zum tausendsten Mal in dieser Partie, diesmal mit der Pointe 35.Txa7 (nach Rybka ist bester Zug 35.h4!? - das sagt alles.) 35...Txf4+!–+] 35.Kf3 c4 zu spät! 36.Ke4!



Langsam wurde mir klar, was ich angerichtet hatte. Ich spiele die Partie von nun an mit einer Minusfigur (er hat einfach einen König mehr im Spiel), mein Turm b3 steht im Abseits, ich habe es nicht geschafft, seinen Zentrumsfreibauern loszuwerden, verliere aber gleich meinen a7. Einschätzung: Weiß steht mittlerweile schon deutlich besser. Aber irgendwie wollte ich es hier noch nicht richtig wahrhaben und zog 36...Tf8 , wobei ich mir total klug vorkam. Weder sein Turm noch sein Läufer dürfen auf a7 schlagen, und gleich konsolidiere ich meine Stellung... 37.Td2!? ...aber dann kam dieser Schock. Nun bekam ich einfach Angst vor einem schnellen Zusammenbruch. 37...Td8? Eine panikartige Reaktion. Wer soll eigentlich noch den e-Bauern aufhalten? [37...a5! habe ich mich nicht mehr getraut wegen 38.Td7 Lb4 39.Ld4 "und Matt", dieses lässt sich jedoch auf mehrere, allerdings weniger triviale Weisen parieren, sagen wir mal 39...Td3 40.e6 Td2! 41.Tg7+ Kh8 und Weiß ist nicht wirklich mit wirksamen Abzugsschachs gesegnet, so dass Rybkas Urteil 0.00 lautet. Etwa nach 42.Tb7+ Kg8 43.Txb5 Te2+ 44.Kd5 Td8+ 45.Kxc4 Txe6= mit Vollausgleich.] 38.Txd8+ Lxd8 39.Lxa7 Txb2 40.Ld4 Te2+ Einziger Zug. 41.Kd5



Drazen hat mit Mühe und Not die Zeitkontrolle geschafft und frönte nun draußen dem Tabakvergnügen. Ich konnte mir derweil die Scherben meiner Stellung ansehen und feststellen, dass ich in Wirklichkeit keinerlei Mittel habe, etwa gegen seinen Freibauern zu unternehmen. Gestählt durch die jahrelange Schnellschachpraxis konnte ich allerdings recht schnell den einzigen Zug finden, der wenigstens nicht sofort zur Niederlage führt. 41...Kg7! Der König verlässt die Kampfzone. Für die nächsten beiden Züge dachte Muse etwa 45 Minuten nach. Vermutlich genau so wie ich, gezeichnet durch den schweren bisherigen Partieverlauf fand er aber nicht das Optimum heraus und gab sich schnell mit Remis zufrieden. 42.Ta8 [42.Ta7+ Kh6 43.e6 lässt mir im Prinzip keine andere Wahl, als 43...Txh2 44.e7 Lxe7 45.Txe7 , wonach eine Stellung entsteht, welche ich eher für gewonnen, als für remis erklären würde. So oder so - quälen hätte er mich dann bis ins tiefste TL vs T-Endspiel können.] 42...Lh4 43.e6+ Kh6



44.Tb8?!
schickt sich ins Remis. [Nach 44.Le5 wäre die Partie zumindest noch eine Weile weitergelaufen.] 44...Td2 45.Ke4 was sonst? 45...Te2+ 46.Kd5 Td2 In diesem Moment, nichtsahnend von den diversen ...c4-Möglichkeiten, die ich in dieser Partie ausließ, war ich erstmal heilfroh, überhaupt einen halben Punkt erreicht zu haben. ½–½

Drazen-Muse-Ilja-Schneider (pgn, 9 KB)

Montag, 8. Februar 2010

8 Brettpunkte und 2 Mannschaftspunkte

... holten die SF Berlin am vergangenen Mammut-Bundesliga-Wochenende im Rathaus Schöneberg aus drei Begegnungen. Das ist exakt genauso viel, wie das Ergebnis der OSG Baden-Baden am Samstag. Lassen wir uns das noch einmal auf der Zunge zergehen:

SF Berlin 0:8 OSG Baden-Baden

8 verlorene Partien, aber durchaus mit unterschiedlicher Geschichte. Da gäbe es zum Beispiel die Duelle von Rainer gegen den frischgebackenen Sieger aus Gibraltar, Mickey Adams oder die angekündigte Revanche von Martin Krämer gegen den deutschen Nationalspieler Arkadi Naiditsch. Beides echte Kampfpartien, wo sich ganz am Ende die jeweils besseren Spieler durchgesetzt haben, durchaus nicht ohne Schwierigkeiten oder Abenteuer. Geht völlig in Ordnung.

Dann gab es noch Partien, die "einfach so" verloren gingen. Mehr oder weniger direkte Einsteller, falsche Stellungseinschätzungen, Schlampereien beim Übergang ins Endspiel... kann alles mal passieren, besonders wenn man gegen Spieler antritt, die einem 150-250 Punkte überlegen sind.

Und dann gab es noch das 0:1, welches von eurem Gastgeber geschossen wurde. Dieses Trauerspiel ist so dermaßen peinlich, dass es eine extrem sinnvolle Maßnahme gewesen wäre, darüber möglichst schnell ein Mäntelchen des Schweigens zu hüllen... aber nein, wie der Schachzoo nun traumatischer Weise erfahren musste lauert die Presse förmlich überall. Und so entstand für die Nachwelt dieses Überbleibsel eines weiteren traumatischen 6.Februar (von dem nur die echten Kenner wissen, welch schicksalhafte Bedeutung diesem Datum zugrunde liegt). Ich hoffe, ihr könnt den Link öffnen, ich hatte bisher bei 2 PCs nur bei einem Erfolg.

Einzelheiten und (Hinter)gründe für das 0:8 Desaster werden natürlich im Laufe der Woche in der bekannten Bundesliga-Ecke folgen.

Ein Gutes hat so ein 0:8 aber doch. Erstens, "gleiches Recht für alle", "mitgefangen, mitgehangen" usw... und zweitens konnte man sich abends beim Essen wenigstens die allüblichen Diskussionen sparen, die bei einem Ergebnis von 2,5:5,5 bis 3,5:4,5 meist den ganzen Abend dominieren: "Ging bei dir nicht noch was?" "Oh mann, das war die ganze Zeit remis und dann befudelt er mich noch!" "Warum bietest du hier remis an, du siehst doch, dass der Kampf auf der Kippe steht!?"
Diesmal waren solche Überlegungen allerdings völlig unnötig. 0:8. Das sagt alles. Selbst mein Vater schickte mir nach meiner Partie eine mahnende SMS, in der mein "insolides" Spiel angeprangert wird. Sonst tut Dad (Spielstärke 1200-1300) das gewöhnlich nicht. Die letzte Stufe des Niedergangs.

Leider waren die anderen beiden Spiele (4:4 gegen Tegel und gegen Heidelberg-Handschuhsheim) fast genau so schlecht und so teuer, wie das Essen beim Italienier nach dem 0:8.

Ging Ersteres trotz der papiermäßigen Überlegenheit und der entsprechenden Erwartungen noch halbwegs in Ordnung (meinem verpatzen Sieg im "unausgeglichenen Duell" gegen Drazen Muse stand ein eher glücklicher (erster!) Sieg von Dennes Abel und zwei weniger erwartete Rettungen von Jan Markos und Rainer gegenüber), so ist das 4:4 gegen Heidelberg durchaus eine kleine Katastrophe. Bevor bei schachbundesliga.de dann bald der richtige Wind weht, hier einmal eine Kostprobe:

Jan Markos - Viacheslav Ikonnikov (Bundesliga 2009/10 Heidelberg - Berlin (9.1.)



Jeder russische Busfahrer, jede ukrainische Putzfrau und auch jeder Deutsche, die mit Erfolg eine der gelungeneren Sparten von Rankzero durchgearbeitet haben, wissen, wie man mit geschlossenen Augen so eine Stellung sicher in den Remishafen bringt. Nämlich durch Nichtstun. Keine Bauern bewegen, den König in der Ecke lassen, und mit dem Turm vielleicht mal einen Blick auf die schwarzen Bäuerleins werfen, falls sich der schwarze König doch einmal aufmacht, seinen Freibauern in Szene zu setzen. Insgesamt eben totremis.

Leider gehörte unser sonst sehr verlässlicher Spitzenmann aus der Slovakei in keine der skizzierten Personengruppen. Er war sich entweder bereits zu sicher, es zu halten, oder wusste nicht wirklich, was er tat. Zuerst stellte er den einen Bauern nach g4 (mag auch noch gehen), aber dann wurde es absurd. Der weiße Randbauer lief nach h5 hoch, zum Schrecken aller anwesenden Pro-Berlin-Betrachter. Irgendwann stand es also so:



Hier kam statt des rettenden 41.Ta7 (fesselt den schwarzen Bauern und wenn der schwarze König in die Mitte läuft, kommt irgendwann g5 und der weiße Freibauer lenkt den schwarzen Turm ab, bevor der schwarze König nach links rüberkommt: Remis!)

das devote 41.Kg2 und natürlich ließ sich der russische GM 41...f6! (blockt jegliche Durchbruchsversuche) nicht nehmen. Genauso wie ein paar Züge später die findige Pointe



52...Te1!.
Weiß kann es drehen und wenden, wie er will: Er kann sich nicht sofort auf a2 bedienen, da das Bauernendspiel dann verloren sein wird. Dank des Bauern h5 natürlich. Also muss er vorher noch mit 53.Ta3+ ein Schach verteilen, verliert aber danach seine beiden Bauern.

Aber Moment, war da nicht noch was? Aber natürlich, das entstehende Endspiel "h+f" ist (natürlich, warum sollte es auch anders sein?) Remis. Wie sich Jan aber dort angestellt hat, will ich aus großem Respekt vor seinen sonstigen Leistungen für uns lieber nicht mehr demonstrieren. Am Ende stand es jedenfalls (nur) 4:4. Was aber nicht heißen soll, dass sich die Schachfreunde bereits auf die kommende Zweitklassigkeit (und die zweite Garnitur, die im Nebensaal Königsspringer Hamburg leicht und locker mit 7:1 abfertigte, auf die Drittklassigkeit) einstellen müssen. Die Siege gegen Emsdetten und Katernberg stehen, die 6 Punkte genauso wie die immer noch absolut intakten Chancen auf den Klassenerhalt.

Wie gesagt, mehr und genauer dann bald in der Bundesliga-Ecke. Was nicht heißt, dass ich mir nicht vorbehalte, einige ausgewählte Momente der Kämpfe auch hier noch einmal aufzuarbeiten. Reinschauen lohnt sich jedenfalls :-)

Die wie immer beispielhaften Fotos und Videos aus Berlin aus Frank Hoppes Hand finden sich hier.

Nur bei seinen Vorhersagen muss sich der Mann künftig noch etwas mehr Mühe geben. Prognostizierte er doch klar und deutlich im Match von Baden-Baden gegen Tegel ein 8:0, und dann erwischte es einfach die Falschen! Vielleicht weigerte sich Tegel auch einfach deshalb, sich mit 0:8 abfertigen zu lassen, weil sich Sprachrohr Rankzero schon im Vorfeld zum Thema geäußert hatte?

Donnerstag, 4. Februar 2010

Schach-Bundesliga im Rathaus Schöneberg (Vorschau von Rainer Polzin)

Der Winter scheint in Berlin kein Ende finden zu wollen, die Winterpause in der 1. Schach-Bundesliga ist jedoch sicher bald vorbei: Zwischen dem 5. und 7. Februar 2010 tragen der Deutsche Meister OSG Baden-Baden, der Aufsteiger Heidelberg-Handschuhsheim und die beiden Berliner Vereine König Tegel und Schachfreunde Berlin ihre Kämpfe im Willy-Brandt-Saal des alt-ehrwürdigen Rathaus Schöneberg aus.

Los geht es bereits am Freitag mit dem Lokalderby Schachfreunde Berlin gegen König Tegel. Das ist immer spannend, egal wer nach ELO favorisiert ist. Die letzte Begegnung, wenn auch bei der Deutschen Blitzmannschaftsmeisterschaft, endete an gleicher Stätte 4-0 für die Nord-Berliner, im Turnierschach hatten in der Vergangenheit zumeist die Schachfreunde die Nase vorne.

Am Samstag ist dann der Deutsche Meister aus Baden-Baden in Berlin zu Gast! Die Superstars Vishy Anand und Magnus Carlsen werden sich voraussichtlich für andere Aufgaben schonen (und ganz ehrlich: gegen die beiden Berliner Vereine sollte es in fast jeder Aufstellung reichen). Mit Peter Svidler, Sergei Movsesian, Michael Adams und Alexei Shirov haben die Kurstädter aber noch viele weitere Stars aufgestellt, von denen der eine oder andere zum Einsatz kommen wird.

Die Heidelberger werden versuchen, gegen die beiden Berliner Vereine Boden im Abstiegskampf gut zu machen. Es ist daher zu vermuten, dass sie mit allen verfügbaren Großmeistern in die Hauptstadt reisen. Sowohl gegen Tegel als auch gegen die Schachfreunde sind spannende Kämpfe zu erwarten.

Bei den Rahmenbedingungen bleiben zwei Dinge beim Alten: Die Verpflegung wird wie immer von der Familie Hein übernommen, die Zuschauer können also getrost Hunger mitbringen. Und der Berliner Verleger Arno Nickel ist mit einem Schachstand vor Ort. Aber es sind auch zwei Neuerungen zu vermelden:


Live-Kommentierung

Am Freitag werden ab 18.00 Uhr mittels Leinwand und Beamer die Partien vor Ort von Stephan Bruchmann kommentiert, unterstützt von dem einen oder anderen Spieler. Am Samstag kommentiert ab 14.00 Uhr Jan Wendt. Der Kommentator für Sonntag steht noch nicht fest, denn schließlich spielt die zweite Mannschaft der Schachfreunde am Sonntag auch 2. Bundesliga im Rathaus Schöneberg gegen Königsspringer Hamburg. Oder besser: der Name wird noch nicht verraten!


Tippspiel

Die Schachfreunde werden erstmals am Samstag und Sonntag ein Tippspiel anbieten. Die Zuschauer können auf die beiden Mannschaftsergebnisse vor Ort tippen: Ist die Tendenz richtig wird ein Punkt gutgeschrieben. Wird das Mannschaftsergebnis exakt richtig getippt werden drei Punkte gutgeschrieben. Wird das Mannschaftsergebnis nur um einen halben Brettpunkt verfehlt sind es zwei Punkte, sofern zugleich die Tendenz stimmt. Die Tipps müssen am Samstag bis 16.00 Uhr vor Ort (nicht über das Internet!) abgegeben werden, am Sonntag bis 12.00 Uhr. Für Samstag und Sonntag gibt es getrennte Wertungen mit je fünf Preisen, den beiden Gesamtsiegern des Wochenendes winkt allerdings ein Sonderpreis. Mit dem Einsatz von 3,00 € pro Tipp unterstützen Sie die Schachfreunde Berlin. Ein Spieler darf mehrere Tipps abgeben, ist pro Tag aber nur einmal preisberechtigt. Bei Punktgleichheit entscheidet ggf. das Los. Unter allen Teilnehmern des Wochenendes werden zwei Trostpreise verlost. Spieler und Mannschaftsführer der beteiligten Vereine sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Preise werden den Gewinnern ggf. zugeschickt.

Es winken schöne Sachpreise, die vom Schachversand NIGGEMANN www.schachversand.de , der Zeitung SCHACHWELT von Jörg Hickl www.schach-welt.de , dem Verleger Arno Nickel www.edition-marco.de und dem Berliner Autor Harald Fietz www.wissen-im-wedding.de zur Verfügung gestellt werden. Vielen Dank von den Schachfreunden Berlin an die Genannten!

Schachuhr DGT 2010 Sonderedition (NIGGEMANN)
Holzbrett mit Staunton-Figuren
klappbares Schachbrett mit Figuren

vier Halbjahresabos der Zeitung "SCHACHWELT"
"Die Macht der Bauern" von Jörg Hickl/Erik Zude

"Der Weltmeisterschaftskampf Lasker-Steinitz 1894" von Robert Hübner (Verlag Arno Nickel)
"Gefährliche Waffen: Französisch" von John Watson
"Der Wunderjunge" von Simen Agdestein (signiert von Magnus Carlsen!)
"Schachkalender 2010" von Arno Nickel

"Olympiad United" von Harald Fietz/Josip Asik/Anna Burtasova


Spielort

Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy Platz, 10820 Berlin, U-Bahnhof Bayrischer Platz (U7) oder Rathaus Schöneberg (U4)


Programm

Freitag ab 16.00 Uhr
Schachfreunde Berlin - König Tegel
Live-Kommentare vor Ort mit Stephan Bruchmann (ab 18.00 Uhr)

Samstag ab 14.00 Uhr
Schachfreunde Berlin - Baden-Baden
König Tegel - Heidelberg-Handschuhsheim
Live-Kommentare vor Ort mit Jan Wendt
Gewinnspiel (Abgabe der Tipps bis spätestens 16.00 Uhr)

Sonntag ab 10.00 Uhr
Baden-Baden - König Tegel
Heidelberg-Handschuhsheim - Schachfreunde Berlin
Live-Kommentare vor Ort
Gewinnspiel (Abgabe der Tipps bis spätestens 12.00 Uhr)
2. Bundesliga: Schachfreunde Berlin II – Königsspringer Hamburg (Anpfiff 11.00 Uhr) im Theodor-Heuss-Saal

Montag, 1. Februar 2010

Sonntagnachmittag Teil II

Aufgeschreckt durch die Nachbarn, ging es dann doch mal hoch. Mit den Jalousien und auch mit uns... Die Liveübertragung aus Wijk war ja schon fast vorbei und wir konnten uns ohne schlechtes Gewissen vom Laptop entfernen.

SANY83991
Bad Herrenalb beeindruckt nicht nur durch geringe Einwohnerzahl und neugierige Nachbarn, sondern auch durch klirrende Kälte und meterhohen Schnee; wie wir an diesem Sonntag erleben durften.

Dann ging es einmal rüber nach Frauenalb zu der malerischen, verschneiten Klosterruine.

SANY84091

SANY84621
Traumhaft vom Schnee berieselt und romantisch ausgeleuchtet.

SANY84161

SANY8461
Userin Rössel im Schnee

SANY84651
Ein Wintermärchen in Karlsruhe

Damit erübrigt sich jeder Kommentar zu den faulen Sonntagnachmittagen... ;-)

Sonntag, 31. Januar 2010

Was Heiteres (XV), Gute Gründe für den Auszug aus Bad Herrenalb Part I

Sonntagnachmittag zuhause. Ausnahmsweise mal kein Schachturnier, ich liege bequem in meinem Bettchen und schaue mir die letzte Runde in Wijk an. Jalousien noch unten, lassen aber einige Lücken durch, so dass ein wenig Tageslicht nach innen dringt. Draußen ist es bitterkalt, und es ist viel Neuschnee gefallen. Einfach herrlich.

SANY8397

Plötzlich und unerwartet stehen 2 ältere Herrschaften auf meiner Terrasse, ich höre sie sich lautstark unterhalten und sehe sie auch deutlich gestikulieren. Absolut losgelöst von jeglichen quälenden Gedanken, sie könnten ja eventuell in eine fremde Privatsphäre eingedrungen sein.
Irgendwann wird es mir genug. "Hey, Entschuldigung, was machen sie bitte auf meinem Balkon?", schreie ich durch das gekippte Fenster.

Die Frau, ganz trocken und unbeeindruckt, zu ihrem Mann: "Komm, wir gehen! Da scheint jemand zuhause zu sein!"

Und bevor ich es schaffe, meine Jogginghose anzuziehen und die Balkontür aufzureißen, sind sie verschwunden. Nur noch Spuren im Schnee, die ich aber nicht weiterverfolge.

SANY8396

Ich vermute stark, es war der Hausmeister und seine Frau. Wäre ja auch nicht das erste Mal. Einmal hat sie zum Beispiel vor meiner Terrasse ein Meteoritenbruchstück vergraben, "um unser Haus von Schwermetallstrahlung zu schützen."

Gut, dass mir zum 30.4. gekündigt wurde. Das ist übrigens die Auflösung der Frage im Beitrag "100"

Freitag, 29. Januar 2010

Was sind schon 567 ELO?

Eigentlich wollte ich doch mal langsam ins Bett gehen. Doch dann durchforstete ich noch mechanisch die heutigen Partien aus der dritten Runde des Gibraltar Opens (mit immerhin einem meiner Helden, Mickey Adams und Etienne Bacrot). Das, was mir dabei ins Auge sprang, ist aber nicht mehr wirklich mit einer "normalen" Open-Überraschung zu erklären.

Ivan Cheparinov (2660) - Victor Havik (2093), Gibraltar (3), 2010

cheparinov
Ivan Cheparinov (Quelle: http://www.gibraltarchesscongress.com/gib2010/publicity_eng/competitors.html)

Auf einer Seite Ivan Cheparinov, seines Zeichens Supergroßmeister, und Edelsekundant des baldigen Weltmeisters Topalov, bekannt wegen seiner kreativen Eröffnungsideen und seines enormen, vom schachlichen Ziehvater entliehenen Kampfgeistes, allerdings auch berüchtigt wegen der Händedruckverweigerung gegen Nigel Short, was in Wijk an Zee damals für große Negativ-Schlagzeilen sorgte. Der junge Bulgare war diesmal bereits holprig ins Turnier gestartet, in der zweiten Runde reichte es gegen Alexander Grishuks Ehefrau, Nathalia Zhukova nur zu einem Remis.

Mit den schwarzen Steinen Viktor Havik, ein norgwegischer Amateur, ELO 2093. Geburtsjahr 1978, also kein Carslen Nr.2 oder so. Als schwächster der Gruppe mit 2/2 (Sieg gegen eine WIM mit 2374 ELO) wird er gegen den haushohen Favoriten heruntergelost.

Welches Ergebnis man da wohl erwartet?



Der Kampf vorher war extrem wechselvoll verlaufen und irgendwie schaffte es der Amateur, dem Großmeister tatsächlich in den Verwicklungen eine Figur abzuluchsen. Dafür gelang es Cheparinov, den gesamten schwarzen Königsflügel zu schlagen und die schwarzen Leichtfiguren vom Kampf abzuschneiden. Ich bin sicher, Cheparinov hatte zwar bestimmt noch Hoffnung auf den Sieg, aber wie ich aus eigener (leidvoller) Erfahrung weiß, kann einem in solchen Momenten die Geduld und die nötige Ruhe ganz schön versagen.

58.Sxd6?
58.h5! droht Matt und ist deutlich besser. Etwa 58...Dg7 59.g4 und Weiß behält alle Siegchancen.

58...Sf2! 59.Dd7+ Kg6 60.De6+ Kh6 61.h5 Den letzten Zug des Weißen kann man auch als (erfolgloser) Bluff deuten, aber sonst gab es keinerlei Möglichkeit, Fortschritte zu erzielen.



61...Dxd6!!
Warum, warum werden Schachpartien nur nicht auf Video aufgenommen? Um hier das Gesicht Cheparinovs sehen zu können, hätte ich es mir durchaus gern ein paar Dukaten kosten lassen. Aber Moment, kommt der König wirklich nicht aus dem Dauerschach raus?

62.Dxd6 Sg4+ 63.Kh3 Sf2+ 64.Kh2 Sg4+ 65.Kh3 Sf2+ 66.Kh4



Sieht er's?

66...Lg5+!!

Remis.

In "Von London bis Elista", was ich gerade lese, sagt Evgeny Bareev: "Eine verlorene Schachpartie ist für den Spieler immer ein kleiner Tod." Eine treffende Beschreibung.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Schade für Alexei

Leider wird Alexei Shirov in diesem Momenten Opfer seines häufigen Zeitnotproblems. Am Ende einer Partie, in der mir das schwarze Konzept viel besser gefallen hat, als das des indischen Weltmeisters überschlugen sich am Ende die Ereignisse (mehrfacher Wechsel des Vorteils), aber gerade stand das hier auf dem Brett:

Anand - Shirov



Vishy zog hier inder Hitze des Gefechts 39.Se6??. Sieht gut aus, greift alles an, stopft die e-Linie, versucht den wichtigen schwarzen Läufer zu tauschen... Zeitnot hatte Anand in Wirklichkeit nicht, wohl aber Shirov, dem hier die letzten Sekunden verranten. Er zog das erhoffte 39...Txe6? und wird wohl verlieren.

Für ein Remis gut genug war 39...Lxe6. Nun sieht es aus, als ob 40.Dxe4 durch die Fesselung eine Figur gewinnt, aber es kommt 40...Tcc7!! Unmöglich, das zu sehen. Der Turm ist auf e7 nun gedeckt, Schwarz droht den Läufer e6 zu ziehen. Also 41.dxe6 aber dann 41...Dc5+ 42.Kh2 Dh5+ mit Dauerschach. So ähnlich übrigens, wie gestern gegen Ivanchuk.

Gewinnen kann Schwarz übrigens auch. Und zwar durch die Zwerschlagung des gordischen Knotens mittels 39...Sg3!! Und wenn nun 40.Sxg5 (Nicht das Beste, aber sonst hat Schwarz eh großen Vorteil, doch 40.Txb4! Tc8!! (einziger!) macht die Sache trotzdem keinen Deut leichter), dann 40...Txe1. Dame hängt, muss aber den f1 decken. 41.Df3 Txf1 42.Dxf1 Sxf1 43.Kxf1 und zu guter Letzt das Ross: 43...hxg5 mit Mehrfigur und vermutlichem Gewinn (was soll auf dem Damenflügel schon passieren?)

In der heute erschienenen SCHACH ist im Bericht über das Turnier in London ein sehr weiser Satz von Reporter Leontxo Garcia drin:

Kann es nicht vielmehr sein, dass wir einfach nur zuviel von ihm [Carlsen] verlangen und dass Rybka, Fritz&Co. uns den falschen Eindruck vermitteln, dass das Schachspielen doch nicht so schwierig sei?

Nachträtsel

3 Spieler, A, B, und C müssen je einen Zettel mit einer 1, 2 und 3 ziehen. Wer die 1 zieht, muss lügen, wer die 3 zieht, die Wahrheit sagen, und wer die 2 zieht, darf es sich aussuchen.
Alle drei wissen, welche Nummern die anderen haben.

A wird gefragt: "Hat B oder C die höhere Zahl?" Er sagt: "B"
B wird gefragt: "Hat A oder C die höhere Zahl?" Er sagt: "C"

C wird gefragt: "Hat A oder B die höhere Zahl?"

Was antwortet C?


Bitte nicht blind raten, sondern möglichst mit Begründung!

P.S. Der Klassenstreber hat die exakte Lösung zwar schon gepostet, aber es besteht ja keinerlei Zwang zum Klicken des "Kommentare"-Buttons.

Dienstag, 26. Januar 2010

Wie Tag und Nacht

Beim Turnier in Wijk reden alle nur über die Partien Nakamura - Shirov, Shirov - Carlsen und Kramnik - Nakamura. Leider ist in diesem Strudel die kleine Perle Carlsen - Ivanchuk etwas untergegangen. Bemerkenswert fand ich dabei nicht so sehr das Ergebnis (Carlsen mit Weiß ist im Moment eine etwa so tödliche Kombination wie Pech und Schwefel oder Asterix und Obelix), sondern einfach die Art und Weise, wie es zustande gekommen ist. Man hatte das Gefühl, auf der schwarzen Seite spielt nicht etwa ein gestandener Top-10 Großmeister und mehrfacher Weltmeisterschaftsanwärter, sondern ein besserer Patzer. Nach 17-18 Zügen war bereits alles vorbei. Carlsen hat (vermutlich am Brett) Ivanchuks neue Idee vollkommen ad absurdum geführt.

Wasja31
Da half auch die Vorbereitung kurz vor der Partie nichts
(Quelle: http://chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=10015)

Carlsen,Magnus - Ivanchuk,Vassily [D10]
Corus Chess 2010 Wijk aan Zee (7), 23.01.2010

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sc3 Sf6 4.e3 a6 5.Dc2 g6
[Ivanchuk hält sich nicht an die Empfehlung aus meinem "Bologan", wo (nur sehr kurz) der Ansatz propagiert wird, hier mit 5...e6 6.Sf3 c5 in eine Halbtarrasch-Stellung mit Minustempo, aber dafür ungünstig stehender Dame auf c2 überleiten. Ob sich nun auf weißer, oder auf schwarzer Seite demnächst ein Isolani bildet, in beiden Fällen ist die c-Linie kein guter Ort für die Königin. Und wirklich: die schwarze Quote in dieser Stellung ist (zumindest auf den ersten Blick) gut.] 6.Ld3 Le6 7.b3 Lg7 8.Sge2



8...c5
Ich las irgendwo, erst dieser Vorstoß sei neu, aber sonst macht natürlich auch der Aufbau mit dem Läufer auf e6 keinen Sinn. Schwarz will schnell die Stellung öffnen, dem Gegner schwache Bauern verpassen und vielleicht auch die wunde Stellung des Turms auf a1 ausnutzen. In gewisser Sinne hat Ivanchuk ja schon Entwicklungsvorsprung, und zwar insofern, dass sich seine Figuren viel leichter auf die richtigen Felder führen lassen, als die weißen. Sb8-c6-b4, Da5 und Tc8 bieten sich allesamt an. Mir persönlich war auf den ersten Blick etwas unwohl für Carlsen. Trotzdem, wie Magnus zeigt, ist dies eine der Stellungen, wo das Material schlicht mehr zählt, als irgendein Faktor. Also zugreifen! 9.cxd5! Sxd5 10.Sxd5 Lxd5 [10...Dxd5 ist ganz schlecht, und zwar wegen beider möglichen Anrempelungen durch die Leichtfiguren. 11.Sf4 (11.Le4) ] 11.e4 Das mag verpflichtend erscheinen Lg7>Ta1... , aber wenn man sich überzeugt hat, dass kein anderer Zug Weiß auch nur irgendetwas gibt, führt man auch e4 schnell aus. 11...Le6 [11...Lc6!?


(Analysediagramm)

versperrt zwar die c-Linie, und macht den baldigen Rückgewinn des Bauern recht unwahrscheinlich, aber Schwarz hat noch eine andere Idee: 12.Dxc5 Sd7 13.Da3 (alles andere ist deutlich schwächer) 13...f5!? Ich hoffe, Carlsen oder gar Kramnik lesen nicht diese Analyse. Die würden mich nach diesem Zug bestimmt für keinen guten Spieler mehr halten... aber Spaß beiseite. Abgesehen davon, dass Schwarz sich gerade vielleicht in höherem Sinne in eine Verluststellung gebracht hat, rollen bei mir jede Menge halbwegs spielbare Varianten über den Bildschirm: 14.Lb2 (14.exf5?! Se5!! Nach diesem Quantensprung hat Weiß schon Probleme mit dem Ausgleich.) 14...fxe4 15.Lc4 Lf6 Bringt erst einmal den Läufer in Sicherheit. (15...Sb6?? 16.d5 beendet die Partie noch schneller als Chuky es geschafft hat... hehe; 15...b5 16.d5 Se5 17.dxc6 bxc4 18.0–0 ist deutlicher weißer Vorteil.) 16.0–0 Sb6 (16...b5 17.Le6 a5 18.b4! Endet nicht gut für Schwarz.) 17.d5!? Sxd5 18.Tad1 0–0 19.Lxf6 Txf6 20.Sc3 e6 mit dem berühmten PlusGleich, auch wenn Schwarz da noch gut mitspielen kann, da er guten Halt im Zentrum hat.] 12.Dxc5 Sc6 13.Le3 Tc8



Ivanchuk scheint typisches Grünfeld-Spiel zu besitzen, aber vergessen wir nicht, dort hat Weiß keinen b-Bauern mehr. 14.Da3 [14.Td1 Rybka sieht gewisse Vorteile, mit dem Wegzug der Dame noch zu warten. Dieser soll erst bei einem unmittelbaren Angriff durch den Abzug des Springers erfolgen, aber dann aktiver nach b4. Ich weiß nicht, warum genau Magnus sofort die Dame wegzog. Er kennt die entsprechenden Strukturen eben. Vielleicht bewertete er den möglichen Verlust des Läuferpaares (nach ...Se5 und ...Sxd3) als einen zu hohen Schaden? Hatte er keine Lust zu rechnen? Bequemlichkeit? Oder sah er eventuelle technische Probleme nach 14...Sxd4?! 15.Db4! Sc6 (15...Sxe2 16.Lb5+ Ld7 17.Lxd7+ Dxd7 18.Txd7 Lc3+ 19.Kxe2 Lxb4 20.Txb7 ist hoffnungslos für Schwarz.) 16.Dxb7 Da5+ 17.Td2 Sb4 18.Lb1 0–0 Ich kann nur raten, aber ich denke, es ist vielleicht diese Stellung, die Weiß nicht unbedingt aus dem Stegreif gewinnt. Schwarz hat sich fertig entwickelt und für den Preis eines Bauern nur gute Figuren, während es Weiß etwas an Harmonie mangelt. 4-5 Züge vorher schwer zu evaluieren.Oder fühlte Carlsen schon, wie Chuky nach seiner Fortsetzung eine Figur einstellen wird?] 14...0–0 [14...Sxd4?? ist hier noch durchsichtig: 15.Lxd4 Lxd4 16.Da4+] 15.Td1 Sxd4(?) Ich frage mich, ob Ivanchuk sich bewusst war, dass das mindestens eine Figur verliert, aber eben keine andere Wahl mehr sah, oder ob sich hier um eine Art richtigen Einsteller handelt. [15...a5!? ist ein Versuch, seinem Schicksal doch noch zu entkommen. 16.0–0 Sb4 17.Lb1 Sc2 18.Lxc2 Txc2 19.Sf4 ...aber ein lächerlicher. Jedes andere Urteil, als "Weiß hat eine technische Gewinnstellung" wäre hier total verfehlt. Ivanchuks neues Konzept ist also vollkommen gescheitert. Wenn auch die 13...Lc6-Idee nichts ergibt (und ich denke bei näherer Betrachtung wird sich genau dies herausstellen!), dann hat Chukys Genialität ihm mal wieder einen schlechten Streich gespielt.] 16.Lxd4 Lxd4 17.Lb1



Man beachte die (äußere) Hässlichkeit der weißen Stellung. Läuferpaar weg, schlechter, passiver Läufer auf b1, unrochierter König und Dame im Abseits. Aber... er gewinnt eine Figur! 17...Lc5 18.b4 Dxd1+?! ?! Witzig war es, in diesem Moment mitzuverfolgen, wie sich die User auf schach.de bei Ivanchuks "Damenopfer" die Finger blutig getippt haben und über das Ausmaß der schwarzen "Kompensation" fachsimpelten. Teilweise auch mit solchen Zitaten wie "Das würde ich niemals gegen Chuky gewinnen!", oder "Das wird für Carlsen noch ein ganzes Stück Arbeit!"Die Wahrheit liegt natürlich etwas anders. In Wirklichkeit schlug er nur auf d1 ein, um nicht sofort aufgeben zu müssen, oder sich nicht endlosen, aber vergeblichen Qualen auszusetzen, die nach [18...Lxf2+ 19.Kxf2 Db6+ 20.De3 Dxb4 21.Td2 entstehen könnten. Dass genau dies die Wahl von unsrereins gewesen wäre (bei ELO <2100 mit zumindest zwei möglichen Ergebissen, je nach Zeitverbrauch), ist genauso klar.] 19.Kxd1 Lxf2 [19...Tfd8+ hätte ich gewählt, auch wenn es nicht einmal den f2 gewinnt. Immerhin hat die Stellung nach 20.Ke1 Lb6 21.Sf4 Lc4 Anzeichen von Psychoterror gegen den weißen König - bis Weiß mit 22.Sd5 Lxd5 23.exd5 Txd5 24.Ke2 die Anti-Mobbing-Kampagne einleitet und graduell gewinnt.] 20.Sf4 Lc4 21.Ld3 Tfd8 22.Ke2 Lxd3+ 23.Kxf2 Tc2+ 24.Kf3 Lc4 25.Tc1



Den Moment zur richtigen Aufgabe hat Wasja schon länger verpasst. Er kann (fast) soviele Bauern gewinnen, wie er will - Dame und Springer hauen alsbald die schwarze Königsstellung kreuz und klein. Wenigstens hielt Carlsen ab hier die Zuschauer nicht mehr mit übermäßigem Nachdenken auf ;-) 25...Txa2 26.Dc3 b5 27.Ta1 Tdd2 28.Txa2 Txa2 29.h4 h5 30.g4 hxg4+ 31.Kxg4 f6 32.e5 Mit einer Mehrdame ist Schach so einfach... 32...Kf7 33.exf6 exf6 34.De3 Tc2 35.Da7+ 1–0

Carlsen-Ivanchuk (pgn, 7 KB)

Montag, 25. Januar 2010

An alle, die sich angesprochen fühlen

So Freunde, schwierige Situation hat sich ergeben, und wir müssen mal schauen, wie wir diese zusammen gelöst kriegen. Jedenfalls bin ich fest gewillt, diese zu lösen. Dazu kann ich natürlich sonst niemanden verpflichten, aber die, die nicht mitziehen, können ja einfach gehen. Oder werden gegangen (das nur nebenher.)

baikalsee-muellhalde
Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/ius/bilder/baikalsee-muellhalde.jpg

Leider verkommt hier der Zoo langsam zu einer Müllkippe. Pflanzen wuchern aus, Zäune und Käfige knicken und stürzen ein, Tiere laufen frei herum, brüllen, plündern die Obstbäume und paaren sich unkontrolliert. Nicht alle, sondern natürlich der allerkleinste Teil. Die große Mehrheit beteiligt sich aktiv und konstruktiv, oder schweigt auch nur und genießt. Das ist mir genauso recht. Aber die Anzahl der mir persönlich wenig willkommenen Elemente schwillt leider an.

Dazu zähle ich Leser, die:
  • Permanent off-Topic schreiben
  • Andere oder den Webmaster beleidigen oder beschimpfen
  • Gewollt falsche Unterstellungen gegen Dritte vornehmen
  • bei kritischen Themen aus der "sicheren Deckung" der Anonymität gegen die obigen Regeln verstoßen.
  • usw.
Mir als Betreiber der Seite und auch ihrem einzigen Mitarbeiter machen solche "Kommentare" große Mühe und Ärger, die ehrlichen Leser fühlen sich in vielen Fällen entmutigt, sinnvolle Beiträge zu verfassen und verlieren ihre wertvolle Zeit, da sie sich vor die Aufgabe gestellt sehen, beim Lesen erwünschte von unerwünschten Beiträgen auseinanderzuhalten. Das ist ein Zustand, der niemandem etwas nützt.

Da dies hier kein Forum ist, sondern (m)ein persönlicher Blog, habe ich auch kein Problem damit, den "Löschen" - Button zu benutzen, je nachdem ob ich etwas auf meiner Seite stehen haben möchte oder nicht. Bemerkt oder unbemerkt, zu diesem Prozess muss ich bisweilen in einigen Fällen greifen.
Nur jetzt künftig anscheinend leider häufiger als vorher.

Außer, die Trolle geben endlich freiwillig ihren Rückzug bekannt.

Ihr mögt die Seite doch auch.


P.S. Ich weiß gar nicht, warum ich das alles schreibe. Stand doch schon alles da.

Samstag, 23. Januar 2010

Ist das jetzt dumm oder schlau?

Heute mit einer Samstagsschicht im Labor blicke ich gespannt auf das Live-Spitzenduell aus Wijk und auf Nakamuras nächste Eröffnungseskapade. Dabei versuche ich, diese vom spieltheorethischen Gesichtspunkt einzuschätzen.

Hikaru Nakamura - Alexei Shirov, Wijk aan Zee (7), 2010


1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Lxf6?!




Natürlich lernt heutzutage jedes Kindergartenkind dass Sveshnikov so nicht geht. Wenn man mit dem Läufer auf f6 nehmen will - bitte sehr, aber zuerst geht der Springer nach a3 zurück - 8.Sa3 und erst nach dem mehr oder weniger erzwungenen 8...b5! (8...Le6?! ist eine andere Baustelle, die in tieferen Spielklassen durchaus vorkommt, aber erstens dachte ich, der Zug sei widerlegt und zweitens würde ihn Shirov bestimmt nicht spielen) dann erst 9.Lxf6 (oder eben 9.Sd5, je nach Lust und Laune). Nakamuras Zugfolge hat den Nachteil, dass nach 8.Lxf6 gxf6 9.Sa3 Schwarz eben nicht dazu verdonnert ist, mit 9...b5 in das eben Gesagte überzuleiten, sondern mit 9...f5! sich eine bessere Ausgangslage erschaffen kann. Die Altvorderen, an erster Stelle der Erfinder Evgeny Sveshnikov persönlich, mussten sich das alles in mühevoller Kleinarbeit herleiten (für diese Leistung großen Respekt), aber nun ist die Präferenz von 9...f5! über 9...b5 bewiesene Sache.

Stellt sich die Frage: Warum tut Nakamura das? Was erhofft er sich daraus? Was will er erreichen?

Tja, da würde ich mal sagen, (auch wenn sich meine Meinung über den Schach-Samurai in letzter Zeit etwas gebessert hat - waren ja auch wirklich einige nette Partien dabei) kommt Nakamuras innewohnende Arroganz wieder zum Tragen. Ich meine, ihm wird doch klar sein, dass Shirov bei Bedarf (fehlendes Erinnerungsvermögen, Unlust zuviel zu riskieren, Angst vor der Vorbereitung) einfach auf 9...b5 zurückgreifen kann. Aber nein, er nimmt dieses Risiko in Kauf, bereitet sich auf 9...f5 vor und hofft, dass 9...f5 kommt und dass sich seine Vorbereitung in einer (a priori) zweifelhaften Variante besser erweist, als Shirovs solide Grundkenntnis ( die Shirov ja mit der Zugwahl 9...f5 postuliert, sonst spielt er ja 9...b5, siehe oben!)

Da kann für Naka am Ende aber kein guter EV-Wert rauskommen, oder seht ihr das anders? Ich finde, das Risiko lohnt sich für so etwas einfach nicht... Mal sehen, wie die Geschichte enden wird. Shirov wollte jedenfalls es zum Glück wirklich wissen und zog brav 9...f5. Bisher ging es weiter mit

10.Sc4 Sd4 11.exf5 Lxf5 12.Se3 Lg6 13.Scd5 Lh6 14.c3 Se6 15.Ld3 Lxe3 16.Sxe3



Ich habe keine Ahnung von der Theorie, aber nach 16.fxe3 postulierte der Computerfisch einen nicht geringen weißen Vorteil. Nun hingegen soll Ausgleich herrschen. Ich bin gespannt.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Was macht eigentlich...?

...die Schach-Zeitung?

Vor einem halben Jahr kam ich ja bekanntlich zum ersten Mal mit der Schach-Zeitung in Kontakt. Meine Begeisterung hielt sich damals in so engen Grenzen, dass ich damals beschloss, meinen Missmut über die Qualität jener öffentlich kundzutun. Schnell wurde aus dem Kontakt ein Konflikt. Ihr werdet euch erinnern.

Nun, 6 Monate später, wagte ich erneut einen kleinen Versuch (nein, ich habe seitem die Schach-Zeitung nicht mehr gekauft, aber durchaus am Bahnhof mal durchgeblättert und zwischen die Tattoo-Zeitschriften einsortiert). Was hat sich also verändert und was nicht?

Entsprechend früherer Ankündigungen gewann das Heft immer fortlaufend an farbigen Bestandteilen. Waren es vorher nur die vorderen und hinteren 5 Seiten Chessbase- und RAMADA-Cup Werbung, so sind jetzt sogar auch einige Diagramme farbig. Und, hergehört, ab der nächsten Ausgabe soll komplett auf Farbe umgestellt werden. Respekt. Um das zu finanzieren, scheint es, als ob der Anteil der dafür notwendigen Chessbase- und RAMADA-Werbung dafür noch weiter erhöht werden musste, aber das kann auch nur ein Gefühl sein.

An Rubriken wird im Prinzip weiterhin auf das "Vertraute und Bewährte" gesetzt. Jonathan Carlstedt kriegt sein 1.c4-Repertoire immer noch nicht fertig, Jürgen Jordan spielt weiterhin Schach-Daumenkino mit 8-10 Diagrammen pro Seite ab, und auch die anderen Rubriken der ersten Stunde wie "kombinatorische Plaudereien", "unglaubliche Schachpartien", "Training" oder die Taktikecke säumen das Bild. Es sind allerdings noch einige andere dazugekommen, wie etwa "Mein Verein", wobei ich nicht erklären muss, worum es da geht. Da stellen Leser ihren Verein der Öffentlichkeit vor. Leserbriefe gibt es mittlerweile übrigens auch, ich beobachte in ihren Inhalten eine nicht gering ausgeprägte "Linientreue". Ich wusste gar nicht, dass Amateure in diesem Land so auf Pünktlichkeit und Nullkarenz stehen. (Dazu unten mehr). Ob die Auswahl der abgedruckten Einsendungen repräsentativ ist?

Dass sämtliche Texte/Informationen über Spitzenspieler nicht aus eigener Recherche entstammen, sondern aus Wikipedia, steht mittlerweile nicht mehr unter den einzelnen Texten, sondern hat es der Einfachheit halber einfach ins Impressum geschafft. Als Bestandteil des Redaktionsprogramms.

Durch die Abwesenheit von lästig-kritischen Bloggern/Twitterern in den letzten Monaten hatte Chef Michael Schönherr in den letzten Ausgaben im Editorial mehr Zeit und Muße, sich über wirklich wichtige Dinge auszulassen. Was bewegt gerade unser Schach-Land? Richtig, Uhrenschwierigkeiten (lassen sich nicht vernünftig programmieren) und die liebe Karenzzeitregelung. Während der Herausgeber (wenn ich das beim Überfliegen richtig verstanden habe) zu Ersterem eine durchaus liberale Haltung zeigt ("macht es Sinn, wenn 16 Spieler nach Hause fahren müssen, weil sich die Uhr nicht stellen lässt. Formal ist alles richtig, aber ist alles richtig, was formal richtig ist?" ;so oder so ähnlich lautet die Hauptaussage), ist mir seine Einstellung zur Karenzzeitregelung etwas erschreckend konservativ. Da heißt es dann (angenähert) so etwa:

Natürlich werden unter der Nullkarenz ein paar wenige Unschuldige zu leiden haben, die einfach unglücklich in den Stau gekommen sind, aber wir müssen doch die Schuldigen erwischen, die morgens einfach nicht rechtzeitig aus dem Bettchen kommen!

Cool. Ob unser Rechtsstaat auch so funktioniert? :-)

Ein wenig absurd wird es dann, wenn in der aktuellen Ausgabe imaginäre, wünschenswerte Titelschlagzeilen der 12 Ausgaben der Schach-Zeitung des nächsten Jahres dargestellt werden. Neben solch harmlosen Phrasen wie: "Jetzt 12000 Diagramme auf 400 Seiten!" oder "Jetzt die neue Ultra-Base mit 400 Millarden Partien" oder auch "Mit dieser Eröffnung gewinnen Sie immer", fand ich auch etwas weniger Witziges.

Ab 2011 Bundesligaspieler nur noch mit deutschem Pass!

Bevor ich anfangen konnte, mich zu fragen, wie ernst das jetzt genau gemeint war, fand ich im einleitenden Text irgendein Schlagwort wie "humoristisch" oder "scherzhaft", was mich etwas beruhigte. Etwas. Ein schales Gefühl blieb trotzdem.
Auch wenn der Gesamteindruck im Vergleich zu vor einem halben Jahr wenigstens ein bisschen weniger unerfreulich geworden ist:

Nein, auch diese Ausgabe blieb im Regal liegen, neben den Pokerzeitungen und den Tattoo-Heftchen.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Überraschendes Fundstück

Eigentlich hatte ich vor, demnächst einmal mein Bauernendspiel gegen David Gross aus der österreichischen Liga zu posten, war aber sehr überrascht, dass mir die Freunde vom Schachfeld glatt zuvorgekommen sind:

Ilja Schneider - David Gross
Wulkaprodersdorf - Mayrhofen/Zillertal (6.3), 16.1.10
Österreichische Staatsliga 2009/2010




Mein letzter Zug war 28.b4. Dies musste natürlich sein, um a5/c5/Königsmarsch nach b4 zu verhindern. Hier geschah dann (in leichter Zeitnot) 28...e4??, wonach die Partie nicht mehr zu retten ist. 29.f3!? (gewinnt auch, aber effizienter war 29.g4! mit Festlegung aller Versuche, eine Art Festung aufzubauen.) 29...Kd6?! (29...exf3 ist extrem zäher, weil es dem Weißen noch abverlangt, 30.g4! zu finden, wonach sich mir zwar immer noch kein exakter Gewinnweg erschließt, aber hier wird behauptet, die Maschine hätte es bis ultimo ausgerechnet.) und nach 30.fxe4 Ke5 31.a5! (Von Gross übersehen) konnte Schwarz meiner Ansicht nach recht beruhigt aufgeben, was er auch tat.

Interessanter ist die Frage, wie Schwarz sich am Anfang retten kann. Die Antwort ist, er muss sofort sich bereit erklären, mir einen gedeckten Freibauern zu überlassen mittels 28...a5!



und nach dem erzwungenen 29.b5 dann einfach 29...f5! aufbauen und eine unüberwindbare Barriere für den weißen König errichten. Der einzige Versuch, diese zu knacken, kann im Vorstoß g4 bestehen, doch reagiert Schwarz immer mit ...g6. Weiter ist für Schwarz wichtig, dass er auf jede Bewegung des weißen h-Bauern mit ...h5 entgegnen muss. Ist der weiße Bauer auf h4, ist der Grund sonnenklar: Es gibt keine möglichen Fortschritte mehr, ist der Bauer nach h3 gegangen, ist das Ziel, nach dem Vorstoß g4 den Bauern nach h4 zuzuschieben, und den weißen König im Gefängnis zu lassen. Definitionsgemäß kann er in diesem Moment ja nicht auf g3 stehen und den h4 verhaften... :-)

Oder hat jemand noch eine Idee?

100

Und zwar auf den Tag genau noch 100 Tage. Aber bis zu welchem Ereignis? Es darf diskutiert und geraten werden!

Montag, 18. Januar 2010

Was Heiteres (XIV), Money Burning

In den Anfängen dieser Seite ging es ja damals um den DJK Aachen. Stichwort Deutsche Blitz MM mit 4 Ausländern im Team, die zwar sonst keine Mannschaftskämpfe spielen, aber dafür zumeist Schwierigkeiten im sozialen Verhalten haben, inklusive Teambetreuer. Ihr erinnert euch.

Dies ist aber nichts dagegen, was sich im Moment in der Verbandsliga Ost (5. Spielklasse!) in Niedersachsen abspielt. Guckst du hier.

Ja, ihr seht richtig. Eine absolut entfesselte, ukraino-azerische Truppe von Großmeistern mittleren bis guten Kalibers unter der Ägide des Schachclubs Schwarz-Weiß Northeim weht wie ein losgelöster Tornado über die Ortschaften Südniedersachsens (die Gegner heißen Wolfenbüttel, Göttingen oder Braunschweig-Gliesmarode) und macht mit einem Punkteschnitt von bisher 7,25 pro Spiel alles nieder, was ihr in den Weg kommt. Die Gewinnerwartung an den oberen 4-5 Brettern stets bei >0.95, meist höher. Von den bisher abgegebenen Brettpunkten ist für ein Drittel der Mannschaftsführer Ken Swenson Jr (DWZ 1882) mit zwei Remisen verantwortlich.

Das Ziel des ehrgeizigen Projektes lautet überraschenderweise Bundesliga 2013/2014. Auf diesem Wege werden aber noch viel finanzielle Belastung und viele logistische Schwierigkeiten liegen. So musste etwa das Unternehmen Deutscher Mannschaftspokal 2011 schon einmal abgesagt werden. Nach einem souveränen 4:0 gegen die SVg Calenberg (hinten mit DWZ 1151) in der 2. Runde des Landespokals Niedersachsen folgte bereits in der darauffolgenden Runde gegen die SF Hannover die Ernüchterung. 0:4 durch Nichtantreten und das Ausscheiden aus dem Pokal. Die meisten der Spitzenspieler weilten derweil in Graz bei der österreichischen Bundesliga und für die Amateure schien der Weg ins 100 km entfernt liegende Hannover wohl einfach zu weit. Da fand sich wohl einfach keine Mannschaft zusammen. Schade. Dabei war der Pokal eigentlich schon zum Greifen nah.

Ich bin sicher, eine solche Vereinspolitik stößt in der Basis auf breiteste Zustimmung. Die Erfolgsmeldungen der ersten Mannschaft auf der Webseite wirken jedenfalls sachlich, zurückhaltend, allerdings auf einen interessierten Leser etwas einseitig. Beispiele sind das, das, das hier, und das. Mindestens die nächsten 2 Jahre wird das Spannungsniveau aber auf dieser niedrigen Stufe bleiben - wenn es nicht so läuft im Pokal.

P.S. Ja, ich gebe ja zu, auch eurem Gastgeber lag vor der Saison ein Angebot des SC SW Northeim vor. Wie die auf mich gekommen sind - der Geier weiß es. Ich hoffe, meine Entscheidung kann nachvollzogen werden.

Zurück aus Österreich

Das Gastspiel in Graz verlief sowohl für mein österreichisches Team ASVÖ Wulkaprodersdorf als auch für mich persönlich durchaus versöhnlich. Das Team konnte mit 6:2 erzielten Mannschaftspunkten sich in der oberen Tabellenhälfte festsetzen, der Zoodirektor konnte mit 2,5/4 erzielten Punkten immerhin einige Erfolgserlebnisse sammeln und sogar ein paar ELO dazugewinnen.

Spaß macht mir Schach spielen in Österreich allemal. Durch die Zentralrunden trifft man immer viele bekannte Gesichter, bei denen man kiebitzen kann. Die Liveübertragung klappt im Gegensatz zu der aus den deutschen Landen absolut fehlerfrei und auch an den Hotels gab es bisher nichts auszusetzten (auch wenn man diesmal in Graz leichte Abstriche des Frühstücks wegen machen muss - es gab einfach keinerlei Saft!).

Noch mehr Spaß hätte es natürlich gemacht, hätte ich nicht zum krönenden Abschluss noch die letzte Runde gegen Rainer Buhmann, der für den Verein Maria Saal spielt, versemmelt und mir damit die gute Chance auf eine GM-Norm zerhackt. Aber seht selbst:

Buhmann,Rainer (2591) - Schneider,Ilja (2499) [D15]
Staatsliga Österreich (7), 17.01.2010
[Schneider,Ilja]


Buhmann
GM Rainer Buhmann ist selbst Chebanenko-Slavisch-Experte

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 a6 5.a4 e6 6.Lg5 [6.g3 Spielt Buhmann auch. Ich war hauptsächlich darauf eingestellt, da sein Mannschaftskollege Markus Ragger damit gegen mich gewonnen hatte.] 6...a5 Auf Kosten eines Tempos sichert Schwarz seinen Leichtfiguren das wichtige Feld b4. 7.e3 Le7 8.Le2 b6 9.0–0 Lb7 10.Db3 Dieser Plan war mir etwas neuartig, aber an der schwarzen Planaufstellung verändert sich nichts. Gegen den schwachen b6 zu drücken ist mit Sicherheit verlockend, aber man darf nicht vergessen, dass die Dame b3, vom Turm d1 eingeschlossen, über lange Zeit Mobilitätsprobleme haben wird. 10...0–0 11.Tfd1 Sa6 12.Tac1 Sb4 13.h3!?



Buhmann sichert seinen Läufer g5 gegen Aktionen wie ...h6 und nach Lf4 - Sh5. Außerdem gibt er dem weißen König ein Luftloch. 13...La6!? Dieser (aktive) Zug gefiel Buhmann und auch einigen anwesenden Großmeistern nicht so gut, erlaubt er dem Weißen doch bald eine kleine, aber wünschenswerte Veränderung der Bauernstruktur. [13...Sh5 , um endlich die "Fesselung" abzuschütteln, wurde vorgeschlagen, und in der Tat stellt dies ein brauchbares Konzept dar, aber so den "guten" Läufer abzugeben, dafür fehlt mir etwas der Glaube. 14.Lxe7 Dxe7 15.e4 (15.Se5 Sf6 16.Lf3 Tfc8 bringt nichts Besonderes ein.) 15...dxe4 16.Sxe4 Diese Stellung wurde in der Analyse für nicht ganz zufriedenstellend für Schwarz bewertet. Rybka will 16...f5!?mit sogar kleinem Vorteil Schwarz sehen - aber so einen Zug sehe und spiele ich nicht.] 14.Lf1! Nicht von mir gewürdigt. Nun droht er allerhand Schabernack mit cxd5. 14...Tc8 Ich bringe noch eine Figur ins Spiel, aber lasse natürlich den La6 etwas in der Luft hängen. Andrerseits, ich will ja nicht wirklich jemals mit meinem Turm auf a6 schlagen. .. 15.cxd5 Die Stellungsveränderung, von der sich Buhmann meiner Meinung nach zuviel versprochen hat. [15.Se5 maximiert den Druck (man beachte meinen c6!). Hier wollte ich zur Entlastung so spielen: 15...Sd7 16.Lxe7 Dxe7 17.cxd5!? (17.Sxd7 Lxc4! 18.Lxc4 dxc4 19.Dxc4 Dxd7 mit Ausgleich.) 17...Lxf1 18.d6 (18.Sxc6 Sxc6 19.dxc6 Lxg2 und 20.cxd7 geht nicht mehr wegen 20...Lxh3!µ) 18...Dxd6 19.Sxd7 Dxd7= (19...Lxg2 20.Sxf8 Lf3 mit Kompensation für die Qualität.) ] 15...Lxf1 Mein Springer soll auf b4 bleiben! [15...exd5 16.Lxa6 Sxa6 17.Se5 belässt Weiß mit Vorteil, da (17.Sa2!?) 17...Sb4 wegen 18.Sa2! einfach nicht gut ist.] 16.d6!? [16.Kxf1 cxd5 ist Ausgleich.] 16...Lxd6 17.Kxf1



[17.Txf1 Dies sieht auf den ersten Blick unlogisch aus, aber wäre meine Wahl gewesen. Der Turm wird sehr bald auf f1 benötigt, und das Feld d1 kann von der Dame genutzt werden.] 17...h6 18.Lxf6 [18.Lh4 g5 19.Lg3 Lxg3 20.fxg3 Dc7 ist etwas, womit ich sehr gut leben kann.] 18...Dxf6 19.Se4 De7 20.Se5



Hier dachte ich lange nach. Auf e5 nehmen oder nicht? Der direkte Zugang zur Stellung wäre es mit Sicherheit gewesen. 20...Tfd8 [20...Lxe5 21.dxe5 Tcd8 22.Sd6 (22.Td6 Txd6 23.exd6 Dd7 und mein Springer geht nach d5, wonach ich mir den Freibauern vorknöpfen kann.) 22...f6 23.Sc4 fxe5 24.Sxe5 Df6 25.Sf3 c5 wurde bei der Analyse von den ukrainischen Großmeistern Miroshnichenko und Baklan am Ende kommentiert mit :"Hier verkackst du doch bald das Springer-Turm-Endspiel!", auch wenn Baklan angab, dass man dieses noch "100 Züge halten könne". Wenn ich mir die Stellung jetzt ansehe, frage ich mich, warum ich nicht in diese reingegangen bin. Schwarz hat hier etwas, was er im Laufe der Partie sonst niemals besaß: Die Kontrolle über das Geschehen, aufgewogen durch ein paar kleinere Schwächen.] 21.f4 Auf Kosten der inneren Sicherheit der Stellung stärkt Weiß seinen e5. Also muss ich den anderen Kollegen ausräuchern. 21...Db7! Deckt b6 und schielt den ungedeckten Springer e4 an. Nun will ich den Läufer nach f8 abziehen und ihm danach mit ...c5 ziemlich viel Streß bereiten. Seine Antwort ist fast erzwungen. 22.Sxd6 Txd6 23.Kg1! Bringt den König in Sicherheit und räumt dem Turm das Feld f1 frei. 23...Td5!? Provokation. Mein Plan war es, den Vorstoß e4 zu erzwingen, um den Bauern d4 zu schwächen. [23...Tcd8 24.Tf1 gefiel mir nicht, und vielleicht auch zu Recht. Rybka will f6 ziehen, aber so einen Zug mache ich einfach nicht freiwilig.] 24.e4 Tdd8 [24...Td6!? wurde von Georg Meier anberaumt. Nun will sich Schwarz verdoppeln, also ist klar, was Weiß tun muss: 25.Sc4 Td7 26.e5 Tcd8 27.Sd6 Txd6 28.exd6 Txd6 Und hier sollte Schwarz dank des starken Hirsches auf b4, sowie der zahlreichen schwachen Bauern im weißen Lager auf keinen Fall schlechter stehen.] 25.De3! Endlich kommt die weiße Dame zurück ins Spiel. Dabei verhindert sie sofort erstmal den Vorstoß ...c5. Wie kann ich ihn trotzdem ermöglichen?



25...Sa2! Man will sich ja nicht selbst loben... aber das ist einfach gut. :-) Der Springer sät Disharmonie in die weißen Reihen. 26.Tc2 [26.Ta1 Sb4 und er hat nichts Besseres als Tac1.] 26...c5 27.Tcd2 soweit, so gut.



27...cxd4? Aber das ist der Beginn der Schwierigkeiten. Mit dem Springer auf a2 ist es nicht in meinem Interesse, die Stellung zu schnell zu öffnen. [27...c4! wäre der richtige Zug. Nun droht recht kräftig ...c3, so dass der weiße Zug erzwungen ist: 28.Tc2 Nun haben wir uns in der Analyse auf den Vorstoß ...b5 versteift (c4 hängt ja!), aber es geht auch eleganter: 28...f6! (28...b5 ist eine andere Baustelle, aber eventuell steht Weiß doch mal etwas besser.) 29.Sxc4 (29.Sf3 Sb4 30.Tc3 Dd7 gibt Schwarz fast schon leichteres Spiel.) 29...Sb4 30.Tc3 Sa2 31.Ta3 (sonst Zugwiederholung!) 31...Txc4 32.Txa2 Dc6 33.b3 Tc3 und Schwarz gewinnt den geopferten Bauern zurück ( 34.Td3 Txd3 35.Dxd3 Dc1+ 36.Kh2 Dxf4+ ist nicht möglich) und steht gut.] 28.Txd4 Dc7? Das falsche Konzept. Den Kampf um die d-Linie gewinnen kann ich eh nicht mehr. [28...Txd4 29.Txd4 Sb4 ist zwar total unangenehm, aber sollte noch halbwegs halten.] 29.Td7?! Verlockend, aber falsch. Nun kriege ich die Damen vom Brett. [29.Kh2! Fragt mich dagegen, was ich als Nächstes machen will, und auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort. Weiß hat großen Vorteil.] 29...Txd7 30.Txd7 Dc1+ 31.Dxc1 Sxc1! Der Springer muss ins Spiel. 32.Kf2 [32.Txf7 Sd3 ist Remis.; 32.Sxf7 Se2+ 33.Kf2 Sxf4 ist einfach Ausgleich.]



32...Tc2+ 33.Kf3 Txb2 34.Td8+ Kh7 35.Sxf7 Tb3+ 36.Kg4



Soweit waren die Geschehnisse forciert. Nun habe ich aber die einmalige Chance, das (nicht unverdiente) Remis klarzumachen und gehe achtlos daran vorbei: 36...Kg6? Macht alles kaputt, vorläufig... [36...Se2! klappt dagegen super, denn es erlaubt Weiß nicht, weiter am Mattnetz zu schnüren: 37.f5 exf5+ 38.Kxf5 (38.exf5 Tb4+ und Schwarz gewinnt! 39.Kf3 (39.Kh5 Sg3#) 39...Sd4+ und er muss mir den Bauern f5 geben.) 38...Sg3+ Nun gibt Schwarz ein Dauerschach, denn nach e5 sollte der König wirklich nicht mehr gehen. 39.Kf4 (39.Ke5 b5= und Schwarz übernimmt das Ruder.) 39...Se2+ 40.Kf5 Sg3+=] 37.Se5+ Kh7 38.f5? Er schenkt es mir nochmal. [38.Sd7! Kg6 39.f5+ exf5+ 40.exf5+ Kf7 41.Se5+ Ke7 42.Sc6+ Kf7 43.Td7+ Kf6 44.Td6+ Kf7 45.Se5+ Ke7 46.Te6+ Kf8 47.Txb6! ist ein uns von Rybka gezeigter (und nicht einziger) Weg, den Vorteil auszubauen.] 38...exf5+ 39.exf5



39....Tb4+??
Das ist hohl. Was habe ich mir bloß bei diesem Schach gedacht? Kurz vor dem Ziel zu verzweifeln, ist im Schach keine gute Idee. Nun kann ich seinen König nicht mehr belästigen. [39...Se2! mit ähnlichen Motiven, wie im 36.Zug war geboten. Wieder verlieren für Weiß beide Springerzüge, die ein Matt aufzubauen suchen durch mein Gegenspiel gegen den König. 40.Kh4!? Ein Versuch. (40.Sg6? Tb4+ 41.Kf3 Sd4+; 40.Sf7? Tb4+ 41.Kf3 Sd4+) 40...Sg3! legt das weiße Spiel endgültig lahm. 41.Tf8 b5=] 40.Kf3 Se2 Nun nützt es nichts mehr. 41.g4! Weil ich nie wieder etwas gegen den Bauern g4 untenehmen kann. Das Mattnetz ist komplett. 41...Sf4 42.h4 g5 [42...Txa4 43.h5 Sh3 44.Sg6 Sg5+ 45.Ke3 Sf7 46.Tf8 wird auch qualvoll Matt.] 43.fxg6+ Kg7 44.Td7+ und hier hatte ich genug gesehen. 1–0

Naja. Was uns nicht umbringt, macht uns stark. Das Spiel geht weiter.

Buhmann (cbv, 8 KB)
Buhmann-PGN (pgn, 8 KB)

Terrorie

Mittwoch, 13. Januar 2010

Achtung! Verlängerung der Deadline!

Vielen, vielen Dank für die bereits zahlreich bei mir eingegangenen Einsendungen oder zumindest Themenvorschläge. So habe ich mir das gewünscht. Sehr schön!

Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass ich euch gestern nun doch etwas zu hektisch in Aufruhr versetzt habe. Die SCHACH-Februarausgabe hat traditionell den Schwerpunkt auf den zahlreichen Weihnachts-und Neujahrsturnieren, so dass die Fortführung der Pro- und Amateur-Serie auf die Märzausgabe verschoben werden muss. Gut für Euch, denn nun habt ihr von Chef Raj Tischbierek eine neue Deadline für die Abgabe erhalten. Diese geht bis etwa zum 23 Januar. Da Raj das Aufruf-Projekt gut findet, spricht einiges dafür, dass es monatlich weitergeführt werden soll. Also, schreibt schön und in Ruhe weiter!

Ich bin die nächsten Tage bei der österreichischen Bundesliga in Graz, bin aber auf jeden Fall weiter per Mail erreichbar. News von dort, wenn es sich ergibt.

Live-Partien aus Österreich gibt es HIER

Viele Grüße aus München und nochmals danke für die tollen Beiträge, da wird die Wahl schon jetzt nicht so leicht fallen! Dass es soo schnell geht, hätte ich wirklich nicht gedacht. Hut ab!

Der Schachzoo

Unterwegs über Wälder und Wiesen

So spät schon?

Suche

 

Übersicht

Februar 2010
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 2 
 3 
 5 
 6 
 7 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
 
 

Zoobewohner

ADHS-Kamel

Was ist aktuell los?

Die Uhr rausnehmen? Wo...
Die Uhr rausnehmen? Wo rausnehmen? Versteh' ich nicht....
Tyler (Gast) - Mi, 10. Feb, 14:14
Also, irgendwie würde...
Also, irgendwie würde ich Ilja nicht so als den...
Umumba (Gast) - Mi, 10. Feb, 13:15
das wird
teuer
jopro - Mi, 10. Feb, 10:12
Guten Morgen
Guten Morgen zusammen! Ich bin Karl. Genießt...
Karl (Gast) - Mi, 10. Feb, 08:41
Danke, es hat tatsächlich...
Danke, es hat tatsächlich geklappt! Auch wenn...
Kaffeehausschach - Di, 9. Feb, 22:58
Vorschlag..
...abgewiesen!
Rössel (Gast) - Di, 9. Feb, 22:03

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Mein Lesestoff

Status

Online seit 278 Tagen
Zuletzt aktualisiert: Mi, 10. Feb, 14:14

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Zoobesucher (ab 10.Juni)

Wetter

Aktuelles Wetter in Karlsruhe:


Temperatur: -4 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 63 %
Sichtweite: 5.0 km
Luftdruck: 994.6 mb
Windstärke: 6 km/h

Weather data provided by weather.com